Geheimnisvolle Cyber-Attacke: Stuxnet-Wurm befällt Rechner in iranischem AKW

Der sogenannte Stuxnet-Wurm findet sich iranischen Angaben zufolge auch auf Rechnern im Atomkraftwerk Buschehr. Irans Führung betrachtet die Schadsoftware als feindliche Angriffswaffe, Zehntausende Rechner in dem Land sind befallen. Wer steckt dahinter?

Iranische Atomanlage Buschehr: Rechner vom Stuxnet-Wurm befallen Zur Großansicht
AP/ ISNA

Iranische Atomanlage Buschehr: Rechner vom Stuxnet-Wurm befallen

Teheran - Der sogenannte Stuxnet-Wurm hat Rechner von Angestellten im ersten Atomkraftwerk Irans befallen. Es gebe keine Schäden an den wichtigen Systemen der Anlage, versicherte der Leiter des Atomkraftwerks Buschehr, Mahmud Dschafari, laut einem Bericht der Nachrichtenagentur IRNA vom Sonntag. Dass der Wurm auf mehreren Rechnern im Kraftwerk gefunden worden sei, ändere nichts an den Plänen, die Atomanlage im Oktober in Betrieb zu nehmen, erklärte Dschafari.

Erst kurz zuvor hatten iranische Beamte erstmals bestätigt, dass der Computerwurm überhaupt Rechner in dem Land befallen hat. Ein Beamter aus dem Industrieministerium in Teheran wurde von der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Mehr mit den Worten zitiert, 30.000 Rechner seien befallen und der Wurm sei "ein Teil des elektronischen Krieges gegen Iran". Ein hochrangiger US-Beamter bestritt unterdessen, die USA seien der Urheber des geheimnisvollen Wurms. Sean McGurk, Chef des National Cybersecurity and Communications Integration Center (NCCIC), sagte, man habe die Software analysiert, es sei aber schwer zu sagen, welchem Zweck sie diene. Man sei derzeit weniger damit beschäftigt, nach der Quelle der Schadsoftware zu suchen, als ihre Ausbreitung zu verhindern.

Für iranische Beamte dagegen ist die Sache klar: Stuxnet ist ein Cyber-Angriff auf ihr Land. Der Beauftragte für Informationstechnologie im iranischen Industrieministerium, Mahmud Liaji, sagte der Zeitung "Iran Daily", Stuxnet habe vor allem von dem deutschen Unternehmen Siemens entwickelte Kontrollsysteme angegriffen. Demnach knackt Stuxnet Systeme, die Industrieanlagen, Kraftwerke und auch Ölpipelines und -plattformen steuern und liefert deren Informationen an externe Empfänger weiter. "Die Informationen werden darauf durch die Erschaffer des Virus verändert, um Verschwörungen gegen das Land anzuzetteln", sagte Liaji.

Ein weiterer Beamter, aus dem Ministerium für Kommunikations- und Informationstechnologie, versuchte hingegen zu beschwichtigen. Er sagte dem Bericht zufolge, "die Auswirkungen und der Schaden durch diesen Spionagewurm in Regierungssystemen sind nicht ernst". Man habe den Angriff durch den Schädling "mehr oder weniger" gestoppt. Vertreter der iranischen Atomenergiebehörde kamen in dieser Woche zu Beratungen darüber zusammen, wie der Wurm wieder aus den Rechnern entfernt werden kann.

Atomanlagen im Visier?

Erstmals bekannten iranische Behördenvertreter damit öffentlich, dass der Stuxnet-Wurm tatsächlich Rechnersysteme im eigenen Land befallen hat. Seit Tagen wird darüber spekuliert, ob das ungewöhnlich aufwendig entwickelte Stück Schadsoftware eine Waffe im Cyber-Krieg der USA oder eines anderen westlichen Landes gegen Iran ist. Im Juli wurde seine Existenz erstmals öffentlich gemeldet. Weißrussische PC-Experten hatten den Wurm entdeckt, der sich über USB-Sticks verbreitete und sogar in Windows-Systemen einnisten konnte, die mit allen aktuellen Patches abgesichert waren. Die USB-Verbreitung hat aus Sicht der Virenschreiber einen entscheidenden Vorteil: So können auch Systeme befallen werden, die gar keine Verbindung mit dem Internet haben. Zuerst war die Rede von Industriespionage, dann wurde schnell klar, dass die Schadsoftware die Steuerungssysteme von Industrieanlagen infiziert.

Einer Untersuchung der IT-Sicherheitsfirma Symantec zufolge stehen knapp 60 Prozent der infizierten Rechner in Iran, knapp 20 Prozent in Indonesien, gut acht Prozent in Indien. Der Hamburger Sicherheitsexperte Ralph Langner glaubt aufgrund einiger Indizien, die iranische Atomanlage in Buschehr sei möglicherweise das Ziel von Stuxnet gewesen. Eindeutige Belege für den Angriff auf Irans Atomprogramm gibt es jedoch nicht. Siemens-Analysen des Trojaners "erlauben keine konkreten Rückschlüsse über Ziel und Urheber des Virus", sagt ein Sprecher SPIEGEL ONLINE. Der "New York Times" zufolge ist Buschehr für das iranische Atomwaffenprogramm allerdings von nachrangiger Bedeutung. Atomwaffenexperten sind laut der Zeitung eher besorgt über niedrig angereicherten Uran aus der Anlage in Nantaz.

"Zeitalter des Cyber-Terrorismus, der Cyber-Waffen und Cyber-Kriege"

Nach wie vor ist unklar, woher Stuxnet stammt und was sein genauer Zweck ist. Experten sind sich allerdings einig darüber, dass der Wurm kein normales Stück Schadsoftware ist. Die Sicherheitsfirma Kaspersky Lab erklärte, es handele sich um einen einzigartigen und sehr ausgefeilten Malware-Angriff, der mit fundiertem Wissen um die Industrieanlagensteuerung mit SCADA-Technologie (Supervisory Control and Data Acquisition) durchgeführt wurde. Kaspersky geht deshalb davon aus, dass es sich um einen staatlich unterstützten Angriff handelt.

"Ich denke, dass dies der Auftakt zu einem neuen Zeitalter ist: die Zeit des Cyber-Terrorismus, der Cyber-Waffen und der Cyber-Kriege", sagte Eugene Kaspersky, Chef und Mitgründer des Unternehmens. Dieses Schadprogramm sei nicht konzipiert worden, um Geld zu stehlen, Spam zu versenden oder persönliche Daten abzugreifen. Es sei entwickelt worden, um Fabriken und industrielle Anlagen zu sabotieren. Kaspersky Lab geht davon aus, dass Stuxnet ein Prototyp künftiger Cyber-Waffen sein könnte und ein Wettrüsten in Gang setzen wird.

Das Insider-Wissen über die SCADA-Technologie, die Raffinesse des vielschichtigen Angriffs, die Ausnutzung mehrerer Windows-Schwachstellen und der Missbrauch von legitimen Zertifikaten legten nahe, dass Stuxnet von einem Team sehr gut ausgebildeter Fachkräfte entwickelt wurde, die über enorme Ressourcen und finanzielle Unterstützung verfügten, erklärte Kaspersky Lab. Dafür spricht auch, dass die Stuxnet-Autoren vier bis dahin unbekannte Windows-Sicherheitslücken, sogenannte Zero-Day-Exploits, ausgenutzt haben. Auf dem Schwarzmarkt etwa sei jeder solcher Exploit "grob geschätzt eine Viertelmillion Euro wert", schätzt Gert Hansen von der Sicherheitsfirma Astaro.

Das Sicherheitsunternehmen Symantec kommt nach der Analyse mehrerer Stuxnet-Versionen zu dem Ergebnis, dass an dem Wurm mindestens seit Juni 2009 gearbeitet wurde. Symantecs Schlussfolgerung: "Den Schöpfern dieser Bedrohung standen große Ressourcen zur Verfügung, das ist keine Teenager-hackt-in-seinem-Schlafzimmer-Operation."

cis/lis/mak/dpa/dapd/AFP/AP

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1. nur eine "Übung"?
Emil Peisker 26.09.2010
Zitat von sysopIrans Staatsführung betrachtet den sogenannten Stuxnet-Wurm als gezielten Angriff.*Zehntausende Rechner in dem Land sind*befallen.*Der Wurm*wurde offenbar mit*viel Aufwand entwickelt, um Industrieanlagen und Kraftwerke anzugreifen. Wer steckt dahinter? http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,719654,00.html
Die Schöpfer dieser Schadsoftware investieren nicht einen solchen Aufwand, um einige Leute zu ärgern. Da sie nicht auf Geld aus sind, haben sie wohl davon genug. Wenn es wirklich gegen Anlagen im Iran gerichtet ist, dann ist zumindest diese Form der Kriegsführung, die unblutigste, die man sich vorstellen kann. Allerdings ist das Ergebnis solcher Bemühungen zu beachten. Trainiert man den Gegner nicht zu besserer Abwehr? Und ist der zweite und der dritte Angriff dann immer noch erfolgreich? Wahrscheinlich war es diesmal nur eine "Übung", und die wirklich bösen Programme kommen dann später. Was den Urheber anbetrifft, die alte Frage: Cui bono?
2. Propaganda
heinervogel 26.09.2010
"Der "New York Times" zufolge ist Buschehr für das iranische Atomwaffenprogramm allerdings von nachrangiger Bedeutung. " Atomwaffenprogramm? Neue Propaganda. Das Atomprogramm des Irans wird von der internationalen Atomenergiebehörde überwacht. Es gibt keine Beweise für das Streben des Irans nach einer Atombombe, auch wenn ich angesichts der Kriege des Westens in den Nachbarländern so ein Vorhaben durchaus nachvollziehen könnte. Wenn man sieht, wie der Westen machtlos der Diktatur in Nordkorea zuschaut und ein volk zu grunde geht, nur weil Nordkorea atomare Waffen hat, dann wird das den Iran auch zu einer unantastbaren Macht im mittleren Osten machen
3. ...
PeaceNow 26.09.2010
Natürlich ist es ein rkiegerischer Akt und ein verbrechen. Wer dahinter steht ist klar, die lautesten Krekehler und Kriegshetzer gegen den Iran: USA/ISR die ja bisher schon erfolgreich den Iran sabotieren und schädigen, durch die Unterstützung inneriranischer Terrorgruppen und Saboteure. Dies ist nicht nur gegen den Iran ein Akt des Verbrechens, sondern gegen die ganze Region und an Millionen Zivilisten, denn Sabotage an einem in betrieb befindlichen Atomkraftwerk kann einen Supergau verursachen das Tschernobyl in den Schatten stellen würde.
4. .
Arthi 26.09.2010
Zitat von sysopIrans Staatsführung betrachtet den sogenannten Stuxnet-Wurm als gezielten Angriff.*Zehntausende Rechner in dem Land sind*befallen.*Der Wurm*wurde offenbar mit*viel Aufwand entwickelt, um Industrieanlagen und Kraftwerke anzugreifen. Wer steckt dahinter? http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,719654,00.html
Kriegerischer Akt? Um ernst genommen zu werden muss dann aber, wenn man weiss wer der Angreifer war, der Vergeltungsangriff erfolgen.
5. Mit Linux
uid03055 26.09.2010
wäre das nicht passiert. Selber Schuld, wenn man auf M* schrott setzt.
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potentiell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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