Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Spionagesoftware-Firma Gamma: Hacker veröffentlicht 40-Gigabyte-Datensatz

Das Unternehmen Gamma International verkauft Hacker-Werkzeuge an Regierungen in aller Welt. Nun ist die Firma angeblich selbst zum Opfer eines Hackers geworden - der in großem Stil Unternehmensdaten veröffentlicht.

Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" führt Gamma International auf ihrer Liste mit "Feinden des Internets". Die Firma gehöre zu einer Gruppe von "Söldnern des digitalen Zeitalters" und verkaufe Produkte, die "geeignet sind, von Regierungen benutzt zu werden, um Menschenrechte und Informationsfreiheit zu verletzen". Gamma stellt beispielsweise Produkte her, mit denen man fremde Computer oder Smartphones überwachen kann. Auch das Bundeskriminalamt hat nach eigenen Angaben bereits Gamma-Software getestet.

Nun ist der Hersteller von Hackerwerkzeugen womöglich selbst Opfer eines Hackers geworden. Im Unterforum "Anarchismus" der Social-News-Community Reddit postete ein Nutzer bereits vor zwei Tagen einen Beitrag, in dem er behauptet: "Ich habe mich in Gammas Netzwerke hineingehackt und mit 40 Gigabyte Daten aus dem Staub gemacht." Zu dem großen Datensatz stellte er eine Torrent-Datei zur Verfügung, die den Download über eine Peer-to-Peer-Software ermöglicht. Nutzer aus aller Welt waren am Mittwochabend dabei, sich die große Datei herunterzuladen.

Außerdem werden über einen Twitter-Account, den der Unbekannte mit dem Künstlernamen PhineasFisher benannte, immer wieder einzelne Dateien aus dem Fundus zum Download angeboten. FinFisher ist der Name eines Gamma-Überwachungsprodukts.

Der deutsche Blog Netzpolitik.org hat bereits einige der Dateien ausgewertet. Es handelt sich um eine wilde Mischung aus PDF-Dateien, Werbevideos, Prospekten und Begleitnotizen zu bestimmten Softwareprodukten. Viele der dort präsentierten Dateien scheinen Unterlagen aus dem Bereich Kundenwerbung und Kundenbetreuung zu sein.

Gamma ist in der Vergangenheit unter anderem vorgeworfen worden, in Bahrain sei die Software des Unternehmens zum Ausspionieren von Dissidenten benutzt worden. Der mutmaßliche Hacker, der sich selbst PhineasFisher nennt, behauptet: "Ich habe harte Beweise, dass sie wussten, dass sie an Leute verkauft haben, die ihre Software benutzt haben, um bahrainische Aktivisten zu attackieren, und das auch immer noch tun."

Gamma International hat sich zu den Vorkommnissen bislang nicht geäußert. Eine Antwort auf eine Anfrage von SPIEGEL ONLINE steht noch aus.

cis

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Na endlich mal …*
scandummy 06.08.2014
… einer, der auch mal mehr Details verbreitet. Es reicht nicht immer nur zu lesen, das die Geheimdienste dieses und jenes können, es muss auch mal jemand sagen, wie genau so etwas abläuft, welche Mittel und Wege gegangen werden um jemand auszuspionieren. Welche Systeme sind auf welche Art und Weise betroffen und wie kann man sich "eventuell" dagegen schützen, bzw. woran merkt man, das da etwas nicht stimmt. Resignation und Tatenlosigkeit wird nichts verändern. Also liebe Häcker, zeigt mal was ihr wirklich könnt und tut mal was für uns Nutzer!
2. Jawoll
partey 06.08.2014
Da lacht mir dit Herz ! :-D
3. Wen wundert es?!
trollfce 07.08.2014
Anonym ist out! Versuch doch mal über den Thor browser bei google, Web.de und Konsorten ne Emailadresse zu erstellen/registrieren ... Mit glück nach dem 100sten versuch ... Ip sperre ... Damit diese Software auch gut funktioniert.
4. OT: Anonym
titeroy 07.08.2014
Zitat von trollfceAnonym ist out! Versuch doch mal über den Thor browser bei google, Web.de und Konsorten ne Emailadresse zu erstellen/registrieren ... Mit glück nach dem 100sten versuch ... Ip sperre ... Damit diese Software auch gut funktioniert.
Dann macht man das halt aus irgendeiner WiFi-Zone um die Ecke...
5.
Frank Zi. 07.08.2014
Zitat von trollfceAnonym ist out! Versuch doch mal über den Thor browser bei google, Web.de und Konsorten ne Emailadresse zu erstellen/registrieren ... Mit glück nach dem 100sten versuch ... Ip sperre ... Damit diese Software auch gut funktioniert.
TOR Browser nutzen und dann google, web.de nutzen. LOL
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Netzwelt auf Twitter

Über diesen Account erreichen Sie das Ressort und verpassen keinen Artikel.



Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: