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Schnüffelsoftware: FBI belauscht Verdächtige mit Hacker-Methoden

US-Bundespolizei FBI: Verdächtige mit Phishing-E-Mails ködern Zur Großansicht
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US-Bundespolizei FBI: Verdächtige mit Phishing-E-Mails ködern

Die amerikanische Bundespolizei FBI geht offenbar mit Schadprogrammen auf Verbrecherjagd, spioniert die Computer von Verdächtigen mit Hacker-Methoden aus. Sogar typische Phishing-E-Mails sollen dabei zum Einsatz kommen.

Nicht nur die National Security Agency (NSA) spioniert im Netz mit umstrittenen digitalen Hilfsmitteln, um Straftäter aufzuspüren. Auch die US-Agenten des Federal Bureau of Investigation (FBI) nutzen Spionagesoftware, um Verdächtige zu beobachten. Allerdings greifen die Beamten offenbar nicht auf ein breites Netzwerk wie die NSA zurück,die mit Programmen wie XKeyscore auf Inhalte aus aller Welt zugreifen und Informationen auf Bestellung abrufen können.

Das FBI setzt laut einem Bericht des "Wall Street Journal" vielmehr die gleichen Programme ein, die Hacker für ihre Computer-Angriffe verwenden. Die Zeitung bezieht sich dabei auf Gerichtsdokumente und Gespräche mit Personen, die mit der Sache vertraut seien. Demnach nutzen die Agenten typische Phishing-Methoden. Sie verschicken beispielsweise fingierte E-Mails von denen aus Schadsoftware installiert wird, sobald der Adressat auf einen Link klickt oder einen infizierten Anhang öffnet.

Telefonleitungen anzuzapfen reicht nicht mehr

Die Agenten setzen demnach Trojaner oder andere Schadprogramme ein, die sich auf dem Rechner oder dem -Smartphone des Verdächtigen einnisten. Von dort aus schicken die Programme dann Informationen zurück an das FBI. Laut dem Bericht können die Beamten nicht nur Daten abrufen, sondern auch Mikrofone und Kameras fernsteuern. Diese Mittel setzen auch Kriminelle im Netz ein, wenn sie an Kreditkartennummern oder Passwörter von Computernutzern gelangen wollen.

Der Grund für den Einsatz der Hacker-Methoden sei, dass die Agenten sich abgehängt fühlten. Das FBI versuche "mitzuhalten mit den Verdächtigen, die neue Kommunikationsmittel benutzen wie diverse Online-Chatprogramme und Verschlüsselungs-Tools", heißt es in dem Bericht. Schließlich seien für das FBI die Zeiten vorbei, in denen es genüge, Telefonleitungen anzuzapfen um Gespräche zu belauschen. Das FBI wollte sich gegenüber dem "Wall Street Journal" nicht zu dem Bericht äußern.

jbr

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1. neue Erkenntnis?
noalk 02.08.2013
Welche Methoden soll das FBI denn sonst einsetzen? Stasi-Methoden vielleicht? Jedem Verdächtigen einen Mithörer in den Dachstuhl setzen? Das FBI verwendet übrigens auch Methoden, die von Verbrechern eingesetzt werden: Autofahren, telefonieren, Hinterherlaufen ...
2.
XGandalfXo 02.08.2013
Zitat von noalkWelche Methoden soll das FBI denn sonst einsetzen? Stasi-Methoden vielleicht? Jedem Verdächtigen einen Mithörer in den Dachstuhl setzen? Das FBI verwendet übrigens auch Methoden, die von Verbrechern eingesetzt werden: Autofahren, telefonieren, Hinterherlaufen ...
Wer die Gesetze eines Rechtsstaats verletzt, um diesen Rechtsstaat zu schützen, ist genau so schuldig wie die Menschen, die er verfolgt. Der Zweck heiligt nicht die Mittel. JMHO
3.
behr22 02.08.2013
Zitat von noalkWelche Methoden soll das FBI denn sonst einsetzen? Stasi-Methoden vielleicht? Jedem Verdächtigen einen Mithörer in den Dachstuhl setzen? Das FBI verwendet übrigens auch Methoden, die von Verbrechern eingesetzt werden: Autofahren, telefonieren, Hinterherlaufen ...
Der Zweck rechtfertig nicht die Mittel und in Deutschland wäre so etwas auf jeden Fall rechtlich nicht in Ordnung und ich bezweifle, dass das in den USA völlig einwandfrei in Ordnung ist
4. rechtsstaatlich
noalk 02.08.2013
Zitat von XGandalfXoWer die Gesetze eines Rechtsstaats verletzt, um diesen Rechtsstaat zu schützen, ist genau so schuldig wie die Menschen, die er verfolgt. Der Zweck heiligt nicht die Mittel. JMHO
Das FBI macht nix anderes als die deutsche Polizei auch. Und deren Vorgehen ist rechtsstaatlich gutgeheißen. Wie sicherlich das Vorgehen des FBI auch. Das bedeutet nicht, dass ich das gutheiße.
5. Damit ist die Durchsuchung des PCs nicht mehr Gerichtsfest,
vantast64 02.08.2013
da nun jeder Polizist auch einem Unschuldigen beliebiges "Beweismaterial" unterschieben kann. Der Fortschritt ist nun ein Rückschritt.Aber da die Richter immer ihren beihilfeberechtigten Kollegen glauben, sind wir alle gefährdet.
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