Geheimdienst in Love NSA-Mitarbeiter spionierten Geliebte aus

Von "Loveint" sprechen Geheimdienstler der NSA, wenn Mitarbeiter ihre Partner ausspionieren. Eine Handvoll solcher Fälle habe es in den letzten zehn Jahren gegeben, räumte die Behörde laut einem Zeitungsbericht jetzt ein.

Passwort identifizieren: Ehepartner in Übersee überwacht
REUTERS

Passwort identifizieren: Ehepartner in Übersee überwacht


Washington - Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA haben ihre weitreichenden Überwachungsmöglichkeiten laut einem Zeitungsbericht gelegentlich auch benutzt, um ihre Geliebten oder Ehepartner auszuspionieren. Im vergangenen Jahrzehnt habe es schätzungsweise eine Handvoll solcher Fälle gegeben, berichtete das "Wall Street Journal" am Freitag unter Berufung auf einen Beamten.

Die Praxis habe trotz der geringen Verbreitung sogar einen Spitznamen bei dem Dienst bekommen: "Loveint" - in Anlehnung an andere gängige Abkürzungen wie "Sigint" für die Auswertung von Informationen (signals) oder "Humint" in Zusammenhang mit Informationen über Menschen (humans).

Die NSA räumte bisher vor allem unbeabsichtigte Regelverstöße ein. Das Ausspionieren von Geliebten dagegen war offensichtlich geplant. In einigen Fällen wurde die Technologien genutzt, um Ehepartner in Übersee zu überwachen. In allen Fällen seien die Mitarbeiter bestraft worden. "Wir haben überhaupt kein Verständnis für beabsichtigte Verstöße gegen die Gebote der NSA", heißt es in einem Statement der Behörde.



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hdudeck 24.08.2013
1. Warum dieser Artikel?
Jedem war und muss klar sein, dass das passiert. Die Versuchung ist doch zu gross, die technischen Moeglichkeiten fuer den privaten (Miss) Gebrauch zu nutzen. Die meisten, die die Moeglichkeit haben, haben das doch schon getan. So, wo ist der Aufreger?
friedrich_eckard 24.08.2013
2.
Da gab es z.B. einmal den Fall der Vera Lengsfeld, die damals noch Wollenberger hiess, und ihres inzwischen verstorbenen damaligen Ehemannes Knut Wollenberger, über den sich die gesamte "bürgerliche Demokratie" nicht zu lassen wusste vor Entrüstung über Stasiteufelei, und zu dem man auch als Linker nur der Meinung sein konnte: "Das geht nicht, das macht man nicht, hier ist eine Grenze überschritten". Und nun das hier... und jetzt bin ich sehr neugierig, wie die Verfechter der marktkonformen Demokratie begründen werden, dass das natürlich gaaanz etwas anderes und vollkommen gerechtfertigt ist.
anteater 24.08.2013
3. Who would have thought?
Na, wer hätte denn das gedacht? Man gibt Menschen derart mächtige Überwachungswerkzeuge in die Hand, und zwar so vielen Menschen, dass man diese schon gar nicht mehr überwachen kann, und dann treiben manche damit auch noch Schindluder. Na so was. Das ist ja in etwa das Äquivalent dazu, dass ein einfacher Büroangestellter (m/w) von der Arbeit aus mal seine E-Mails abruft. Ts, ts, ts.
atech 24.08.2013
4.
Zitat von sysopREUTERSVon "Loveint" sprechen Geheimdienstler der NSA, wenn Mitarbeiter ihre Partner ausspionieren. Eine Handvoll solcher Fälle habe es in den letzten zehn Jahren gegeben, räumte die Behörde laut einem Zeitungsbericht jetzt ein. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/geheimdienst-nsa-nsa-mitarbeiter-spionierten-geliebte-aus-a-918408.html
was daran jetzt schlimm sein soll, weiß ich nicht. Solange die ihren Partnerinnen hinterherspionieren, lassen sie wenigstens Normalbürger in Ruhe. Das ist doch lobenswert. Besondere Erkenntnisse verdanken wir den Berufsspionen sowieso nicht. Denn wenn bei der Spioniererei etwas Vernünftiges herumkäme, dann wüssten wir längst, WER in Syrien den Giftgasanschlag verübt hat: Assads Truppen, eine Rebellengruppe oder ein westlicher Geheimdienst...
genlok 24.08.2013
5.
Wieso ist diese Regierung noch im Amt, in Deutschland gehen Minister wenn sie einige Seiten in der Dr Arbeit gepfuscht haben und in den U.S. wird die Konstitution mit füssen getreten und nichts geschieht. Die U.S.A. haben sich sehr verändert in den letzten 15 Jahren, nun ja, wir leben ja nicht da....
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