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Onlinewerbung

Bundesregierung zahlt indirekt Millionen Euro an Facebook

Die Bundesregierung ist seit Jahren ein guter Facebook-Kunde. Vor allem ein Ministerium steckt viel Geld in die Werbung beim sozialen Netzwerk.

REUTERS

Facebook-Logo

Freitag, 13.04.2018   20:35 Uhr

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Dass sie so viel Geld für Digitales ausgibt, hätte man der Bundesregierung gar nicht zugetraut: In der vergangenen Legislaturperiode zahlte sie Facebook über beauftragte Werbe- und Mediaagenturen indirekt knapp vier Millionen Euro für Onlinewerbung.

Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des FDP-Abgeordneten Otto Fricke hervor, die SPIEGEL ONLINE vorliegt.

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In der Zeit von Oktober bis Dezember 2017 gab die Regierung indirekt weitere knapp 670.000 Euro (brutto) für Facebook-Werbung und das Bewerben eigener Posts aus - obwohl sie nur geschäftsführend im Amt war.

Am meisten Geld in Facebook-Anzeigen hat das Bundesverteidigungsministerium investiert: Zwischen Dezember 2013 und Februar 2018 gab es für verschiedene Kampagnen insgesamt 3,34 Millionen Euro aus.

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Das Bundesverteidigungsministerium hat in den vergangenen Jahren aufwendige Kampagnen gefahren, um neues Personal anzulocken. Die Bundeswehr-Seifenoper "Die Rekruten" etwa war ein Erfolg - vor allem jungen Leuten gefiel die Serie. Zuletzt hatte der YouTube-Kanal "Bundeswehr Exclusive" seine Miniserie "#BIWAK - Vier Tage in Eis und Schnee" auf Facebook beworben.

Die neue Regierung gab 223.000 Euro aus

Auch die neue Bundesregierung hat weiter Geld in Facebook-Werbung gesteckt: Von Januar 2018 bis zum 26. März, so steht es in der Antwort, zahlte sie indirekt rund 223.000 Euro an den Konzern.

FDP-Haushaltsexperte Fricke wollte in seiner Anfrage wissen, welche Ministerien eigene Facebook-Seiten für die jeweiligen Ministerinnen und Minister betreiben. Die Antwort: Nur der neue Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat eine Facebook-Seite, die von seinem Ministerium betrieben und daher zumindest teilweise aus Bundesmitteln bezahlt wird. Und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat eine Seite, die von ihrem Haus "teilweise inhaltlich mitbetreut" wird.

Überhaupt sind nicht alle Ministerien auf Facebook aktiv: Das Bundesfinanzministerium, das Bundeslandwirtschaftsministerium und das Superministerium Innen und Heimat haben der Auskunft zufolge gar keinen Facebook-Auftritt.

Wie viel Reichweite die Bundesregierung mit ihren Ausgaben für Onlinewerbung jeweils erzielen konnte, ist unklar. Es gibt nach Angaben von Facebook keine entsprechenden Einheitswerte. Anzeigen werden vielmehr in einem Auktionsverfahren behandelt, ihre Sichtbarkeit hängt unter anderem vom jeweiligen Budget und der gewählten Zielgruppe ab.

höh/pbe/sev

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