Datenskandal Barley bestellt Facebook ins Justizministerium

In den USA ist Facebook im Datenskandal um die Präsidentschaftswahl massiv unter Druck geraten, der Aktienkurs fällt, Zuckerberg räumt Fehler ein. Nun soll sich das Unternehmen auch in Deutschland zu dem Fall erklären.

Katarina Barley
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Im Datenskandal um Facebook will Justiz- und Verbraucherschutzministerin Katarina Barley eine Erklärung des Unternehmens erzwingen. "Das europäische Facebook-Management muss zu diesem Skandal umfassend gegenüber der Bundesregierung Stellung beziehen", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Dafür werde ich Vertreterinnen und Vertreter des Unternehmens in das Bundesjustizministerium laden."

Es sei nicht hinnehmbar, dass Nutzer in sozialen Netzwerken "gegen ihren Willen ausgeleuchtet werden, um sie ganz gezielt mit Wahlwerbung oder Hass gegen den politischen Gegner zu bombardieren", kritisierte Barley. "Solche Wahlkampfmethoden sind eine Gefahr für die Demokratie", sagte sie. Hier müssten klare Regeln gelten.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica sich unerlaubt Zugang zu Daten von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern verschaffen konnte. Die Firma soll im US-Wahlkampf entscheidend dabei geholfen haben, Anhänger des heutigen Präsidenten Donald Trump bei Facebook zu mobilisieren - mit Hilfe von Facebook-Botschaften, die als Werbung geschaltet wurden.

Auf dem gleichen Weg soll Cambridge Analytica versucht haben, potenzielle Wähler der Gegenkandidatin Hillary Clinton vom Urnengang abzubringen. Ein britischer Professor hatte eine Facebook-App mit einer Umfrage zu Persönlichkeits-Typen auf die Plattform gebracht - und dann Daten daraus heimlich an Cambridge Analytica weitergegeben.

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Facebook sah sich selbst zunächst als Opfer in dem Skandal - immerhin stellt der Fall auch für das soziale Medium selbst ein großes Problem dar. Der Gründer Mark Zuckerberg hat mittlerweile Fehler eingestanden. "Am Ende des Tages trage ich die Verantwortung dafür, was auf unserer Plattform geschieht", schrieb er in einem Facebook-Post.

aev/dpa



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