Genehmigung: Google darf Flugsuch-Spezialisten kaufen

Übernahme genehmigt: Nach langem Ringen erlaubt das US-Justizministerium Google die Übernahme eines Unternehmens, das auf Flugsuche spezialisiert ist, wenn auch mit Auflagen. Die Entscheidung ist bitter für andere Flugsuch-Spezialisten - und für Microsoft.

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Landendes Flugzeug: Google darf Flugsuchmaschine übernehmen

Washington - Wer Flugtickets über einen Online-Reiseveranstalter bucht, nutzt dabei künftig womöglich Technik aus dem Hause Google: Das US-Justizministerium hat die Übernahme des Flugsuch-Spezialisten ITA durch den Suchmaschinenkonzern gebilligt. Für Google wäre die Akquisition, die damit ein entscheidendes Stück nähergerückt ist, ein wichtiger Schritt in Richtung eines strategischen Ziels: Den Nutzer noch stärker an die Suchseite des Konzerns zu binden, ihm noch stärker angereicherte Ergebnisse zu liefern, den ersten Schritt hinaus ins weite Web bei bestimmten Gelegenheiten schlicht überflüssig zu machen.

"Wäre es nicht cool, wenn Sie einfach 'Flüge in die Sonne für unter 500 Dollar' in Google eintippen könnten und damit nicht nur Links zurückbekämen, sondern auch Abflugzeiten, Flugpreise und Links zu Sites, wo Sie die Tickets schnell und einfach kaufen können?", schwärmt Google-Manager Jeff Huber im Blog-Eintrag zu der Entscheidung. Für andere dedizierte Flugsuchmaschinen dürften schon bald schwere Zeiten anbrechen.

Allerdings musste Google dafür erhebliche Zugeständnisse machen: Der Konzern darf die Preise nicht willkürlich anheben, darf keine Kunden aussperren, muss die bestehenden Systeme weiterentwickeln und überdies sicherstellen, dass mit den Daten der ITA-Nutzer kein Schindluder getrieben wird.

ITA Software aus Boston wertet Flugreise-Informationen aus und stellt die Daten zum Beispiel Reise-Websites wie Expedia.de zur Verfügung. Google will die US-Firma für 700 Millionen Dollar kaufen. Der Konzern hatte versprochen, mit der Übernahme die Suche nach Flugtickets im Internet deutlich zu verbessern.

"Die Übernahme in ihrer ursprünglichen Form hätte zu deutlich weniger Wettbewerb geführt", begründete das Justizministerium in Washington die Auflagen. Der jetzt ausgehandelte Kompromiss, der noch von einem Gericht abgesegnet werden muss, gilt für fünf Jahre. "Wir arbeiten nun daran, die Übernahme so schnell wie möglich abzuschließen", schrieb Google-Manager Huber im Firmen-Blog.

Gegen die Übernahmepläne hatten sich nicht nur etliche Reise-Websites ausgesprochen, sondern auch der Software-Konzern Microsoft, der ITA-Daten für seine Suchmaschine Bing nutzt. Bing versucht zusammen mit Yahoo die Vormachtstellung von Google im Suchmaschinengeschäft zu brechen.

cis/dpa

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1. Es kann nur besser werden!
Jochen Kissly 10.04.2011
Zitat von sysop. Die Entscheidung ist bitter für andere Fluchsuch-Spezialisten - und für Microsoft. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,756066,00.html
Expedia weigert sich bis heute Flüge und Preise von zB AA (American Airlines) zu listen weil AA nicht genügend an Expedia bezahlt. Wenn jetzt alle Fluggesellschaften gelistet werden müssen empfindet zB Expedia dieses natürlich als "bitter"! Ich als Verbraucher empfinde dieses als hilfreich!
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Marktanteile der Tech-Riesen
Suchmaschinen (Desktop)
Google 75,68%
Baidu 11,95%
Yahoo 5,92%
Bing 4,24%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Suchmaschinen (Mobil)
Google 88,35%
Yahoo 6,63%
Baidu 3,34%
Bing 1,08%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Desktop)
Microsoft Internet Explorer 58,35%
Firefox 23,72%
Chrome (Google) 11,50%
Safari (Apple) 4,15%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Mobil)
Safari (Apple) 54,03%
Opera Mini 21,42%
Android Browser 12,74%
Symbian 6,89%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Desktop)
Windows 91,92%
Mac 6,92%
Linux 1,16%
*weltweit, erhoben auf der Webbrowser-Angabe zum user-agent Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Mobil)
Android (Google) 49,7
iOS (Apple) 30,1
Symbian 6,9
RIM 2,1
Nokia 1,8
andere 9,4
Marktanteil an Smartphone-Betriebsystemen im März 2011 in Deutschland (%). Quelle: InMob Mobile Insights, Basis der Auswertung sind 518,7 Millionen inMobi-Werbeeinblendungen auf Mobilgeräten in Deutschland im März 2011 und 470,3 Millionen Werbeeinblendungen im Januar
Werbung
Umsatz gesamt* Umsatz Google* Anteil Google (in %)
Internet 72,842 36,531 50,15
Magazine 43,122 0
TV 184,29 0
Zeitungen 91,495 0
gesamt 458,385 36,531 7,97
*Werbeumsätze 2011, weltweit in Mrd. Dollar, veröffentlicht von ZenithOptimedia 15. März 2012, Googles Werbeumsatz im Jahr 2011
Webnutzer
Angebot Unique Visitors (Mio.) Ø-Stunden
Webnutzer gesamt 366,8 26,75
Google 333,4 3.,14
Microsoft 270,8 3,22
Facebook 240,0 5,43
Wikimedia 161,3 0,22
Yahoo 141,0 1,23
eBay 107,6 0,99
Amazon 91,4 0,27
Top 30 Online Portale in Europa nach Gesamtzahl der Unique Visitors. Mai 2011, Internetnutzer in Europa, Alter 15+, Zuhause und am Arbeitsplatz; Quelle: comScore Media Metrix
Google
Der Konzern
Reuters
Google wurde 1998 von den Studenten Sergey Brin und Larry Page gegründet und ging ein Jahr später online. 2010 machte die Firma mit ihren rund 20.000 Angestellten einen Umsatz von mehr als 29 Milliarden Dollar. Unterm Strich blieben davon 8,5 Milliarden Dollar als Gewinn übrig. Die dominierende Stellung im Markt für Online-Werbung sorgt für ein attraktives Geschäftsmodell, birgt aber auch die Gefahr der extremen Abhängigkeit von nur einer Ertragsquelle. Immerhin 96 Prozent der Einnahmen erzielte Google im vergangenen Jahr mit Werbung.
Die Geschäftsfelder
Google hat im Laufe der Jahre zahlreiche Unternehmen übernommen - so etwa 2006 die Videoplattform YouTube und 2007 den Online-Vermarkter Doubleclick. Gleichzeitig hat die Firma ihre Geschäftstätigkeit auch selbst ausgebaut, zum Beispiel mit dem Dienst Google Street View oder dem E-Mail-Anbieter Google Mail.

Produkte, die Google nie veröffentlichen wollte

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