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Filesharing: Frankreich schafft Internetsperren für Raubkopierer ab

Die umstrittene Internetsperre als Strafe für Raubkopierer ist in Frankreich endgültig vom Tisch. Wer illegal etwas für den Privatgebrauch herunterlädt, dem drohen nur noch Geldstrafen. Anders sieht es bei den Anbietern aus.

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Corbis

Filesharing-Illustration: Ab jetzt drohen fürs private Herunterladen nur noch Geldstrafen

Paris - Frankreich mildert die Strafe für illegale Downloads aus dem Netz: Private Nutzer von Raubkopien müssen keine Internetsperren mehr fürchten. Die umstrittene Strafe, die unter der konservativen Regierung von Nicolas Sarkozy eingeführt worden war, wurde am Dienstag per Dekret abgeschafft. Das Gesetz war 2010 in Kraft getreten und ist heftig kritisiert worden. "Wir haben diese Maßnahme stets als Eingriff in die Freiheitsrechte gesehen", kommentierte die sozialistische Kulturministerin Aurélie Filippetti.

Im Juni 2013 hatte es den ersten Nutzer überhaupt erwischt, berichtet das englischsprachige Filesharing-Blog TorrentFreak. Zwei Wochen Internetsperre wurden dem betroffenen Nutzer demnach aufgebürdet, und das, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits feststand, dass Internetsperrungen schon wenig später der Vergangenheit angehören würden.

Künftig sind in Frankreich für das illegale Herunterladen von Filmen, Musik oder Software nur noch Geldstrafen möglich. Sie können allerdings bis zu 1500 Euro betragen, im Wiederholungsfall sogar 3000 Euro.

Für Anbieter von Raubkopien sieht es anders aus: Die Regelung, die ihnen eine Internetsperre von bis zu einem Jahr androht, wurde zunächst nicht aufgehoben. Die kommerzielle Internetpiraterie sei das Hauptziel im Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen, sagte Filippetti.

juh/dpa

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