Fake News auf Facebook Obama soll Zuckerberg ins Gewissen geredet haben

Nach der US-Wahl redete Mark Zuckerberg die Rolle seines Netzwerks klein. Später kündigte er doch Maßnahmen gegen Falschmeldungen an. Ein Treffen mit Barack Obama könnte dabei eine Rolle gespielt haben.

Obama und Zuckerberg (bei einer Begegnung im Jahr 2016)
AFP

Obama und Zuckerberg (bei einer Begegnung im Jahr 2016)


Einem Zeitungsbericht zufolge hat der ehemalige US-Präsident Barack Obama Facebook-Chef Mark Zuckerberg Ende 2016 vor russischen Manipulationen in dessen Netzwerk gewarnt. Wie die "Washington Post" am Sonntag berichtete, nahm Obama den jungen Hightech-Milliardär zu diesem Zweck zwei Monate vor dem Amtsantritt Donald Trumps am Rande eines internationalen Treffens in Lima beiseite. Dabei habe er ihm die Gefahr von "Fake News und politischer Desinformation" vor Augen geführt.

Die Unterredung fand demnach statt, kurz nachdem Zuckerberg die Vorstellung als abwegig bezeichnet hatte, die Präsidentschaftswahl in den USA könne durch manipulierte Nachrichten auf seinem Netzwerk beeinflusst werden.

Sollten Facebook und die US-Regierung der Gefahr nicht entgegentreten, werde es bei der kommenden Präsidentschaftswahl noch schlimmer zugehen, warnte Obama der Zeitung zufolge. Zuckerberg habe eingeräumt, dass sogenannte Fake News ein Problem seien, auf Facebook jedoch nicht häufig vorkämen und dass ihnen nur schwer beizukommen sei.

Die Zeitung beruft sich bei ihrem Bericht auf eine anonyme Quelle, die nicht namentlich genannt werden wollte. Mark Zuckerberg hatte am 19. November, also an dem Tag, an dem laut der "Washington Post" das Treffen mit Obama stattgefunden haben soll, neue Maßnahmen gegen Fake News angekündigt.

Vergangenen Donnerstag hatte sich der Facebook-Chef bereit erklärt, dem US-Kongress mutmaßlich russisch finanzierte Werbeanzeigen vorzulegen, mit denen offenbar die Präsidentschaftswahl beeinflusst werden sollte. Er erklärte, niemand dürfe "unsere Werkzeuge" benutzen, um die Demokratie zu untergraben. Der Kreml bestreitet eine Verwicklung in die mutmaßlichen Manipulationen.

Die US-Geheimdienste werfen Russland vor, sich im vergangenen Jahr in den US-Wahlkampf eingemischt zu haben, um dem Republikaner Trump zum Sieg über seine demokratische Rivalin Hillary Clinton zu verhelfen.

mbö/AFP



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