Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Freiheit im Netz : Das Internet ist totalitär

Ein Debattenbeitrag von

Das Internet sei allzu frei, ist derzeit öfter zu hören und zu lesen, gerade die Piratenpartei wolle eine digitale Welt ohne Regeln. Tatsächlich ist das Netz ideal geeignet zur Durchsetzung von Gesetzen - wenn man das denn will. Es hat sogar totalitäres Potential.

Zugriff aus dem Netz: Eingriffe in die Architektur mit unausweichlichen Folgen Zur Großansicht
Corbis

Zugriff aus dem Netz: Eingriffe in die Architektur mit unausweichlichen Folgen

Sind Sie mit dem Auto schon mal zu schnell gefahren? Bei Rot über eine Ampel gegangen? Haben Sie schon mal zu viel Wechselgeld zurückbekommen, aber dann doch nichts gesagt? Mal jemanden beleidigt?

Wir haben uns daran gewöhnt, dass die Regeln unserer Gesellschaft - geschriebene wie ungeschriebene - sich gelegentlich ein bisschen dehnen lassen. Aus Sicht von Law-and-Order-Fanatikern ist das ein Missstand. Die meisten Menschen aber halten diesen Spielraum für selbstverständlich. Er gehört, zumindest implizit, sogar zu unserem Freiheitsbegriff.

Wenn es ums Internet geht, ist das anders. Da müsse man endlich einmal etwas tun, um Regeln ordentlich durchzusetzen, ist in diesen Tagen oft zu lesen, spätestens seit den Wahlerfolgen der Piraten. Sonst drohe "Barbarei", so beispielsweise der Kollege Dirk Kurbjuweit im aktuellen SPIEGEL.

Tatsächlich ist das Internet für die Freunde der Regel eigentlich ein großes Versprechen. Weil Softwarecode Gesetz ist, wie der Harvard-Jurist Lawrence Lessig es schon 1999 in seinem Buch "Code and Other Laws of Cyberspace" formuliert hat. Im Internet, so formuliert es Lessigs Kollege Jonathan Zittrain, ist absolute Rechtsdurchsetzung möglich. Das - nicht die vermeintliche Rechtlosigkeit - unterscheidet die digitale Welt von der realen.

Drei Beispiele, wie sich digitale Regelsetzung schon heute im Leben vieler Internetnutzer bemerkbar macht:

  • Wenn Facebook, das mit derzeit gut 800 Millionen Mitgliedern größte soziale Netzwerk der Welt, mal wieder eine Renovierung oder eine Regeländerung verkündet, etwa eine erneute Lockerung der Datenschutz-Voreinstellungen oder die Einführung einer neuen Profilansicht, dann ist das nicht optional. Wer Facebook nutzt, muss mitmachen, ob er will oder nicht. Weil das von den Nutzern oft als ungerecht empfunden wird, löst jede Regeländerung wütende, aber in der Regel vergebliche Proteste aus.
  • Sowohl Apple als auch Google haben in ihre Handy-Betriebssysteme sogenannte Kill Switches eingebaut. Mit ihnen lassen sich beliebige auf Android-Handys oder iPhones installierte Anwendungen aus der Ferne löschen. Google etwa hat im März 2011 Dutzende Apps von den Android-Handys Zehntausender Nutzer entfernt, weil sie sich als datenräuberische Malware erwiesen hatten.

In all diesen Fällen hatten die Nutzer keine Wahl, ob sie sich dem Diktat der Plattformanbieter unterwerfen wollten oder nicht. All diese Fälle betreffen jedoch eben nur einzelne Plattformen, nicht das Internet als Ganzes. Eingriffe in die Architektur des Netzes selbst aber hätten ähnlich gravierende, unausweichliche Veränderungen zur Folge.

Diese Tatsache ist der Grund für die Schärfe der derzeitigen Auseinandersetzungen über die Zukunft des Netzes. Auf der einen Seite stehen Menschen, die darauf pochen, dass zivilisierte Umgangsformen, Copyright und andere Regeln auch im Netz gelten und rigoros durchgesetzt werden müssen. Auf der anderen Seite stehen Menschen, die jeden Eingriff in die Architektur der digitalen Welt für potentiell gefährlich weil enorm weitreichend halten.

Natürlich lässt sich Tauschbörsennutzung unterbinden

Ein Beispiel: Selbstverständlich wäre es möglich, die Nutzung von dezentralen Tauschbörsensystemen wie BitTorrent zu unterbinden. Man müsste dazu - beispielsweise - eine Technik namens Deep Packet Inspection nutzen. Gewissermaßen Durchleuchtungsapparate für alle Internet-Datenpäckchen bei allen Providern aufstellen. Wenn der Datendurchleuchter ein Päckchen fände, das nach BitTorrent aussieht, könnte man die Weiterleitung verhindern. Das ist nur eine von mehreren Methoden, um solchen Netzwerkverkehr gezielt zu stoppen. Parallel ließe sich ein System einrichten, das an die ertappten Nutzer automatisiert Warnbotschaften verschickt. Oder gleich Strafbefehle.

Tatsächlich basieren die meisten der Hunderttausenden kostenpflichtigen Unterlassungserklärungen, die hierzulande jährlich in Fällen tatsächlicher oder vermeintlicher Urheberrechtsverletzungen im Netz verschickt werden, auf der automatisierten Abfrage von IP-Adressen per Software. Deutsche Gerichte akzeptieren die Zahlentabellen, die solche Programme auswerfen, als Beweismaterial. Die Branchenverbände der Unterhaltungsindustrie würden den Prozess gerne noch weiter automatisieren, die Internetprovider zu Hilfssheriffs bei der Durchsetzung ihrer Urheberrechte machen. Die Angst vor einem solchen System ist eine Triebfeder der Proteste gegen den Copyright-Pakt Acta.

Totalitäres Potential

Automatisierte Regeldurchsetzung lässt sich digital fast beliebig weitertreiben. Die Folge wäre stets die gleiche: Bestimmte Regeln, in denen festgelegt ist, was online erlaubt ist und was nicht, ließen sich nicht mehr umgehen, oder allenfalls unter größten Mühen und mit technischem Know-how. Man könnte automatisiert Nutzer ermahnen lassen, die nach deutschem Jugendschutzrecht nicht ausreichend abgesicherte Porno-Websites aufrufen oder online Beleidigungen absondern. Man könnte, mit etwas mehr Aufwand, automatisiert Listen von Internetnutzern erstellen lassen, die in Foren oder sozialen Netzwerken beispielsweise Sympathie für den norwegischen Massenmörder Anders Breivik bekunden. Um anschließend deren Surfverhalten vorsorglich auf Hinweise für geplante Straftaten hin zu überwachen.

Beim Bundesverfassungsgericht weiß man um das totalitäre Potential des Netzes. Im Urteil zur Vorratsdatenspeicherung verfügten die Karlsruher Richter, dass bei einer neu zu schaffenden Regelung der Zugriff auf die gespeicherten Verbindungsdaten nur bei "schwerwiegenden Straftaten" zulässig ist. "Dass die Freiheitswahrnehmung der Bürger nicht total erfasst und registriert werden darf, gehört zur verfassungsrechtlichen Identität der Bundesrepublik Deutschland", heißt es in der Urteilsbegründung.

Wenn derzeit also über die vermeintlich allzu große Freiheit im Internet diskutiert wird, darf man eines nicht aus den Augen verlieren: Es gibt eben doch einen zentralen Unterschied zwischen der realen Welt und der digitalen. Im Netz ist absolute Rechtsdurchsetzung möglich. Aber ist sie wünschenswert?

In der realen Welt müsste man, um Ähnliches zu erreichen, nicht nur alle Straßen und öffentlichen Plätze, sondern auch alle Privatwohnungen permanent videoüberwachen und die gesammelten Daten von automatisierten Systemen zur Gesichts- und Verhaltenserkennung auswerten lassen. Autos müssten mit GPS-Trackern ausgestattet werden, die Standort, Richtung und Geschwindigkeit jedes Fahrzeugs ständig protokollieren. Bei jeder festgestellten Straftat oder Ordnungswidrigkeit könnte dann automatisiert ein Strafzettel oder gleich ein Haftbefehl ausgestellt werden, den nur noch ein Richter unterschreiben müsste. In so einer Welt würde wohl kaum noch jemand bei Rot über die Ampel gehen, Geschwindigkeitsbeschränkungen würden höchstwahrscheinlich endlich eingehalten.

Die Frage ist, ob wir in einer solchen Welt leben wollen.

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 55 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Nicht ganz so einfach
Infonautiker 18.04.2012
Deep Packet Inspection zu verwenden um das Internet zu zensieren, würde nur dazu führen dass nahezu komplett auf kryptografische Protokolle ausgewichen würde. Und nein, bei denen ist DPI unmöglich. Nun könnte man dann natürlich auch versuchen verschlüsselte Kommunikation zu verbieten. Das Problem ist, dass es nicht unbedingt möglich ist zu erkennen ob Kryptografie genutzt wird. Im Extremfall kann man sogar Datenpakete tarnen. Da all dies bekannt ist, und auch tatsächlich zum Einsatz käme wenn das Netz totalitär würde, kann man sagen dass das ganze nicht ganz so einfach wäre wie das hier dargestellt wird - zum Glück. Anders ist das natürlich wenn man freiwilllig sowas wie Facebook nutzt. Aber wenn so eine Plattform zu stark eingeschränkt wird, sucht man sich halt eine andere, dann ggf. dezentrale - Willkommen zurück im Usenet.
2. Gefährliches Halbwissen.
mindphuk 18.04.2012
Zitat von sysopCorbisDas Internet sei allzu frei, ist derzeit öfter zu hören und zu lesen, gerade die Piratenpartei wolle eine digitale Welt ohne Regeln. Tatsächlich ist das Netz ideal geeignet zur Durchsetzung von Gesetzen - wenn man das denn will. Es hat sogar totalitäres Potential. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,828270,00.html
Also ist DPI schon bis zu den Spiegelautoren durchgedrungen, die Möglichkeiten der Verschlüsselungen und Steganographie allerdings noch nicht. Es gibt einen Grund, warum beides in China für den normalen Bürger verboten ist - und trotzdem genuntzt wird. Zum Beispiel kann man sich in China verbotene Internetseiten als JPG per Email zusenden lassen, kein Computer kann schnell und zuverlässig genug tausende JPGs mit Texterkennung scannen, einzig ein Hashing wäre hier eine Kontrollmöglichkeit, was aber auch erstens umständlich ist, denn man müsste erst einmal eine Datenbank von "kriminellen" Hashes haben und zweitens ändert sich durch leichte kaum sichtbare Bildmanipulation (zB Rauschen oder Farbeffekte) der Hash vollkommen. Es gibt kein 100% sicheres System, alles läst sich umgehen und das gilt für den Gesetzgeber genauso wie für den Kriminellen. Gerade darum fordern CCC und Piratenpartei und ähnliche ja eine Änderung dessen, was als kriminell gilt und was welche Kontrolle rechtfertigt. Schließlich ist die einzige Möglichkeit das Internet wirklich zu kontrollieren, das Internet komplett abzuschaffen...
3.
unrolledloop 18.04.2012
Wer sich mit den Gesetzen unseres Rechtsstaats abfindet und ohne zu Murren darin lebt, muesste auch mit allen Konsequenzen des letzten Abschnittes keine Probleme haben. Wenn doch, sollte er sich dafuer einsetzen "Spielraum"-Kriterien in die Gesetzebuecher zu bringen. Dass unsere Justiz derartig unformal daher kommt, sollte als Mangel und nicht als "Freiheit" eingestuft werden. Wer sagt denn, dass die Unexaktheit der Gesetzesausuebung im Alltag nur zum Vorteil des Einzelnen eingesetzt werden kann, und nicht auch dessen Freiheit berauben koennte? Wer mit der rigorosen Einhaltung der Gesetze eines Landes nicht einverstanden ist, soll sich entweder ueber die im gegebenen Wege der Demokratie fuer Veraenderung einsetzen oder auswandern. Selbiges Argument gilt auch fuer das Internet: wer zwingt einen denn dazu Facebook, Android und Co. zu benutzen? Richtig, niemand. Solange ich laut AGB des Dienstes, zu denen ich mich mit Beginn der (zumeist kostenlosen!) Nutzung einverstanden erklaere, kann ich nicht erwarten nicht formulierte Rechte zu haben oder etwa Moeglichkeiten zu besitzen diese zu erhalten. Die Freiheit besteht hier doch in der Wahl: wenn einem ein Dienst nicht vollends zusagt: nicht nutzen, einen anderen Nutzen, oder selbst gestalten.
4.
mcmercy 18.04.2012
Zitat von InfonautikerDeep Packet Inspection zu verwenden um das Internet zu zensieren, würde nur dazu führen dass nahezu komplett auf kryptografische Protokolle ausgewichen würde. Und nein, bei denen ist DPI unmöglich. Nun könnte man dann natürlich auch versuchen verschlüsselte Kommunikation zu verbieten. Das Problem ist, dass es nicht unbedingt möglich ist zu erkennen ob Kryptografie genutzt wird. Im Extremfall kann man sogar Datenpakete tarnen. Da all dies bekannt ist, und auch tatsächlich zum Einsatz käme wenn das Netz totalitär würde, kann man sagen dass das ganze nicht ganz so einfach wäre wie das hier dargestellt wird - zum Glück. Anders ist das natürlich wenn man freiwilllig sowas wie Facebook nutzt. Aber wenn so eine Plattform zu stark eingeschränkt wird, sucht man sich halt eine andere, dann ggf. dezentrale - Willkommen zurück im Usenet.
Was ja im Falle von Filesharing völlig wurscht wäre, jeder der Files via BitTorrent oder ähnlichem ins Netz stellt gibt diese ja frei. Die Rechteinhaber müssen ja nur so tun als wären sie auch ein Client und jede Datei abrufen, genauso wird ja derzeit von der MI vorgegangen. Da braucht man gar keine Deep Packet Inspektion. Findet man in den abgerufenen Dateien geschütztes Material wird automatisch beim Provider der Name zur IP abgefragt. Was soll man da verschlüsseln. Das Problem hier ist ja, dass der Provider gar nicht prüft, ob es sich tatsächlich um geschütztes Material handelt, ihm reicht das Wort der MI um die Daten rauszurücken, so kann man natürlich auch problemlos Nutzer aufspüren die unliebsame Meinungen verbreiten. Verschlüsselung bringt bei Informationen die jeder lesen soll ja nichts. Kommt die Vorratsdatenspeicherung liest man einfach alles mit und kann Monate später noch den Namen zur passenden IP ermitteln. Verschlüsselung hilft allenfals bei 1 zu 1 Kommunikation und da ist der Aufwand recht hoch, so dass das nur für wirkliche Verbrecher praktikabel ist, der Normalbürger verschlüsselt keine Emails.
5.
PiratParzival 18.04.2012
Eine Antwort auf den Spiegel-Essay „Die Freiheit der Wölfe. Wird das Internet zu einer Schule der neuen Barbarei? und zu „Aufstand der Autoren“ von Sven Becker, Jan Fleischhauer, René Pfister beide nnacheinander in Der Spiegel 16/16.04.2012. Freiheit wie sie die Piraten meinen ist keine totale Freiheit, wie das immer wieder gerne unterstellt wird in Sätze wie „Die totale Freiheit im Internet begünstigt die Exzesse der Gewalt und einer krankhaften Sexualität“ Ersten fordern die Piraten nicht die totale Freiheit im Internet. Zweitens ist nirgends belegt das Internet Exzesse der Gewalt und einer krankhaften Sexualität begünstigt. Sie wird dort nur genauso von einer Minderheit ausgelebt wie auch im realen Leben. Aber dadurch nicht begünstigt. Das einige wenige die Freiheit des Internets ausnutzen rechtfertigt nicht die Unfreiheit der übergroßen Mehrheit der Online-Nutzer. Dann sollte man vielleicht im realen Leben lieber weltweit die katholische Kirche kontrollieren, die ja leider hier wirklich nachgewiesen vieltausendfach das Leben von jungen in ihr anvertrauten Menschen durch Gewalt und sexuellen Missbrauch zerstört hat. Totale Freiheit ist die Freiheit der Wölfe. Und „die Freiheit der Wölfe ist der Tod der Lämmer“ wie Dirk Kurbjuweit zitiert. Ersetzt man Wölfe durch Großbanken, Großkonzerne, Super-Geld-Reiche, Monopolisten, große Verwertungskonzerne und durch intransparente Staatsapparate in deren Händen, dann sind Piraten für eine Einschränkung dieser Freiheiten in dem die Piraten für Transparenz und Basisdemokratie streiten. Piraten sind für einen gläsernen Staat! Aber gegen gläserne Lämmer sprich den gläsernen Bürger. Piraten sind für die größtmögliche Freiheit der Lämmer und dadurch für eine Beschränkung der Freiheit der Wölfe, so das sie der Gemeinschaft nicht schaden können. Ja die Piratenpartei will die Freiheit für den normalen Bürgers (die Lämmer) zur Anonymität im Internet, die Freiheit von Kontrolle, Verbot und Zensur wie sie zum Beispiel durch Hartz-IV-Gesetzen bedroht werden. All dieses dient zum Schutz der Lämmer und deren Privatsphäre, dem Schutz vor politischer Verfolgung, vor einem möglichen Überwachungsstaat und dem gläsernen Bürger, vor den Nachforschungen durch die Personaler der Unternehmen bei Bewerbungen... Keine totale Freiheit sondern eine sehr eingeschränkte Freiheit wollen die Piraten für öffentliche, staatliche und politische Institutionen. www.pirat-parzival.de
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Buchtipp



Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: