Sperre für Minderjährige Facebook will Waffenverkäufe einschränken

Soziale Netzwerke dienen Nutzern in den USA zur Anbahnung von Waffenkäufen - oft am Gesetz vorbei. Diesem Missbrauch wollen die Facebook-Verantwortlichen nun einen Riegel vorschieben. Allerdings nur einen kleinen.

Facebook-Nutzer: 15 Minuten für den Kauf eines Gewehrs
REUTERS

Facebook-Nutzer: 15 Minuten für den Kauf eines Gewehrs


Hamburg - Facebook schränkt die Möglichkeiten ein, sich auf der Plattform über Waffen zu informieren. Bislang standen Fanseiten von Waffenherstellern und -Fans einträchtig neben den Facebook-üblichen Darstellungen von Geburtstagspartys oder Familientreffen. Wie die "Los Angeles Times" meldet, sollen künftig Einträge zum Thema Waffenverkauf für unter 18-Jährige (oder zumindest laut Profil unter 18-Jährige) nicht mehr zugänglich sein. Außerdem soll der Verkauf von Schusswaffen unterbunden werden, der gesetzliche Regelungen wie die in den USA vorgeschriebene Hintergrundüberprüfung umgeht. Unklar ist, wie Facebook überhaupt kontrollieren will, ob die Händler ihre Kunden wie vorgeschrieben überprüfen.

Der sanfte Schritt erfolgte auf den Druck mehrerer Lobby-Organisationen, die sich verstärkter Waffenkontrolle verschrieben haben. John Feinblatt, Chef von "Bürgermeister gegen illegale Waffen", bemängelte, bei Facebook stünden Kinderfotos direkt neben Bildern von Kalaschnikows: "Die sind nicht irgendwo tief bei Facebook vergraben, diese Fotos stehen offen da und sind für jedermann leicht zugänglich."

Mit der angekündigten Einschränkung unterzieht Facebook Waffen derselben Behandlung, wie sie für Alkohol oder Erotikprodukte bereits gelten. Die Maßnahmen sollen auch Motive auf Instagram einbeziehen. Waffeninteressenten, die mit Hilfe entsprechender Schlagworte einschlägige Suchen starten, sollen via Pop-up-Fenster zur Beachtung geltender Gesetze aufgefordert werden.

Ein Gewehr kaufen in 15 Minuten

Neben verschiedenen Organisationen hatte sich auch New Yorks Oberstaatsanwalt Eric Schneiderman maßgeblich für restriktivere Maßnahmen in Sachen Waffenverkäufe engagiert. Der Jurist erklärte, verantwortungsbewussten sozialen Netzwerken sei klar, dass es in niemandes Interesse liege, wenn sich ihre Webseiten in einen Schwarzmarkt für gefährliche und illegale Produkte verwandelten.

Facebook selbst fügte an, es sei Mitgliedern nicht gestattet, Angebote für reglementierte Produkte zu veröffentlichen, "die die Bereitschaft erkennen lassen, das Gesetz zu umgehen oder anderen dabei zu helfen".

Wie notwendig eine genauere Kontrolle der Vorgänge in sozialen Netzwerken ist, zeigte erst in der vergangenen Woche das Online-Magazin "VentureBeat". Es gelang Redakteuren, sich über eine Facebook-Seite mit Waffenhändlern in Verbindung zu setzen und dann innerhalb von nur 15 Minuten via SMS den Kauf eines halbautomatischen Gewehrs und 90 Schuss Munition anzubahnen. Die Vorlage von Ausweisen oder sonstigen Informationen hielt der Verkäufer für unnötig.

meu



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insgesamt 2 Beiträge
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kernspalter 06.03.2014
1. Völlig unverständlicher Artikel
Zitat von sysopREUTERSSoziale Netzwerke dienen Nutzern in den USA zur Anbahnung von Waffenkäufen - oft am Gesetz vorbei. Diesem Missbrauch wollen die Facebook-Verantwortlichen nun einen Riegel vorschieben. Allerdings nur einen kleinen. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/facebook-will-waffenverkaeufe-einschraenken-a-957197.html
In der Überschrift: "Sperre für Minderjährige: Facebook will Waffenverkäufe einschränken". Im Text: "Facebook schränkt die Möglichkeiten ein, sich auf der Plattform über Waffen zu informieren." Die beiden Dinge sind völlig voneinander verschieden. Während man nirgends, auch nicht in den USA als minderjähriger selbständig Waffen kaufen können sollte ist eine Zensur von Informationen darüber meiner Meinung nach völlig absurd. Der Artikel in der LA Times sagt denn auch: "Facebook tightens policies on posts about illegal gun sales", d.h. Facebook verschärft seine Regelungen hinsichtlich Anzeigen zum illegalen Verkauf von Waffen. Weiterhin sollen Anbieter von erlaubnispflichtigen Gütern darauf hingewiesen werden, sich an Gesetze zu halten sowie die erwähnten Betreiber von FB Seiten der Waffenhersteller verpflichtet werden, solche Hinweise in ihre Selbstdarstellung einzufügen. Dazu müsste man dem deutschen Leser erklären, daß in den USA Waffenhandel über Ländergrenzen nur durch lizenzierte Waffenhändler legal ist, um den verschiedenen Regeln unterschiedlicher US-Bundesstaaten Rechnung zu tragen. Ohne diese Information ist der SpOn Artikel ziemlich informationsfrei. Vermutlich schützt man mit dieser Regelung auch eher die Anbieter vor (minderjährigen) Spassbietern, denen am Zielort eh keiner eine Waffe aushändigt, wobei bei unachtsamen Verkäufern die Spesen dann eben dennoch anfallen, d.h. ausser Ärger und Unkosten nichts gewesen.
drmedwurst 07.03.2014
2. optional
Die Überschrift ist unglücklich gewählt: es klingt so als wolle FB Minderjährigen die Nutzung untersagen. Außerdem, wer bitte benutzt bei FB sein echtes Geburtsjahr, wenn man eig. minderjährig ist?
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