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Staatstrojaner: Gamma-Hacker dokumentiert seinen Datendiebstahl

Auszug aus Werbung für FinFisher: Skype-Gespräche abhören mit dem Staatstrojaner Zur Großansicht

Auszug aus Werbung für FinFisher: Skype-Gespräche abhören mit dem Staatstrojaner

Der Gamma-Hacker legt nach: Erst hat der Unbekannte 40 Gigabyte Daten der Firmengruppe veröffentlicht, in denen sich Hinweise auf einen Einsatz der Spähsoftware in Bahrain finden. Nun erklärt er seinen Hack im Detail.

Der Unbekannte, der offenbar 40 Gigabyte Dateien von einem Server der Gamma-Firmengruppe kopieren konnte, hat eine detaillierte Anleitung veröffentlicht. Darin erklärt der Hacker, wie er vorgegangen ist und welche Schritte er unternommen hat, um nicht erwischt zu werden. Die Anleitung zur Straftat veröffentlicht der Unbekannte nach eigenen Angaben, um zu zeigen, dass der Einbruch bei Gamma nicht besonders schwierig gewesen sei.

Der Hacker hatte auf der Seite des Kunden-Supports ein Script gefunden, das anfällig für eine manipulierte Datenbankabfrage war, eine sogenannte SQL-Injection. Er wolle das Hacken "demystifizieren", schreibt er, und dass nicht das Verkaufen von Hackingtools die Gamma-Firmengruppe böse mache, sondern die Auswahl der Kunden und wem diese mit der Software nachstellten.

Offenbar fühlt sich der Unbekannte sehr sicher, nicht erwischt zu werden. Ihn dürfte sonst eine erhebliche Strafe erwarten. Dafür sieht er sich moralisch im Recht, weil Gamma seine Software wissentlich an das autoritäre Bahrain geliefert haben soll. Die Organisation Reporter ohne Grenzen hatte Gamma im vergangenen Jahr zum "Feind des Internets" erkoren und eine Beschwerde bei der OECD gegen den Spähsoftware-Hersteller eingereicht.

Die erbeuteten Daten hatte der Unbekannte als Torrent-Datei ins Netz gestellt, seinen Hack auf Reddit veröffentlicht und einen Twitter-Account eingerichtet. Nun befassen sich Aktivisten und Sicherheitsexperten mit den Daten. Viele davon sind allerdings verschlüsselt, zum Teil mit PGP.

FinSpy-PC+Mobile-2012-07-12-Final.zip

Einige der Empfänger lassen sich ermitteln, weil deren öffentliche Schlüssel im Internet verfügbar sind. Darunter sind ein niederländischer Ermittler und jemand von der deutschen Firma Vervis, einem Dienstleister aus Rosenheim. Andere Schlüssel lassen sich Gamma zuordnen. Die Mehrzahl findet sich aber nicht in öffentlichen Verzeichnissen, wie der IT-Sicherheitsforscher Frederic Jacobs analysiert hat.

Die mit Abstand größte Datei in den entwendeten Daten, mehr als 30 Gigabyte groß, trägt den Namen "FinSpy-PC+Mobile-2012-07-12-Final.zip" und ist verschlüsselt. Dabei könnte es sich um die komplette Überwachungssoftware handeln, der Dateiname könnte auf eine Version aus dem Jahr 2012 hinweisen.

Unverschlüsselt finden sich in den Daten hingegen Dateien, die offenbar von Kunden an den Kundendienst eingeschickt worden waren. Die Nachrichten dazu liegen ebenfalls im Klartext vor - bis auf den Namen und die E-Mail-Adresse des Absenders. In einer dieser Dateien sind Zielcomputer in Bahrain verzeichnet - die laut "Bahrain Watch" zu Oppositionellen gehören.

Auf Anfragen von SPIEGEL ONLINE hat Gamma bisher nicht reagiert.

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Interne Gamma-Unterlagen: Trojaner und andere Überwachungstechnik

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1. Zweierlei Mass
Martin Nuernberger 11.08.2014
nessus, snort was auch immer boese, illegal und auf jeden Fall strafrechtlich relevant (Hackertool-Paragraf). Baut aber ein Unternehmen Software die von Computersabotage bis zur Ausspaehung von Daten fast jeden Straftatsbestand erfuellt ist das legal und wird wahrscheinlich noch gefoerdert von Bayern oder dem Bund. Wenn das in Unrechtsstaten gelangt (wobei die Unterscheidung zunehmend schwerer faellt) ist das Pech und derjenige der so etwas aufdeckt muss verfolgt werden.
2. Wir erfahren hier etwas über Bahrain...
karlhansbauer 11.08.2014
aber wer sagt denn, dass wir in Deutschland nicht auch ausgespäht werden. Wer ist den Vervis, ein Dienstleister in Rosenheim. Können wir hier vom Spiegel etwas mehr erfahren?
3.
bloub 11.08.2014
Zitat von Martin Nuernbergernessus, snort was auch immer boese, illegal und auf jeden Fall strafrechtlich relevant (Hackertool-Paragraf). Baut aber ein Unternehmen Software die von Computersabotage bis zur Ausspaehung von Daten fast jeden Straftatsbestand erfuellt ist das legal und wird wahrscheinlich noch gefoerdert von Bayern oder dem Bund. Wenn das in Unrechtsstaten gelangt (wobei die Unterscheidung zunehmend schwerer faellt) ist das Pech und derjenige der so etwas aufdeckt muss verfolgt werden.
der hackerparagraf ist eindeutig, auch die herstellung von hackerwerkzeugen ist demnach illegal. offenbar geniesst die firma schutz von seiten des staates, obwohl sie eindeutig gegen das gesetz verstösst. wieder ein beweis mehr für die bananenrepublik deutschland.
4. So geht Held!
rechnernetzstecker 11.08.2014
Hacker hackt Hacker. Ohne Verletzung von geltendem Recht gibt es offenbar kein Heldentum. Streng nach Paragraphen hätte Sophie Scholl Volksverhetzung und Wehrkraftzersetzung betrieben, Graf Stauffenberg hätte sich des vierfachen Mordes und des neunfachen Mordversuchs, kurz eines Terroranschlags, schuldig gemacht. Assange, Snowden und der Gamma-Hacker hätten mit einem Kommentar, oder auch tausend, im Forum von Spiegel-Online, oder selbst mit Anfragen bei den zuständigen Ministerien, nie etwas erfahren, öffentliche Aufmerksamkeit erzielt, oder gar etwas bewirkt.
5. Dutschland hat nunmla ene Affinität zum deutsh definierten
criticalsitizen 11.08.2014
und eshalb kommt E-KOmmez und Betrug und splche Software gern aus dem Land. Und daz Breutbandsubvention, Ekommerznetz für Alle, Bildung für wenige und limiiert.
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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