EuGH-Urteil Illegales Streamen von Filmen wird schwieriger

Wer illegal ins Internet gestellte Serien und Filme streamt, kann künftig keine entsprechenden Zusatzgeräte mehr nutzen. Die verstoßen laut EuGH nämlich ebenfalls gegen das Urheberrecht.

Europischer Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg
Court of Justice of the European

Europischer Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg


Mediaplayer, über die sich rechtswidrig ins Netz gestellte Filme und Serien streamen lassen, können ihrerseits gegen EU-Recht verstoßen. Der Europäische Gerichtshof urteilte am Mittwoch, dass auch ein Abspielen von urheberrechtlich geschützten Werken über bestimmte Player nicht vom Vervielfältigungsrecht ausgenommen ist.

Im konkreten Fall ging es um den in den Niederlanden populären "Filmspeler". Mithilfe der kleinen Box für den Fernseher können laut Werbung kostenlos Filme angesehen werden, die ohne Erlaubnis der Urheberrechtsinhaber im Internet zugänglich sind.

Das Gerät wurde dem Urteil zufolge in den Niederlanden in großer Stückzahl verkauft. Sein Hauptanreiz liege in der Vorinstallation entsprechender Add-ons, die dem Nutzer Zugang zu den Filmen im Netz ermöglichten.

Über den Verkauf von Mediaplayern wie dem in den Niederlanden wird nach Auffassung des Gerichts eine "öffentliche Wiedergabe" geschützter Werke vorgenommen, die grundsätzlich dem Rechteinhaber vorbehalten ist. Es ist nun zu erwarten, dass der Verkauf der beanstandeten Mediaplayer vom zuständigen niederländischen Gericht verboten wird. Dieses hatte sich nach der ursprünglichen Klage einer niederländischen Stiftung an den EuGH gewandt - mit Grundsatzfragen zur Auslegung .

juh/afp/dpa

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