Vor Midterm-Wahlen in den USA Facebook löscht mehr als 800 Propaganda-Accounts

Kurz vor den Zwischenwahlen in den USA hat Facebook Hunderte verdächtige US-Konten von der Plattform geworfen. Sie hätten politisch motivierten Spam veröffentlicht, wirft ihnen Facebook vor.

Facebook-Schriftzug
AP

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Vor den Midterm-Wahlen in den USA geht Facebook gegen Falschinformationen und Propaganda auf seiner Plattform vor: Der Konzern gab in einem Blogeintrag bekannt, mehr als 800 US-Accounts von der Seite geworfen zu haben. Laut einem Bericht der "Washington Post" haben die Accounts Nutzer der Plattform mit Polit-Spam zugemüllt.

Im Blogeintrag von Facebook ist die Rede von Konten, die "koordiniertes inauthentisches Verhalten" gezeigt hätten. Die Betreiber der Accounts hätten andere Nutzer gezielt in die Irre geführt. Laut Facebook geht es um

  • 559 Facebook-Seiten und
  • 251 reguläre Facebook-Nutzerkonten.

Der "Washington Post" zufolge sind einige der Accounts schon mehrere Jahre auf der Plattform aktiv gewesen, manche Seiten hätten Millionen Abonnenten gehabt. Die politische Ausrichtung der Angebote sei gemischt: Manche hätten liberale Ideen verbreitet, andere eher konservative. Eine der nun gelöschten Seiten soll damit geworben haben, "die erste Publikation, die Präsident Donald J. Trump befürwortet hat", gewesen zu sein.

Seitenbetreiber widerspricht Spam-Vorwürfen

Die "Washington Post" sprach mit einem Betreiber von nun gelöschten Accounts, der sich als politischen Aktivisten beschreibt - und nicht als Spam-Schleuder. Er habe keine von Facebooks Regeln verletzt, zitiert die Zeitung Chris Metcalf. Er finde nicht, dass er Clickbaiting betreibe, wie es ihm Facebook vorwirft. Beim Clickbaiting werden laut Facebooks Ansicht Nutzer mit aufmerksamkeitsheischenden, übertriebenen Überschriften auf Webseiten voller Werbung gelotst.

Metcalf betrieb mehrere Facebook-Seiten mit insgesamt 2,25 Millionen Abonnenten, darunter die eher linke Seite "Reasonable People Unite".

Facebook war hart dafür kritisiert worden, dass auf der Plattform vor allem im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 gefälschte Accounts in großem Stil Falschinformationen verbreiten konnten. Deswegen verschärfte das Onlinenetzwerk im vergangenen Jahr massiv die Sicherheitsvorkehrungen.

Schon Ende Juli hatte Facebook verdächtige Accounts gelöscht, die offenbar ebenfalls US-Wähler beeinflussen wollten. Medienberichten zufolge deutete damals viel darauf hin, dass diese von russischen Hackern gesteuert worden waren.

Ende August löschte das Netzwerk nochmals Hunderte Fake-Accounts auf Facebook und dem zu Facebook gehörenden Instagram. Auch hier lautete der Vorwurf: Propaganda.

gru

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