re:publica-Highlights: Hier noch einmal alles zum Thema Internet

Zerstört das Netz die Welt? Was ist eigentlich dieses Reallife?  Machen uns neue Technologien dumm? Felix Schwenzel hat auf alle Fragen eine Antwort - auch wenn ihm die richtigen Worte fehlen. Seinen kabarettistischen Vortrag von der re:publica gibt es hier in voller Länge.

SPIEGEL ONLINE

Wer sich einen Vortrag von Felix Schwenzel anhört, kann damit rechnen, dass er richtig schlecht wird - und gerade deshalb genial. Bei der re:publica war der Saal deshalb pickepackevoll mit Zuhörern, die einen Vortrag hören wollten mit dem, nun ja, eher unüblichen Titel "Soylent Green, äh, the Internet is People!"

Felix Schwenzel ist Web-Entwickler und Blogger, auch wenn er das selbst längst nicht mehr so nennt, sondern lieber "einfach so ins Internet" schreibt. Genauso hält er diesmal "einfach so" einen Vortrag, der schon skurril beginnt: "Das Internet besteht aus Menschen. Das ist meine These", sagt er und stellt gleich darauf trocken fest, dass das ja eigentlich keine These sei, sondern eine Plattitüde. Macht aber nichts. Immerhin reicht so eine Aussage bei einem Schwenzel-Vortrag für mehrere Folien und sogar für ein vorläufiges Fazit, auch wenn er da lieber "noch ein bisschen dran arbeiten" wolle.

Sein Publikum lacht nicht nur über die flachen Thesen, sondern auch über seine dilettantisch zusammengehauenen Folien - manche von ihnen scheint er selbst zum ersten Mal zu sehen. Ab und an verliert er den Faden oder schiebt eine unprofessionelle Bemerkung ein, wie "jetzt habe ich die Überleitung vergessen" oder "ich hoffe, ich rülpse jetzt nicht". Dabei ist sein Vortrag nicht nur urkomisch, sondern die gelungene Karikatur eines Menschen, der sich öffentlich zu Internetthemen äußert - und es vielleicht besser ließe.

Zwischen der Einstiegs- und Schlussplattitüde liegt eine gute halbe Stunde Vortrag, in dem kaum ein Klischee unbedient bleibt. Schwenzel wirft fast ohne Zusammenhang ein paar abgedroschene Internet-Floskeln in den Raum, von "Kostenloskultur" ist da die Rede, vom "virtuellen öffentlichen Raum", von "Shitstorms" und "Kontrollverlust."

Zum Schluss ist eigentlich alles zum Thema Internet gesagt, findet der Vortragende, und auch das Publikum scheint zufrieden: Fragen werden anschließend jedenfalls keine mehr gestellt.

juh

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