Internet-Geschäfte Facebook verbietet seinen Nutzern Waffenhandel

Facebook dient Nutzern offenbar vermehrt zur Anbahnung von Waffenkäufen. Das will das soziale Netzwerk nun ändern: Künftig sind solche Geschäfte nicht mehr gestattet.


Waffenverkäufe über Facebook sind künftig verboten. Das kündigte das Unternehmen am Freitag an. Das Verbot gilt demnach für Privatpersonen und umfasst auch die zum Konzern gehörende Foto-App Instagram.

Zugelassene Waffenhändler dürfen weiter für ihre Angebote werben, die Transaktionen aber nicht über die Facebook-Dienste abwickeln, wie eine Sprecherin des US-Konzerns mitteilte. Nach Firmenangaben wird die Plattform zunehmend zur Produktpräsentation und zu Verkäufen genutzt. Mit 1,59 Milliarden Nutzern ist Facebook das beliebteste soziale Netzwerk der Welt.

Den Handel von Marihuana, Arzneimitteln und illegalen Rauschmitteln hat Facebook bereits vor knapp zwei Jahren untersagt. Damals hatte das Unternehmen auch angekündigt, die Möglichkeiten einzuschränken, sich auf der Plattform über Waffen zu informieren. Für Minderjährige (oder zumindest laut Profil unter 18-Jährige) sollten Einträge zum Thema Waffenverkauf nicht mehr zugänglich sein.

In den USA gibt es nach einer Reihe von Amokläufen heftige Debatten über den Zugang zu Waffen. Präsident Barack Obama hat Internetfirmen dazu aufgerufen, gegen den Waffenhandel auf ihren Plattformen vorzugehen. Es gibt Bedenken, dass dort verstärkt Kontrollen umgangen werden.

"Es ist einfach zu leicht, online Waffen ohne Hintergrundüberprüfung zu kaufen", sagt Dan Gross, Vorsitzender der Organisation Brady Campaign and Center to Prevent Gun Violence. Facebook habe nun einen wichtigen Schritt gemacht. Diesem Beispiel sollten andere Unternehmen folgen.

wit/Reuters/AP

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