Aussage von Facebook-Manager in Brüssel Wohl keine Europäer von Datenskandal betroffen

Wie viele europäische Betroffene gibt es im Facebook-Datenskandal? Ein Konzern-Manager betont bei einer Anhörung in Brüssel erneut, dass die Zahl bei Null liegen könnte. Ganz sicher ist er aber nicht.

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Vom Facebook-Datenskandal um Cambridge Analytica sind wohl keine europäischen Nutzer betroffen. Diese These bekräftige Facebook-Manager Steve Satterfield am Montag bei einer Anhörung im Brüsseler Europaparlament.

"Die besten Informationen, die uns vorliegen, deuten darauf hin, dass keine europäischen Daten weitergegeben worden sind." Dabei stütze er sich auf die Verträge zwischen dem Cambridge-Professor Aleksandr Kogan und der Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica, auf Kogans Aussagen sowie auf die Untersuchungen von Facebook selbst.

Firmenchef Mark Zuckerberg hatte bereits im Mai im Europaparlament Fragen der EU-Parlamentarier beantwortet. Zur aktuellen Anhörung in Brüssel kommt er nicht, sondern entsandte unter anderem Satterfield und Joel Kaplan, Vize-Chef für Öffentlichkeitsarbeit. Auch Vertreter europäischer Datenschutzbehörden kommen, etwa Andrea Jelinek. Sie ist Vorsitzende des EU-Datenschutzausschusses.

Ursprünglich war von 310.000 deutschen Betroffenen die Rede

Bereits im Mai hatte Facebook eine Einschätzung veröffentlicht, die Satterfields Linie folgt. Demnach habe Facebook keine Beweise dafür gefunden, dass Daten europäischer Nutzer an Cambridge Analytica weitergeleitet wurden. Die britische Firma hatte die Daten entgegen der Facebook-Richtlinien von Kogan bekommen, der bei Facebook eine Umfrage durchgeführt hatte.

Ursprünglich hatte Facebook geschätzt, dass bis zu 310.000 Mitglieder in Deutschland und mehrere Millionen in Europa insgesamt betroffen sein könnten. Diese Zahl bezieht sich nach aktueller Interpretation auf das maximal mögliche Ausmaß des Skandals.

Satterfield schränkte die Aussagekraft seiner Einschätzung aber ein: Um ganz sicher sein zu können, müsste Facebook zuerst die Computer von Cambridge Analytica überprüfen. Das ist auch geplant, aber der Konzern wartet derzeit noch auf die Erlaubnis der britischen Datenschutzbeauftragten.

gru/dpa

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