Stellungnahme zu Datenskandal Facebook sieht "keine Beweise" für betroffene Nutzer aus Europa

Bei Mark Zuckerbergs Anhörung in Brüssel waren einige Fragen offen geblieben. Die Antworten hat der Konzern nun rasch nachgeliefert: Dabei überrascht vor allem eine neue Aussage zu Cambridge Analytica.

Mark Zuckerberg in Brüssel
AP

Mark Zuckerberg in Brüssel


Facebook hat aktuelle Einschätzungen zum Datenskandal um Cambridge Analytica veröffentlicht. Bemerkenswert ist daran vor allem der Satz, dass Facebook laut eigener Aussage bislang keine Beweise dafür vorliegen habe, dass Daten europäischer Nutzer an Cambridge Analytica weitergeleitet wurden.

Zuvor hatte das Online-Netzwerk geschätzt, dass bis zu 310.000 Mitglieder in Deutschland und mehrere Millionen in Europa insgesamt betroffen sein könnten. Diese Schätzung hat Facebook bislang nicht widerrufen, das Unternehmen stellt aber nun die Möglichkeit in den Raum, dass womöglich doch nur Daten von US-Nutzern an die umstrittene Firma gingen.

Firmenchef Mark Zuckerberg hatte am Dienstag im Europaparlament Fragen der EU-Parlamentarier beantwortet. Die neue Information ist in den nun schriftlich nachgereichten Antworten auf Fragen enthalten, die bei der Anhörung liegen geblieben waren. Facebook veröffentlichte diese Antworten auch in einem Beitrag auf dem Netzwerk.

Dass sich der Datenskandal eventuell nur auf Nutzer in den USA erstreckt, leitet Facebook auch aus den Aussagen des Cambridge-Professors Aleksandr Kogan ab. Er hatte die Facebook-Informationen an die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica weitergegeben. Laut Kogans Aussagen, so schreibt Facebook nun, habe er nur Daten von US-Nutzern weitergegeben.

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Klarheit soll laut Facebook jetzt eine Überprüfung der Computer-Systeme von Cambridge Analytica bringen. Einer direkten Antwort auf die Frage, ob europäische Nutzer für den Datenabfluss an Cambridge Analytica finanziell entschädigt werden könnten, wich Facebook unterdessen aus.

Facebook veröffentlichte die Antworten auf insgesamt 18 konkrete Fragen rasch nach der Anhörung. In den schriftlichen Antworten lehnt es Facebook unter anderem ab zu versprechen, keine Daten mit der Chat-App WhatsApp auszutauschen. Auch heißt es, man könne nicht versprechen, gefälschte Profile komplett aus dem Netzwerk verschwinden zu lassen, auch wenn Facebook jeden Tag Millionen davon blockiere. Bei vielen Antworten verweist Facebook auf bereits bekannte Stellungnahmen.

gru/dpa

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