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Experten-Analyse Hier provoziert Facebook Datenschutzärger

Mark Zuckerberg: Der Facebook-Boss erklärt, wie er die Welt vernetzen willZur Großansicht
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Mark Zuckerberg: Der Facebook-Boss erklärt, wie er die Welt vernetzen will

7. Teil: Facebook lässt Mitglieder ihre E-Mail-Adressbücher hochladen

Mitglieder können bei Facebook ihre iPhone- und E-Mail-Adressbücher hochladen, um mögliche Kontakte zu finden. Facebook speichert die personenbezogenen Informationen über Dritte aus diesen Adressbüchern, nämlich die E-Mail-Adresse und den Namen.

Dazu steht in den Facebook-Datenschutzbedingungen:

"Kontaktdaten von Nichtnutzern. Wenn uns ein Nutzer deine E-Mail-Adresse bekannt gibt, du kein Facebook-Nutzer bist und deine Adresse gelöscht werden soll, kannst du dies auf dieser Hilfeseite tun. Ein entsprechendes Ersuchen kann jedoch nur für Adressen gestellt werden, die uns zum Zeitpunkt der Anfrage vorliegen und nicht für Adressen, die uns Nutzer zu einem späteren Zeitpunkt zur Verfügung stellen."

Mit anderen Worten: Man kann Facebook nicht verbieten, eine bestimmte Adresse für immer aus der Kontaktdatenbank herauszuhalten. Wer seine E-Mail-Kontakte bei Facebook abgleicht, kann beim Hochladen von Adressbüchern die Langzeitspeicherung nicht deaktivieren. Die Kontakte können nur nachträglich aus der Datenbank gelöscht werden (und zwar hier).

In Deutschland ist dieser Dienst nach Expertenmeinung nicht zulässig. Als Facebook-Nutzer darf man nicht einfach so die Adressen seiner Freunde hochladen. Jurist Taeger: "Nutzer, die da ihre privaten Adressbücher hochladen, bräuchten dafür die Zustimmung aller Personen, deren Adressen sie gespeichert haben, sonst verstößt das gegen Datenschutzrecht." Das sagt einem eigentlich schon der gesunde Menschenverstand.

Facebook kann hier aber die Verantwortung nicht einfach auf die Mitglieder abwälzen. Schließlich bietet das Unternehmen keine Option zum Adressabgleich ohne Speicherung. Facebook bietet nur eine Möglichkeit, nämlich die datenschutzrechtlich unzulässige. Deshalb könnte Facebook für Verstöße gegen das Datenschutzrecht durch Nutzer auch als Mitstörer haftbar gemacht werden.

Auf die Fragen von SPIEGEL ONLINE, wie Facebook sicherstelle, dass alle Personen, deren E-Mail-Adressen und Namen auf diese Art hochgeladen werden, dieser Art der Nutzung zugestimmt haben, antwortet das Unternehmen nicht. Facebook gibt eine allgemeine Erklärung: "Solche Verfahren, die es Menschen ermöglichen, ihre Kontaktlisten, die sie über lange Zeit hinweg aufgebaut haben, in allen Diensten zu nutzen, ist im Telekommunikationssektor üblich. Diese Listen werden als Teil des Nutzeraccounts gespeichert." Die Datenschutzerklärung sage sehr deutlich, wie diese Daten genutzt werden.

Diese Antwort von Facebook ist bezeichnend für die Reaktion des Unternehmens: Man betont die Transparenz und Einbeziehung der Nutzer in die Formulierung der Regeln. Das ist richtig und vorbildlich, allerdings erklärt es nicht, warum viele Standardeinstellungen ausgerechnet den datenschutzrechtlich bedenklichsten Weg vorschreiben. Abgesehen davon: Auch wenn Facebook transparent macht, dass man die einmal hochgeladenen Adressbücher speichert - das ändert nichts daran, dass das kaum zulässig ist.

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insgesamt 13 Beiträge
mb808 07.05.2010
Was mich mal - als (aus guten Gründen) Nicht-Facebook-Nutzer- interessieren würde, ist, wie mit meinen Daten umgegangen wird, wenn irgendeine Pappnase tatsächlich ihr Adressbuch hochgeladen hat und da meine Adresse (Email, Tel., [...]
Was mich mal - als (aus guten Gründen) Nicht-Facebook-Nutzer- interessieren würde, ist, wie mit meinen Daten umgegangen wird, wenn irgendeine Pappnase tatsächlich ihr Adressbuch hochgeladen hat und da meine Adresse (Email, Tel., Name, Geb.-Datum etc) mit drin war ... Denn ich habe schon diverse "Einladungen" bekommen, von Leuten die ich kaum kenne & anscheinend ihre Freundesanzahl erhöhen wollen oder sonst was ... Zum Einen ist ja schon mal klar; als Mitglied kann ich zwar mein Profil "löschen", aber es wird ja nur unsichtbar geschaltet & die Daten verbleiben (auf ewig) auf den Facebook-Servern. Aber wie ist es als Nicht-Mitglied? Wie finde ich raus, ob jemand meine Daten hochgeladen hat? Und wie kann es sein, dass eben auch diese nach "Löschung" (wenn ich wüsste wie) weiter auf deren Servern rum geistern ... Ich war nie Mitglied & habe daher nie zu irgendeiner Form von Verarbeitung zugestimmt ...
Phleon 07.05.2010
Das Wachstums des Unternehmens ist erschreckend. Sollte sich nichts ändern, dürfte Facebook größter Konkurrent von Google werden, solang immer mehr Firmen gefallen daran finden quasi ein zweites Internet im Internet aufzubauen, [...]
Das Wachstums des Unternehmens ist erschreckend. Sollte sich nichts ändern, dürfte Facebook größter Konkurrent von Google werden, solang immer mehr Firmen gefallen daran finden quasi ein zweites Internet im Internet aufzubauen, nur das dieses mal alle Stränger in einer Hand liegen. Es wird dann keine Rolle mehr spielen ob man sich bei Facebook registriert oder nicht, man wird durch Fremdseiten davon erfasst und sei es nur durch Verhaltensprofile. Wenn dann auch noch Krankenkassen & Co. daran gefallen finden...
felice_ffm 07.05.2010
GENAU DAS hat mich auch mal interessiert und ich habe probiert, auf den Hilfe-Seiten von Facebook Auskunft zu bekommen und habe letztendlich ein Kontakt-Formular ausgefüllt und Auskunft über meine persönlichen Daten gem. BDSG [...]
Zitat von mb808Was mich mal - als (aus guten Gründen) Nicht-Facebook-Nutzer- interessieren würde, ist, wie mit meinen Daten umgegangen wird, wenn irgendeine Pappnase tatsächlich ihr Adressbuch hochgeladen hat und da meine Adresse (Email, Tel., Name, Geb.-Datum etc) mit drin war ... Aber wie ist es als Nicht-Mitglied? Wie finde ich raus, ob jemand meine Daten hochgeladen hat? ... Ich war nie Mitglied & habe daher nie zu irgendeiner Form von Verarbeitung zugestimmt ...
GENAU DAS hat mich auch mal interessiert und ich habe probiert, auf den Hilfe-Seiten von Facebook Auskunft zu bekommen und habe letztendlich ein Kontakt-Formular ausgefüllt und Auskunft über meine persönlichen Daten gem. BDSG verlangt. Zurück kam eine Standartemail mit ein paar Links (unter anderem auch eine "Entfernung der eMail Adresse aus der Datenbak" --> http://www.facebook.com/help/contact.php?show_form=database_removal), allerdings ist Facebook seiner Auskunftsverpflichtung NICHT nachgekommen. Es gibt auch keine "echte" Kontakt-eMail-Addresse und die Postadresse ist in den USA, so dass ich noch keine Lust hatte, meinen Anspruch auf Auskunft durchzusetzen. Insgesamt sehr zugeknöpft, der Laden, so zu mindest mein Eindruck, und der Hauptgrund, wieso ich mich da nicht anmelde.
GenerationJung 07.05.2010
Der österreichische Comedian Michael Niavarani sagt: "Facebook ist Stasi auf freiwilliger Basis!" Hier wird wohl kaum einer widersprechen können - nur mit einem Unterschied, dem "freiwillig"! Wir haben alle [...]
Der österreichische Comedian Michael Niavarani sagt: "Facebook ist Stasi auf freiwilliger Basis!" Hier wird wohl kaum einer widersprechen können - nur mit einem Unterschied, dem "freiwillig"! Wir haben alle immernoch die Möglichkeit NICHT bei facebook zu sein und es macht uns nicht ärmer oder uncooler. Für SPAM-Mails gibt es Filter und bei Werbeanrufen kann man auch einfach auflegen. Leider ist es eben so, dass solche "Geschäftsmethoden" Heute zu unserer elektronischen Welt gehören, aber is es die Aufregung wert? So lange ich nicht für etwas zahlen muss, was ich nie wollte oder bestellt habe, könnte es uns doch auch einfach wurscht sein. Ich habe vor einer Weile mein facebook-Konto deaktiviert. Nicht wegen der rechtlichen Seite, sondern weil mir das Verhalten der User zunehmend auf den Sa** ging. Zum Thema veröffentlichen von Daten an Dritte: Was im Artikel überhaupt nicht deutlich erwähnt wird ist die Funktion "Alle". Sobald ich eine Nachricht an eine Pinnwand poste oder eine andere Art von Veröffentlichung vornehme, liegt es an mir zu kennzeichnen, für wen ich dieses oder jenes sichtbar machen möchte. Diese Option ist auch nicht irgendwo versteckt, sondern unmittelbar bei der jeweiligen Veröffentlichung. Für "Alle", "Nur Freunde" (also nur jene in meiner Freundesliste) und "Freunde meiner Freunde" (also eine weitere Ebene, da die Freundes-Listen meiner Freunde mit einbezogen werden), jedoch nicht mehr für deren Freunde usw. Eine Information die für Alle sichtbar ist, kann also von jedem der ein facebook-Konto besitzt besehen werden. Wie er auf mich stößt ist da völlig wurscht, ob per zufälliger Suche oder über ein paar Ecken in facebook. In Anbetracht dessen ist etwas, mit "Alle" gekennzeichnet, eine Allgemeine Information da ich sie einer riesigen Anzahl an Usern zugänglich mache. Hier nun den Unterschied zwischen nicht-facebook, also dem Rest des www, und facebook zu machen, erscheint dann doch als völliger Quatsch. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber wenn ich mich recht entsinne, gibt es die Möglichkeit, diese Einstellung standardmäßig zu setzen, man also nicht jedesmal nachschauen muss. Wieder einmal kann man nur sagen: "Was du auch im Internet machst, mache es mit einem gesunden Internetverstand!" Wer nicht lesen will, ist selbst schuld und wer's nicht versteht möge es sich erklären lassen.
Meckermann 07.05.2010
Ein weiterer Datenkraken, der mit einem Dienst, den niemand braucht auf Menschenfang geht. Dass sie dann auch noch auf Klarnamen bestehen ist jawohl ein schlechter Witz.
Ein weiterer Datenkraken, der mit einem Dienst, den niemand braucht auf Menschenfang geht. Dass sie dann auch noch auf Klarnamen bestehen ist jawohl ein schlechter Witz.
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Soziale Netzwerke
DPA
Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach eigenen Angaben hat Facebook 845 Millionen aktive Mitglieder weltweit (Dezember 2011). Mehr zu Facebook auf der Themenseite.






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