Britischer Geheimdienst GCHQ Staatsanwaltschaft ermittelt nach mutmaßlichem Cyberangriff auf deutsche Firma

Der britische Geheimdienst GCHQ soll das Rechnernetz der deutschen Firma Stellar gehackt haben, das zeigen Snowden-Dokumente. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet. Sie reagiert damit auf einen SPIEGEL-Bericht.

Satellitenantennen der Firma Stellar: Von britischem Geheimdienst gehackt
DPA

Satellitenantennen der Firma Stellar: Von britischem Geheimdienst gehackt


Die Staatsanwaltschaft Köln hat nach Informationen des SPIEGEL wegen des mutmaßlichen Cyberangriffs auf das Unternehmen Stellar in Hürth bei Köln ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es gehe um den Verdacht des "Ausspähens von Daten", heißt es. Stellar versorgt entlegene Regionen auf der Welt via Satellit mit Internetzugängen. Typische Kunden von Unternehmen wie Stellar sind Ölbohrplattformen, Diamantenminen oder die Außenstellen internationaler Unternehmen an Orten mit sonst schlechter Internetanbindung.

Anlass der Ermittlungen ist ein SPIEGEL-Bericht von vergangener Woche, dem zufolge die NSA und der britische Geheimdienst GCHQ "Zugangspunkte" in den Netzwerken des Teleport-Betreibers sowie in denen vier weiterer deutscher Unternehmen besitzen, darunter die Telekom und Netcologne (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im SPIEGEL). Der Name des Unternehmens und die Namen und E-Mail-Adressen von 16 Angestellten tauchten in einem GCHQ-Dokument auf, das der SPIEGEL dank Edward Snowden einsehen konnte.

Man habe nach der Berichterstattung von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt eingeleitet, bestätigt Daniel Vollmert von der Wirtschaftskammer bei der Staatsanwaltschaft Köln. Diese ermittelt derzeit aber nur im Fall der Hürther Firma, Telekom und Netcologne hätten bei der Prüfung ihrer Systeme nach eigenen Angaben keine Auffälligkeiten entdeckt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und der Verfassungsschutz nahmen Kontakt zu den betroffenen Unternehmen auf und boten Unterstützung bei der Suche nach Spionagewerkzeugen an.

irb

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insgesamt 28 Beiträge
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Bobby Shaftoe 21.09.2014
1.
ich dachte, bei englischen indizien ermittelt die deutsche staatsanwaltschaft nicht mehr?
thkarlau 21.09.2014
2. Wenn das
genauso behandelt wird wie beim NSA- Skandal, dann kommt nichts dabei heraus. Man muß sich schützen und offensiv gegen derartige Praktiken vorgehen, notfalls auch britisches Eigentum einziehen. Aber wie ich unsere Regierung einschätze wird sie den Fall für beendet erklären und das wars. Schönen Gruß von Herrn Pofalla.
robert.c.jesse 21.09.2014
3. Es ist nicht
Da "schlafen" die Terroristen in Unternehmen die nur zufällig etwas herstellen, was auch "Andere" interessieren könnte. Der Geheimdienst ist dazu verpflichtet uns Bürger zu schützen und muss da eben in Kauf nehmen, dass man ihm nicht "immer" glaubt und verdächtigt wird, sich auch für die Pläne der Anderen zu interessiere... Kling kompliziert, ist aber wahr. Echt.
FerrisBueller 21.09.2014
4. Absolute Zeitverschwendung
Das wird doch eh von der Politik abgewürgt und torpediert. Wenn ich der Staatsanwalt wäre, würde ich mir diese Zeitverschwendung nicht antun.
crimesceneunit 21.09.2014
5. wieso ermittlungen gegen unbekannt?
es steht doch ganz klar in dem artikel drin, wer die "unbekannten" bekannten sind und zwar der GCHQ und die NSA! also kann man sich unbekannt schon mal schenken und gegen die zwei schnüffel-organisationen ERMITTELN!!! kriegt das in diesem land eigentlich irgendwann mal einer gebacken??? aber stimmt, man kann den dackel nicht zum jagen tragen... armes deutschland, keiner hat mehr eier in der hose - nur noch pussys überall...
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