Fotodienst Die vier größten Street-View-Irrtümer

Über 240.000 Bürger haben sich beschwert: Sie wollen verhindern, dass ihr Wohnhaus im Straßenfotodienst Google Street View zu sehen ist. Allerdings basieren viele Vorbehalte auf falschen Annahmen. SPIEGEL ONLINE klärt die größten Irrtümer auf.

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Street View auf dem Handy: Umstrittener Dienst, viele Missverständnisse
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Street View auf dem Handy: Umstrittener Dienst, viele Missverständnisse


Berlin - Der Aufschrei ist groß: Rund 244.000 deutsche Haushalte haben bisher verlangt, die Abbildung ihrer Häuser aus Googles Straßenatlas Street View zu tilgen. Knapp drei Prozent aller Haushalte sollen das in jenen 20 Städten sein, für die Street View bis Ende des Jahres starten soll.

Die Folgen eines Einspruchs sind gravierend. Wenn auch nur ein Mieter eines Mehrfamilienhauses gegen die Abbildung votiert, wird das ganze Gebäude unscharf angezeigt. Die Aktion kann nicht rückgängig gemacht werden, da Google die Originalbilder verändert.

Hamburgs oberster Datenschützer Johannes Caspar zeigt sich von der Zahl der Widersprüche überrascht: "Ich bin nicht davon ausgegangen, dass es doch so viele sind", sagte er. Wenn man die Quote in den 20 Städten bundesweit hochrechne, "sind wir deutlich im siebenstelligen Bereich von über einer Million." Caspar hatte die Möglichkeit zum Vorab-Einspruch mit Google ausgehandelt.

Die Vorab-Widerspruchsfrist für die 20 größten deutschen Städte endete am vergangenen Freitag. Google hatte das Zeitfenster für Anträge nach Forderungen aus der Politik zuvor von vier auf acht Wochen verlängert. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hatte dem US-Konzern wiederholt vorgeworfen, mit Street View die Privatsphäre zu verletzen.

Widerspruch ist auch weiterhin möglich, auch aus Regionen, für die noch kein Street-View-Starttermin steht. Google verspricht, die Eingaben binnen weniger Tage, "oft auch weniger Stunden" umzusetzen.

Doch warum haben so viele Deutsche ein Problem mit dem Dienst, der in vielen anderen Ländern schon seit längerer Zeit selbstverständlich zum Alltag gehört? Tatsächlich basiert ein großer Teil der Vorbehalte auf Missverständnissen und Irrtümern.

SPIEGEL ONLINE klärt die wichtigsten Street-View-Irrtümer auf.

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medienquadrat, 21.08.2010
1. natürlich ist das ein Rechtsbruch,...
...im Kontext mit anderen multiverfügbaren digitalen Daten wird eine völlig neue Qualität geschaffen, die der Gesetzgeber, als es das World Wide Web noch nicht gegeben hat, überhaupt noch nicht bedacht hatte. Sich dem autistischen Kartographiewahn und den egomanischen Wirtschaftsinteressen eines amerikanischen Multis zu unterwerfen, bedeutet lediglich, den Voyeurismus einiger weniger zu bedienen, die ihre latente Abartigkeit damit befriedigen können, hinter jedem herzustalken. Das digitale Gaffen, als Grundrecht, dass ich nicht lache! Von solchen feigen Monstern bewahrt zu bleiben, das ist ein Grundrecht! Und wenn es dazu noch keine rechtssprechung gibt, dann wird es aber verdammt-noch-mal-an höchste Zeit. Die Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner scheint momentan die einzige zu sein, die das begriffen hat.
A_Friend, 21.08.2010
2.
Zitat von medienquadrat...im Kontext mit anderen multiverfügbaren digitalen Daten wird eine völlig neue Qualität geschaffen, die der Gesetzgeber, als es das World Wide Web noch nicht gegeben hat, überhaupt noch nicht bedacht hatte. Sich dem autistischen Kartographiewahn und den egomanischen Wirtschaftsinteressen eines amerikanischen Multis zu unterwerfen, bedeutet lediglich, den Voyeurismus einiger weniger zu bedienen, die ihre latente Abartigkeit damit befriedigen können, hinter jedem herzustalken. Das digitale Gaffen, als Grundrecht, dass ich nicht lache! Von solchen feigen Monstern bewahrt zu bleiben, das ist ein Grundrecht! Und wenn es dazu noch keine rechtssprechung gibt, dann wird es aber verdammt-noch-mal-an höchste Zeit. Die Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner scheint momentan die einzige zu sein, die das begriffen hat.
Na dann bennenen sie doch mal, welches Recht hier von Google gebrochen wurde! Alternativ können sie gerne auch mal einen Vorschlag machen, wie ein Gesetz aussehen soll, daß zum einen Google in die Schranken weist, zum anderen aber die Rechte "normaler" Fotografen nicht unangemessen einschränkt. Oder sie beantworten lieber folgende Frage: Wenn Google so wie in Japan die Kameras auf Grund von Protesten auf 2,05 m runterschraubt und dafür keine Einsprüche mehr annimmt - wären sie dann zufrieden? All diese Fragen wurden in anderen Freds mehrmals gestellt - aber von SV-Gegnern bisher nicht beantwortet!
medienquadrat, 21.08.2010
3. ...
Zitat von A_FriendNa dann bennenen sie doch mal, welches Recht hier von Google gebrochen wurde! Alternativ können sie gerne auch mal einen Vorschlag machen, wie ein Gesetz aussehen soll, daß zum einen Google in die Schranken weist, zum anderen aber die Rechte "normaler" Fotografen nicht unangemessen einschränkt. Oder sie beantworten lieber folgende Frage: Wenn Google so wie in Japan die Kameras auf Grund von Protesten auf 2,05 m runterschraubt und dafür keine Einsprüche mehr annimmt - wären sie dann zufrieden? All diese Fragen wurden in anderen Freds mehrmals gestellt - aber von SV-Gegnern bisher nicht beantwortet!
weil es nicht die Aufgabe eines Opfers ist, dem Täter Alternativen zu bieten. Wofür lebe ich in einem durchorganisierten und angeblich politisch verwalteten Rechtsstaat, wenn ich mir neben meiner Arbeit auch noch Gedanken machen müsste, was ich einem Taschendieb - nur als Beispiel- denn alternativ anbieten könnte, wenn ich ihm mein Portemonai verweigere?
mondhütchen 21.08.2010
4.
Was Google macht ist nichts weiter als das, was man wohl als "mainstream" bezeichnen kann....es hat schon auch was von einer gehörigen "Gaffermentalität", die den Leuts damit weiter "anerzogen" wird...für die Kinder von heute wird es somit später "völlig normal" sein, alles und jeden in einer gewissen Weise zu beobachten und zu kontrollieren...und die wirklich wichtigen Dinge des Lebens...z.B. "sich um Bedürftige im realen Umfeld zu kümern" wird damit schlicht "aberzogen"... Ein tatsächlicher "Wichtigkeitsgrad" für diese "bildliche Ent-Privatisierung" liegt sicherlich nicht vor..und was die Einspruchsfrist von acht Wochen betrifft, so halte ich diese für nicht rechtens..es kann nicht sein, dass es eine Frist gibt, für das "eigene Recht", das immer gelten muss.... Irgendwie erinnert das Ganze an "Fahrenheit 451" von Ray Bradbury...
A_Friend, 21.08.2010
5.
Zitat von medienquadratweil es nicht die Aufgabe eines Opfers ist, dem Täter Alternativen zu bieten. Wofür lebe ich in einem durchorganisierten und angeblich politisch verwalteten Rechtsstaat, wenn ich mir neben meiner Arbeit auch noch Gedanken machen müsste, was ich einem Taschendieb - nur als Beispiel- denn alternativ anbieten könnte, wenn ich ihm mein Portemonai verweigere?
Zumindest eines haben sie richtig gesagt: Wir leben in einem Rechtsstaat. Das heiß aber auch, das sie ihr Recht auf Privatsphäre nicht plötzlich auf Räume ausdehen können, die öffentlich einsehbar sind. Aber wie ich es mir bereits dachte: Sie wissen weder, welches Recht angeblich verletzt wurde, noch wie man es anders machen könnte. Noch eine Frage an sie: Haben Sie denn zumindest bei den staatlichen Beschneidungen der Privatsphäre der letzten Jahre (VDS, ELENA, BKA-Gesetz, Geldwäschegesetz, Online-Durchsuchung u.s.w.) auch protestiert? Ich wage mal die Vermutung, daß sie damals als braver, obrigkeitshöriger Bürger ganz still waren.
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