Schadensersatzprozess Gema unterliegt YouTube vor Gericht

Im Streit um Urheberrechte von Musikvideos kassiert die Gema eine Schlappe. Das Landgericht München hat Schadensersatzforderungen gegen YouTube zurückgewiesen. Die Videoplattform sei nicht direkt verantwortlich für die Inhalte.

Die Internetseiten von YouTube und der Gema: Streitwert von1,6 Millionen Euro ist hinfällig
DPA

Die Internetseiten von YouTube und der Gema: Streitwert von1,6 Millionen Euro ist hinfällig


In einem Schadensersatzprozess gegen YouTube ist der Musikrechteverwerter Gema vor dem Landgericht München unterlegen. Das Landgericht München wies am Dienstag eine Klage der Gema ab. Das teilten beide Prozessparteien mit. Eine Begründung für das Urteil legte das Gericht demnach zunächst nicht vor.

Die YouTube-Mutter Google gab an, die Richter hätten den Status von YouTube als sogenannten Hostprovider - also als technische Online-Plattform, die nicht unmittelbar verantwortlich ist für die von Nutzern hochgeladenen Inhalte - bestätigt.

Die Gema, die die Urheberrechte von Komponisten, Textern und Musikverlegern vertritt, hatte von YouTube Geld für Musikvideos gefordert. Die Verwertungsgesellschaft verlangte 0,375 Cent für jeden Abruf bestimmter Musikvideos durch Internetnutzer. Auf der Grundlage von exemplarisch ausgewählten 1000 Titeln hatte die Gema einen Streitwert von rund 1,6 Millionen Euro errechnet.

Gegen das Urteil kann vor dem Oberlandesgericht München Berufung eingelegt werden. Eine Sprecherin der Gema kündigte an, die Gesellschaft werde ihr weiteres Vorgehen prüfen. YouTube forderte die Gema auf, den Konflikt in Verhandlungen zu lösen

In den vergangenen Jahren waren Gespräche stets gescheitert, beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld. Wegen der fehlenden Einigung sind viele Musik-Clips für Internetnutzer in Deutschland nicht verfügbar.

sun/dpa/Reuters

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insgesamt 7 Beiträge
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flowerpower1968 30.06.2015
1. Gema ein sehr fragwuerdiger Verein
Gema ein Laden der groessenwahnsinnigen. Ein Unternehmen der gerne alle unter sich gaengelt. Es wurde Zeit das man diesem Verein seine Grenzen aufzeigt.
Knib 01.07.2015
2. Natürlich sind die Videos verfügbar!
Es gibt genügend Browser-Plugins die die Umgehung der Gemasperre ermöglichen. Und da nur der Uploader verantwortlich ist für den Inhalt, ist das auch völlig legal wenn man die Videos ansieht.
rolfmueller 01.07.2015
3. Schuld der GEMA
In so gut wie allen Ländern der Welt gibt es Vereinbarungen zwischen YouTube und den Rechteinhabern bzw. deren Institutionen, nur nicht in Deutschland. Das kann nur an der überzogenen Haltung der GEMA liegen.
c218605 01.07.2015
4. Lösungsvorschlag
Die GEMA schützt Rechte und stellt damit sicher, dass Trittbrettfahrer sich nicht allzu unverschämt am geistigen Eigentum Anderer bereichern. Wichtige Funktion. Die GEMA ist aber auch ein Arbeitgeber bei der (wohl zu) viele "Beschützer" ihre Existenz bestreiten müssen und dann auch ihre Daseinsberechtigung deutlich machen müssen. Noch verständlich. Was nicht angeht ist die Blockade von Videos auf Youtube, bei manchen Künstlern die ansonsten keiner mehr kennt sogar kontraproduktiv. Hier sollte es doch möglich sein, das GEMA dies unter der Prämbel zulässt , dass Youtube den ganzen Streifen mit dem Hinweis auf diesselbige unterlegt. Damit wäre allen gedient. Vielleicht macht da sogar der Rechteverweser von Toten wie Irving Azoff mit, der Youtube drohte "für" Lennon auf 1Mrd $ Schadenersatz zu klagen.
Hosterdebakel 01.07.2015
5. Nun
Zitat von c218605Die GEMA schützt Rechte und stellt damit sicher, dass Trittbrettfahrer sich nicht allzu unverschämt am geistigen Eigentum Anderer bereichern. Wichtige Funktion. Die GEMA ist aber auch ein Arbeitgeber bei der (wohl zu) viele "Beschützer" ihre Existenz bestreiten müssen und dann auch ihre Daseinsberechtigung deutlich machen müssen. Noch verständlich. Was nicht angeht ist die Blockade von Videos auf Youtube, bei manchen Künstlern die ansonsten keiner mehr kennt sogar kontraproduktiv. Hier sollte es doch möglich sein, das GEMA dies unter der Prämbel zulässt , dass Youtube den ganzen Streifen mit dem Hinweis auf diesselbige unterlegt. Damit wäre allen gedient. Vielleicht macht da sogar der Rechteverweser von Toten wie Irving Azoff mit, der Youtube drohte "für" Lennon auf 1Mrd $ Schadenersatz zu klagen.
vielleicht nicht direkt für John Lennon, aber u. U. für seine Erben? Oder aber für Julian Lennon (auch Musiker) oder Sean Lennon, oder aber auch Yoko Ono-Lennon?
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