Panne in Rechenzentrum Stromausfall bremst Internet aus

Lahme Verbindungen, einige Seiten gar nicht aufrufbar - etliche Nutzer klagen, dass in der Nacht das Internet in Deutschland geruckelt hat. Die Ursache dafür liegt in Frankfurt am Main.


Etliche DSL-Nutzer in Deutschland hatten in der Nacht zu Dienstag Probleme mit dem Internet. Ihre Surf-Geschwindigkeit war stark gedrosselt. Nutzer konnten viele Seiten über Stunden nicht aufrufen. Der Grund war ein Stromausfall in Frankfurt am Main. Er betraf einen der weltweit wichtigsten Umschlagplätze für den Datenverkehr im Internet: den sogenannten De-Cix.

Der Frankfurter Internetknoten De-Cix hat nach Angaben der Betreiber den höchsten Datendurchsatz der Welt. In Spitzenzeiten werden dort täglich über sechs Terabit pro Sekunde durchgeleitet. Datenpakete kommen an - und werden blitzschnell an die richtige Adresse weitergeschickt.

Die Systeme dieses Internetknotens sind laut Betreiber über 21 verschiedene Rechenzentren in ganz Frankfurt verteilt. Eines davon ist ein Rechenzentrum der Firma Interxion. Bei diesem Dienstleister nun kam es zum folgenschweren Stromausfall, der auch den De-Cix in Mitleidenschaft zog.

Bezogen auf den Interxion-Standort sagte ein De-Cix-Sprecher dem SPIEGEL: "Der Stromausfall betraf den dort ansässigen Standort DE-CIX 6, so dass während dieses Ausfalls einige Dienste und Websites, die über diesen Knotenpunkt laufen, nicht erreichbar waren." Alle anderen De-Cix-Standorte im Großraum Frankfurt seien laut Sprecher nicht betroffen gewesen. Am Montagabend um 21 Uhr sei ein erster Ausfall zu verzeichnen gewesen, gefolgt von weiteren Ausfällen am Dienstagmorgen gegen 5 Uhr.

Auch das Sicherheitsnetz hat versagt

Eigentlich, so teilte der Sprecher mit, funktioniere der De-Cix über "eine mehrfach redundante Infrastruktur." Das heißt: Wenn ein System ausfällt, bekommen Internetnutzer das normalerweise noch längst nicht zu spüren - denn es gibt ein Ersatzsystem, das einspringt.

Im aktuellen Fall habe es aber einen "Total-Ausfall der Stromversorgung" im Interxion-Rechenzentrum gegeben. Nicht nur die primäre Stromversorgung übers Netz war weg. Auch die sekundäre, lokale Stromversorgung durch Diesel-Generatoren funktionierte nicht mehr.

Die De-Cix-Betreiber hatten bereits in der Nacht bestätigt, dass es einen Stromausfall gab - und Internetprobleme: "Liebe Kunden, bei Interxion gab es einen massiven Stromausfall, der sich auch auf unseren Betrieb ausgewirkt hat", teilte das Unternehmen via Twitter kurz vor Mitternacht mit. Einige De-Cix-Kommunikationssysteme, etwa E-Mail-Verkehr, seien ebenfalls betroffen.

Noch in der Nacht hatten die Betreiber dann etwas voreilig Entwarnung gegeben, der Stromausfall sei behoben. Kurz darauf twitterte das Unternehmen jedoch, der Strom sei doch wieder weg.

Mittlerweile teilte die Firma gegenüber dem SPIEGEL mit, alle Systeme liefen wieder stabil. Die Ursachen würden nun in Zusammenarbeit mit den De-Cix-Partnern untersucht. "Interxion arbeitet mit Hochdruck daran, die Services wieder in der gewohnten Zuverlässigkeit zur Verfügung zu stellen", so der De-Cix-Sprecher.

Anmerkung: Dieser Text wurde am Vormittag um weitere Details sowie die Stellungnahme der De-Cix-Betreiberfirma ergänzt.

gru/fok

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