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Verschlüsselte Smartphones: FBI-Direktor fordert Zugriff auf Handydaten

FBI-Schriftzug: Durch eine Hintertür ins Smartphone Zur Großansicht
REUTERS

FBI-Schriftzug: Durch eine Hintertür ins Smartphone

Das FBI fordert Handyhersteller dazu auf, die Verschlüsselung von Smartphone-Daten zu beenden. Privatsphäre dürfe nicht über den Kampf gegen den Terrorismus gestellt werden.

Michael Steinbach, stellvertretender Direktor der Anti-Terror-Abteilung des FBI, macht keinen Hehl aus seiner Einstellung: bei einer Anhörung vor einem US-Sicherheitsausschuss hat er unverblümt klargestellt, dass ihm die Strafverfolgung wichtiger sei als die Privatsphäre der Bürger. Wie die "Washington Post" berichtet, sagte er: "Wir wollen nicht, dass es so weit kommt, dass Privatsphäre als wichtiger eingeschätzt wird als Sicherheit und eine Welt ohne Terrorismus."

Seit mehreren Monaten stemmt sich das FBI gegen die technischen Maßnahmen der Onlinekonzerne, die Smartphones mittlerweile so verschlüsseln, dass auch sie selbst nicht mehr darauf zugreifen können. Im September vergangenen Jahres hatten Apple und Google angekündigt, die Kommunikation ihrer Nutzer mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu sichern - und es den Strafverfolgungsbehörden damit erheblich erschwert, auf die Daten zuzugreifen. Dabei sind die Smartphones besonders interessant für die Ermittler, weil sie häufig etwa den Aufenthaltsort des Besitzers oder die Kommunikation mit seinem Umfeld offenbaren.

Nun fordert Steinbach die Firmen auf, dem FBI bei der Entschlüsselung zu helfen: "Das hier ist also die Herausforderung: Mit diesen Unternehmen zusammenarbeiten, um technische Lösungen einzubauen, die verhindern, dass Verschlüsselung über alles geht." Was die Konzerne davon halten, haben sie bereits vor Wochen in einem Brief an die Regierung Obama klargestellt. Mehr als 100 Tech-Konzerne wie Apple, Google und Microsoft forderten in dem Schreiben, dass die Persönlichkeitsrechte der Bürger geschützt und Regierungsinitiativen verhindert werden sollen, die die Sicherheit von Smartphones und anderen elektronischen Kommunikationsmitteln unterminieren.

Kritiker befürchten, dass mögliche Verschlüsselungshintertüren nicht nur von den Strafverfolgungsbehörden, sondern auch von kriminellen Hackern ausgenutzt werden könnten. Damit wäre das Sicherheitsrisiko wieder vorhanden, das mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Geräte verhindert werden soll. Doch die Behörden pochen immer wieder auf einen Zugang zu den Daten. Der Chef des US-Geheimdienstes NSA fordert mittlerweile schon gar keine Hintertüren mehr. Er will vielmehr durch die Vordertür eintreten und verlangt dafür den Schlüssel von den Online-Unternehmen.

jbr

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insgesamt 102 Beiträge
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1. Das war 's dann wohl
Georg_Alexander 05.06.2015
"Wir wollen nicht dass es soweit kommt, dass Privatsphäre als wichtiger eingeschätzt wird, als Sicherheit und eine Welt ohne Terrorismus." ...mit den Bürgerrechten! Privatsphäre = Terrorismus, oder wie? Wenn man es nur oft genug wiederholt, glauben es die Leute am Ende wirklich. Kopfschüttel - aber versuchen kann man es ja mal. George Orwell war noch viel zu harmlos in seinen Fantasien.
2. Stille Hoffnung
carrion 05.06.2015
Meine stille Hoffnung ist ja, dass der Mangel an Kommentaren zu Meldungen wie dieser darauf beruht, dass die zahlreichen Einsendungen zu viele nicht publizierfähige Kraftausdrücke enthalten.
3.
frietz 05.06.2015
Als erstes gehört dermann gefeuert. Dann sollten sämtliche daten von ihm und seinen Angehörigen und freunden veröffentlicht werden. Mal sehen , ob ihm seine Privatsphäre wichtig ist
4. Erinnert alles
vinzenz 05.06.2015
ein wenig an das antike Sparta.. die waren auch im alten Griechenland nach aussen hin die freieste Polis - weil sich die Spartiaten selbst in ein irrwitziges Korsett aus Gesetzen etc gezwängt hatten.. nach aussen frei - und selbst gefangen im inneren..
5.
evawestermann 05.06.2015
mir lassen die Gedanken nicht los. Politiker schaffen die Voraussetzungen zum Terrorismus, dann schränken die sie die Bürgerrechte ein. Im Name der Freiheit.
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