Online-Reklame: Französischer Provider blendet Werbung aus

Der französische Provider Free schaltet für seine Nutzer ab jetzt standardmäßig die Anzeige von Online-Werbung aus. Bei der Bevormundung geht es wohl wieder einmal um Geld von Google.

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Free-Logo: Werbeblocker angeschaltet, Ärger eingehandelt

Banner und Werbeclips - einfach ausgeschaltet: Der französische Billig-Provider Free hat damit begonnen, die DSL-Zugangsbox für seine Nutzer mit aktiviertem Werbeblocker auszuliefern. Das berichtet unter anderem die "New York Times". Bei den Betreibern etlicher Websites hat der Eingriff Empörung hervorgerufen. Auch ein Verband, der französische Onlinemedien vertritt, protestierte gegen den Schritt.

Bisher war die Installation solcher Werbeblocker, in der Regel im Browser, eine Entscheidung des Nutzers - der damit zwangsläufig den werbefinanzierten Websites schadet, die er besucht. Free schaltet seinen Nutzern diese Software nun einfach standardmäßig ein, direkt im DSL-Modem. Was genau geblockt wird, ist unklar, Google AdWords sollen aber dazugehören. Websites, die sich durch Werbung finanzieren, entgehen dadurch Einnahmen. Für den Provider haben die Werbeblocker hingegen Vorteile: Es müssen weniger Daten durch das Netzwerk übertragen werden. So können mehr Nutzer versorgt werden.

Offenbar geht es auch hier einmal mehr um Geld von Google: Die "New York Times" zitiert aus einem früheren Interview, in dem der Free-Chef sich darüber beklagt, dass Google und YouTube zu Spitzenzeiten die Bandbreite erschöpfen. Ein Netzausbau wäre nötig, den aber will der Provider nicht alleine zahlen. Gleichzeitig verdient Google Milliarden, das weckt Begehrlichkeiten.

Französischer Minister bittet zum Krisengipfel

Die Provider wollen die Großverdiener in die Pflicht nehmen, um den teuren Netzausbau mitzufinanzieren. Auf dem Gipfel der Uno-Organisation ITU im Dezember in Dubai waren europäische Provider jedoch mit einem Vorstoß gescheitert, die Inhalteanbieter an den Kosten für den Datenverkehr zu beteiligen. Bisher gilt zumindest im kabelgebundenen Internet in der Regel noch das Prinzip, das alle Daten gleichwertig behandelt und ausgetauscht werden, die sogenannte Netzneutralität.

Der Schritt von Free greift zwar nicht direkt in den Datenverkehr ein, der mitgelieferte Werbeblocker lässt sich wohl nachträglich abschalten - unter der Google-Fehde dürften am ehesten kleinere Webangebote leiden, die auf Online-Werbeumsätze angewiesen sind. Am Montag sollte ein Treffen der zuständigen französischen Ministerin Fleur Pellerin mit allen Beteiligten stattfinden.

Eine ähnliche Manipulation von Websites nehmen auch manche Trojaner vor, mit denen Kriminelle die Werbeanzeigen durch eigene austauschen. Und noch jemand will Werbeanzeigen auf Websites ersetzen: Kim Dotcom alias Kim Schmitz plant wohl für seinen Dateitauschdienst Mega ein ähnliches Geschäftsmodell, bei dem ein Teil der angezeigten Werbung im Web durch eigene ausgetauscht werden soll.

ore

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insgesamt 35 Beiträge
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1. Unsinn im Artikel
mhbosch 07.01.2013
Wer schreibt so einen Unsinn? Wenn erst am DSL Modem beim Kunden die Werbung geblockt wird, spart das keine Bandbreite, da die Daten zum Kunden schon ausgeliefert sind.
2. gibt's den Provider auch in Deutschland ?
kezia_BT 07.01.2013
wohl leider nicht! Dabei gäbe es genug Kunden, die die ewige Werbung leid sind!
3. Klasse!
Niamey 07.01.2013
Zitat von sysopAPDer französische Provider Free schaltet für seine Nutzer ab jetzt standardmäßig die Anzeige von Online-Werbung aus. Bei der Bevormundung geht es wohl wieder einmal um Geld von Google. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/free-franzoesischer-provider-schaltet-werbeblocker-ein-a-876107.html
Wo kann ich den Zugang buchen? Ich lese dann auch keinen Spiegel, Stern, Focus oder ähnliches mehr, damit denen kein Schaden entsteht :-)
4. <->
silenced 07.01.2013
Zitat von mhboschWer schreibt so einen Unsinn? Wenn erst am DSL Modem beim Kunden die Werbung geblockt wird, spart das keine Bandbreite, da die Daten zum Kunden schon ausgeliefert sind.
Nicht so ganz richtig. Denn die Daten werden gar nicht erst angefordert. Ob die jetzt vom Router/Modem geblockt werden oder vom Browser, das ist egal. Wenn Sie zum Beispiel schon einmal mit einer auf 5GB im Monat begrenzten UMTS Flat gesurft sind, dann wollen sie NIE WIEDER! ohne Werbeblocker surfen, denn allein durch Werbung gingen mir ca. 3,5GB an Volumen verloren. Ich hatte mich selbst schon 2007 gewundert, warum durch normales surfen die 5GB so schnell alle waren. Werbeblocker rein: WOW, noch mehr als 1GB Rest am Monatsende.
5.
Plasmabruzzler 07.01.2013
Zitat von mhboschWer schreibt so einen Unsinn? Wenn erst am DSL Modem beim Kunden die Werbung geblockt wird, spart das keine Bandbreite, da die Daten zum Kunden schon ausgeliefert sind.
Das ist kein Unsinn: wenn die Werbung auf eine andere Domain zeigt, wird diese erst gar nicht geladen und wird ergo nicht von der Werbeseite bis zum DSL-Anschluss geleitet. So funktionieren auch bspw. diverse "Adblocker" als Erweiterung der Browser bzw. auf Smartphones.
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