Social Network: Facebook ändert Datenverwendungsrichtlinien

Schon wieder: Die Betreiber von Facebook haben die Richtlinien verändert, nach denen das Unternehmen Nutzerdaten erfassen, auswerten und weitergeben kann. Die Änderungen sind umfangreich, können aber eine Woche lang von den Nutzern eingesehen und kommentiert werden.

Facebook: Datennutzungsrichtlinien geändert Zur Großansicht
REUTERS

Facebook: Datennutzungsrichtlinien geändert

Manche der Änderungen in den sogenannten Datenverwendungsrichtlinien haben schlicht mit dem neuen hausinternen Vokabular zu tun. Statt "Profil" heißt es da jetzt "Chronik", um die geänderte Darstellung der eigenen Facebook-Seite zu berücksichtigen. Andere Änderungen wurden Facebook zufolge als Reaktion auf die Überprüfung durch irische Datenschützer eingeführt. Einige der Neuformulierungen betreffen demnach "neue Funktionen, die wir seit der letzten Überarbeitung unserer Datenverwendungsrichtlinien eingeführt bzw. aktualisiert haben". Außerdem habe es bei Facebook "administrative und organisatorische Änderungen" gegeben, denen man nun Rechnung trage. Eine weitere Neuerung betrifft offenbar die Pläne Facebooks, künftig auch kostenpflichtige Apps anzubieten.

Eine konkrete Änderung betrifft zum Beispiel die Fotos, die als Großbild die neue Chronik-Ansicht zieren. Auch sie sollen künftig als öffentliche Information behandelt werden, unabhängig von den Privatsphäre-Einstellungen, die ein Nutzer vorgenommen hat. "Wenn du dich nicht wohl dabei fühlst, deine Profilbilder bzw. Titelbilder öffentlich zu machen, kannst du sie jederzeit löschen." Auch das Geschlecht soll als öffentliche Information gelten.

Was die Änderungen im Einzelnen zu bedeuten haben und wie sie zu bewerten sind, wird in den kommenden Tagen vermutlich noch eine heftige Debatte auslösen. Umfangreich sind die Änderungen in jedem Fall: In einem nur auf Englisch vorliegenden PDF sind alle geänderten Stellen in roter Farbe markiert - es handelt sich um mehrere Druckseiten roten Text. Teilweise wurden nur einzelne Wörter ausgetauscht, andernorts aber Erläuterungen und "Tipps" eingefügt, ganze Passagen gelöscht, Absätze ergänzt oder verschoben.

Die Nutzer sind nun aufgefordert, bis zum 18. Mai Kommentare zu den Änderungen abzugeben.

cis

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Netzpolitik
RSS
alles zum Thema Facebook
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback

Fotostrecke
Größenvergleich: Facebook = Siemens + RWE + ThyssenKrupp + Lufthansa
Facebook-Mitglieder

Soziale Netzwerke
Facebook
Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach eigenen Angaben hat Facebook 845 Millionen aktive Mitglieder weltweit (Dezember 2011). Mehr zu Facebook auf der Themenseite.
Google+
Google+ ist der Versuch, den sozialen Funktionen von Facebook und Twitter etwas entgegenzusetzen. Das soziale Netzwerk wurde im Juni 2011 gestartet und hat nach Firmenangaben rund 170 Millionen Nutzer (April 2012). Der Funktionsumfang ist rein aus Nutzersicht vergleichbar mit Facebook, Schnittstellen für externe Entwickler sind allerdings eingeschränkt. Google animiert seine Nutzer, das Netzwerk als zentralen Hub für seine Dienste zu nutzen. Mehr zu Google+ auf der Themenseite.
Twitter
Der auf kurze Textnachrichten spezilalisierte Dienst Twitter wurde im Juli 2006 gegründet. Populär wurde der Dienst als Verteilnetzwerk für Links, Fotos und Videos. Twitter zählt nach eigenen Angaben mehr als 140 Millionen Nutzer (März 2012). Mehr zu Twitter auf der Themenseite.
Xing
Xing (früher OpenBC) wurde 2003 von Lars Hinrichs gegründet. Nach eigenen Angaben hat Xing über 11,7 Millionen Mitglieder (Stand: Dezember 2011), etwa acht Prozent haben einen kostenpflichtigen Premium Account. Bei Xing geht es vor allem um berufliche Kontaktaufnahme. Mehr zu Xing auf der Themenseite...
StudiVZ
Ehssan Dariani hat die Studenten-Community StudiVZ 2005 gegründet. Zuerst investierten Lukasz Gadowski und Matthias Spiess in StudiVZ, später finanzierten es vor allem die Gebrüder Samwer - bekannt für die Klingeltonfirma Jamba - und der Venture-Capital-Arm des Holtzbrinck-Verlags ("Die Zeit", "Handelsblatt"). Im Januar 2007 übernahm Holtzbrinck StudiVZ. Derzeit haben die Plattformen studiVZ.net, schuelerVZ.net und meinVZ.net nach eigenen Angaben rund 17,4 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2011). Mehr zu StudiVZ auf der Themenseite...
Lokalisten
Im Mai 2005 gegründet, hat das Netzwerk Lokalisten nach eigenen Angaben (Stand Juli 2010) inzwischen 3,6 Millionen Nutzer. Mehr zu Lokalisten bei Wikipedia...
Spin.de
Das 1996 in Regensburg gegründete Unternehmen Spin betreibt ein eigenes soziales Netzwerk, aber auch integrierte Unter-Communitys mit regionalem Fokus, die mit Partnern vor Ort (Lokalradios vor allem) betrieben werden. Nach eigenen Angaben (Stand Februar 2011) hat Spin.de eine Million aktive Mitglieder. Mehr zu Spin.de bei Wikipedia...
Wer kennt wen
Wer-kennt-wen wurde von den beiden Studenten Fabian Jager und Patrick Ohler gegründet. Seit Februar 2009 gehört das Netzwerk vollständig RTL Interactiv, die Gründer schieden Ende August 2010 aus. Das Netzwerk hat laut Betreiber über 9,5 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2012). Mehr zu Wer-kennt-wen bei Wikipedia...
MySpace
MySpace war 2006 das populärste soziale Netzwerk in den USA. Ein Jahr zuvor war es von Rupert Murdochs News Corporation gekauft worden. Bekannt wurde es durch die Möglichkeit, Musik einzubinden. Künstler und Bands nutzten die Plattform als Marketingplattform. Zeitweise hatte MySpace mehr als 220 Millionen Nutzer, nach Berechnungen von Google rund 30 Millionen Nutzer (Dezember 2011). Mehr zu MySpace auf der Themenseite...

Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Einfach und bequem: Direkt bei Amazon kaufen.