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21. September 2014, 19:19 Uhr

Britischer Geheimdienst GCHQ

Staatsanwaltschaft ermittelt nach mutmaßlichem Cyberangriff auf deutsche Firma

Der britische Geheimdienst GCHQ soll das Rechnernetz der deutschen Firma Stellar gehackt haben, das zeigen Snowden-Dokumente. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet. Sie reagiert damit auf einen SPIEGEL-Bericht.

Die Staatsanwaltschaft Köln hat nach Informationen des SPIEGEL wegen des mutmaßlichen Cyberangriffs auf das Unternehmen Stellar in Hürth bei Köln ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es gehe um den Verdacht des "Ausspähens von Daten", heißt es. Stellar versorgt entlegene Regionen auf der Welt via Satellit mit Internetzugängen. Typische Kunden von Unternehmen wie Stellar sind Ölbohrplattformen, Diamantenminen oder die Außenstellen internationaler Unternehmen an Orten mit sonst schlechter Internetanbindung.

Anlass der Ermittlungen ist ein SPIEGEL-Bericht von vergangener Woche, dem zufolge die NSA und der britische Geheimdienst GCHQ "Zugangspunkte" in den Netzwerken des Teleport-Betreibers sowie in denen vier weiterer deutscher Unternehmen besitzen, darunter die Telekom und Netcologne (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im SPIEGEL). Der Name des Unternehmens und die Namen und E-Mail-Adressen von 16 Angestellten tauchten in einem GCHQ-Dokument auf, das der SPIEGEL dank Edward Snowden einsehen konnte.

Man habe nach der Berichterstattung von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt eingeleitet, bestätigt Daniel Vollmert von der Wirtschaftskammer bei der Staatsanwaltschaft Köln. Diese ermittelt derzeit aber nur im Fall der Hürther Firma, Telekom und Netcologne hätten bei der Prüfung ihrer Systeme nach eigenen Angaben keine Auffälligkeiten entdeckt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und der Verfassungsschutz nahmen Kontakt zu den betroffenen Unternehmen auf und boten Unterstützung bei der Suche nach Spionagewerkzeugen an.

irb

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