Facebook-Gründer Zuckerberg stoppt nach WhatsApp seine Einkaufstour

Nun sei erst einmal Schluss mit Großübernahmen, beteuert Mark Zuckerberg beim Mobile World Congress. Gerüchte um einen möglichen Kauf der Foto-App Snapchat zerstreut er damit. Nach den Misstönen um die WhatsApp-Übernahme präsentiert er sich in Barcelona als Entwicklungshelfer.

Facebook-Chef Zuckerberg beim Mobile World Congress: "Erst einmal genug."
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Facebook-Chef Zuckerberg beim Mobile World Congress: "Erst einmal genug."


Barcelona - Nach dem Kauf des Kurznachrichtendienstes WhatsApp hat Facebook-Gründer Mark Zuckerberg weiteren Großübernahmen eine Absage erteilt. "Nachdem man eine Firma für 16 Milliarden Dollar gekauft hat, hat man erst einmal für eine Weile genug", sagte der Konzernchef am Montag beim Mobile World Congress in Barcelona. (Den Liveblog zum Kongress lesen Sie hier.)

Er antwortete damit auf eine Frage aus dem Publikum, ob er nach dem WhatsApp-Deal auch ein Gebot für Snapchat abgebe. Dabei handelt es sich ebenfalls um einen Kurznachrichtendienst, den viele Jugendliche nutzen, um sich Fotos zu schicken. Facebook soll bereits einmal versucht haben, Snapchat für drei Milliarden Dollar zu kaufen, blitzte aber ab. Einer der Snapchat-Gründer veröffentlichte Anfang des Jahres einen E-Mail-Wechsel mit Zuckerberg bei Twitter.

Das größte soziale Internet-Netzwerk hatte in der vergangenen Woche bekanntgegeben, WhatsApp für 19 Milliarden Dollar zu übernehmen. Viele Experten waren von der Summe überrascht. Der Preis sei nicht zu hoch, betonte Zuckerberg in Barcelona: "WhatsApp ist schon an sich mehr als das wert" - und sei für Facebook angesichts möglicher Kooperationen noch wertvoller. Eine Ausweitung der Datenspeicherung bei WhatsApp solle es nicht geben, kündigte Zuckerberg ebenfalls in Barcelona an.

Außerdem präsentierte sich der Facebook-Gründer als Entwicklungshelfer: Er sei auf Partnersuche in der Mobilfunk-Branche für seinen Plan, kostenlose Internetanschlüsse in der Dritten Welt bereitzustellen. Das Projekt Internet.org stehe für drei bis fünf neue Netzbetreiber offen, sagte er. Die Idee dahinter ist, Nutzern in Entwicklungsländern den Zugang zu einigen Diensten wie Facebook, Wikipedia oder Wetterinformationen kostenlos anzubieten - und so neue Kunden zu akquirieren.

Mit der Übernahme des Nachrichtendienstes WhatsApp will Zuckerberg aber zunächst noch stärker auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets präsent sein und jüngere Nutzer ansprechen. Am Montag wurde bekannt, dass WhatsApp in Zukunft auch eine Telefonie-Funktion haben soll.

mia/AP/Reuters/dpa

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