Geo-Fotodienst Google verlängert Einspruchsfrist für Street View

Google gibt nach: Nach teils heftiger Kritik von Datenschützern und Politikern bekommen Bürger jetzt mehr Zeit, Einspruch gegen Fotos ihrer Häuser im Straßenatlas Street View zu erheben. Die Einführung des Geo-Dienstes ist dennoch weiterhin für dieses Jahr geplant.

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Google Street View: Mehr Zeit für Widerspruch
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Google Street View: Mehr Zeit für Widerspruch


Hamburg - Meine Straße, mein Haus, mein Auto, mein Vorgarten: Wer partout nicht will, dass diese Details in Googles 3-D-Straßenkarte Street View als Foto auftauchen, hat länger Zeit, Widerspruch einzulegen. Googles Vizepräsident für Nord- und Zentraleuropa, Philipp Schindler, teilte in einem Blog-Post mit, man habe sich entschlossen, die Frist für Vorab-Widersprüche aus den 20 größten Städten im Internet von vier auf acht Wochen bis zum 15. Oktober zu verlängern. Ausdrücklich weist der Google-Manager nochmals darauf hin, dass es auch nach der Einführung von Street View die Möglichkeit gibt, Gebäude nachträglich unkenntlich zu machen.

Zudem, so Schindler, habe das Unternehmen sich in der vergangenen Woche mit dem zuständigen Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar über weitere Maßnahmen verständig. Im Vorfeld war er von Google nicht in Details der Street-View-Einführung eingeweiht worden. Erst kurz vor der Presse hatte das Unternehmen ihn über den geplanten Start informiert.

Die ursprüngliche Einspruchsfrist von vier Wochen war aus der Sicht vieler Politiker und Datenschützer zu kurz. Caspar hatte die Eile kritisiert, mit der Google vorgegangen war, und eine behutsamere Einführung angemahnt. Auch Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner hatte Google aufgefordert, den Widerspruchszeitraum gegen Street View auszuweiten.

Google-Sprecher hatten dagegen die Vier-Wochen-Frist als ausreichend bezeichnet. Man müsse einen solchen festgelegten Rahmen abstecken. Nur so sei es möglich, bis zur endgültigen Einführung des Dienstes in Deutschland alle Widersprüche umzusetzen. Der Start von Street View soll trotzdem wie geplant noch in diesem Jahr stattfinden, erklärte Google-Sprecher Kay Oberbeck gegenüber SPIEGEL ONLINE.

Ministerin Aigner: "Ich erwarte eine breite Information der Öffentlichkeit"

"Der Imageschaden für die Marke ist bereits enorm", urteilte Ministerin Aigner im Interview mit SPIEGEL ONLINE. "Google kann sich keinen Fehler mehr erlauben", zumal Deutschland nach den USA einer der wichtigsten Märkte für den Konzern sei. Der Konzern, so ihre Ansicht, habe die Deutschen mit seinem Street-View-Projekt "in den Sommerferien überrumpelt". Deshalb sei eine Verlängerung der Widerspruchsfrist notwendig.

Google sei in der Pflicht: "Was ich erwarte, ist eine breite Information der Öffentlichkeit - sowohl über die bestehende Widerspruchslösung, als auch über künftige Kamerafahrten. Weil Google das leider nicht ausreichend macht, übernehme ich das eben." Sie sei allerdings überzeugt davon, dass Google seine Zusagen zum Widerspruchsverfahren einhalten werde.

Datenschützer Caspar soll nun unter anderem Einblick in Googles Prozess zur Bearbeitung von Widersprüchen erhalten. Konkret hat sich das Unternehmen zu folgenden Maßnahmen verpflichtet:

  • Daten, die Google im Zusammenhang mit den Anträgen auf Unkenntlichmachung von Gebäuden bzw. Grundstücken in Street View übermittelt werden, werden sicher verwahrt.
  • Die im Rahmen des Widerspruchverfahrens erhobenen Daten werden ausschließlich zu dem Zweck verwendet, den jeweiligen Antrag zu bearbeiten.
  • Nach abschließender Bearbeitung der Anträge erfolgt eine Verwendung der Daten nur zu dem Zweck der Dokumentation der ordnungsgemäßen Bearbeitung.
  • Die Daten werden - wie mit deutschen Datenschutzbehörden im Vorfeld abgestimmt - im Rahmen der gesetzlichen Verjährung etwaiger Ansprüche gelöscht.
  • Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit kann sich von der ordnungsgemäßen Bearbeitung der Anträge selbst vor Ort überzeugen.

Damit klärt Google vor allem die seit einer Woche über dem Widerspruchsverfahren schwebende Frage, wie mit den Daten der Antragsteller umgegangen wird. Diese Verfahrensweise war im Vorfeld unklar geblieben. Der wichtigste Punkt dieser Zugeständnisse ist allerdings, dass der US-Konzern dem Hamburger Datenschutzbeauftragten jederzeitigen Einblick in das Widerspruchsverfahren gewährt.

Gänzlich abgeschlossen ist die Diskussion zwischen Google und den Datenschützern damit aber noch nicht. Caspar erklärte, er erwarte noch die Beantwortung eines Fragenkatalogs von Google. Dass es nach den Gesprächen mit Google gelungen ist, die Widerspruchsfrist um vier Wochen zu verlängern, finde er "sehr erfreulich". Caspar: "Google hat mir bestätigt, dass mit den Daten der Widersprechenden sorgsam umgegangen wird und sie nicht länger als nötig aufbewahrt werden."



Forum - Google Street View - hilfreich oder gefährlich?
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FrankB 17.08.2010
1. Google Suchdienst, Google Mail, Google Maps, Google Streetview
Genau wie die anderen Dienste, die übrigens nicht nur Google anbietet, ist Streetview nur ein zusätzlicher nützlicher Dienst, nur haben das noch nicht alle gemerkt, weil sie ihn noch nicht nutzen. Sobald man einen Dienst aber länger nutzt, google Suche, E-Mail, Maps und Street View (letzteres nutze ich seit 3 Jahren), wird er "unverzichtbar" und man erkennt den hohen Wert und Nutzen. Klar, meine Oma kommt ohne diese ganzen Dienste aus und ihr geht es gut. Ihr ist auch egal, ob ihr Haus im Internet zu sehen ist oder nicht, sie hat daraus keinen Nachteil und keinen Vorteil. Ich habe ihr letztens mit meinen Laptop ein paar Orte gezeigt, wo sie mal war, mit google maps, mit bing Vogelperspektive und mit streetview. Sie fand es toll. Kann mir jetzt jemand erklären, was daran ganz genau und ganz konkret für meine Oma gefährlich sein soll?
Toerpe Schweiz 17.08.2010
2. Nützlich
Dieser Dienst ist erst der Anfang einer wesentlich grösseren Vision von Google. Die Vision heisst augmented reality und bedeutet, dass Google step by step ein um zusätzliche Informationen angereichertes virtuelles Abbild der realen Welt schaffen will. Es handelt sich um ein kühnes Projekt mit unvorstellbarem Umfang und es wird netzbasiert eine weitere digitale Revolution auslösen. Google ist nicht der einzige Konzern, der daran baut, aber Google Earth, Street View und viele andere Dienste bilden Vorstufen und sollen dereinst dafür sorgen, dass die Basis dieser augmented reality durch Google bereitgestellt und auch beherrscht wird. Man kann Bedenken dagegen haben, aufhalten wird sich diese Entwicklung nicht mehr, Google hin oder her. Mit dem überall vorhandenen Internetzugang, den Kameras und den GPS Modulen ist im Prinzip alles bereit, was man dafür braucht und die Vision ist absolut bestechend. Wie alle neuen Technologien birgt auch und vielleicht noch mehr die Augmented Reality Gefahren für Missbrauch und diesen muss auch Datenschutztechnisch durch gescheite regulatorische Massnahmen begenet werden. Leider ist es aber scheinbar so, dass unsere Politiker technologisch völlig unterbelichtet sind und gar nicht erfassen, was sich hier tut. Daher scheinen sie auch nicht in der Lage, die geeigneten Regulatorien zu entwerfen, welche diese neuen Technologien in korrekte Bahnen lenken könnten ohne sie komplett abzuwürgen. Eines ist klar: Auch diese Revolution wird in den USA entworfen und von dort aus die Welt erobern - unaufhaltsam, denn der Nutzen ist derart übermächtig, dass sich niemand ein Abseitsstehen wird leisten können. Es müsste nun schon in dieser frühen Phase durch die technologietreibenden Konzerne ein umfassender code of conduct entworfen werden, welcher zukünftige Regulierungen vorwegnehmen und einen Pfad aufzeigen könnte, auf welchem die Entwicklung der zu grunde liegenden Technologien und deren Anwendungen erfolgen sollte. Da die Politik nicht mitkommt, müssen die Konzerne dies selber in die Hand nehmen. Ansonsten werden sie Vertrauen verspielen und es mit inkompetenten und populistischen Politiker- und Bürgerinitiativen zu tun bekommen. In diesem Sinne hoffe ich auf ein frontrunning von Google selber.
dale_gribble 17.08.2010
3.
Zitat von Toerpe SchweizDieser Dienst ist erst der Anfang einer wesentlich grösseren Vision von Google. Die Vision heisst augmented reality und bedeutet, dass Google step by step ein um zusätzliche Informationen angereichertes virtuelles Abbild der realen Welt schaffen will. Es handelt sich um ein kühnes Projekt mit unvorstellbarem Umfang und es wird netzbasiert eine weitere digitale Revolution auslösen. Google ist nicht der einzige Konzern, der daran baut, aber Google Earth, Street View und viele andere Dienste bilden Vorstufen und sollen dereinst dafür sorgen, dass die Basis dieser augmented reality durch Google bereitgestellt und auch beherrscht wird. Man kann Bedenken dagegen haben, aufhalten wird sich diese Entwicklung nicht mehr, Google hin oder her. Mit dem überall vorhandenen Internetzugang, den Kameras und den GPS Modulen ist im Prinzip alles bereit, was man dafür braucht und die Vision ist absolut bestechend. Wie alle neuen Technologien birgt auch und vielleicht noch mehr die Augmented Reality Gefahren für Missbrauch und diesen muss auch Datenschutztechnisch durch gescheite regulatorische Massnahmen begenet werden. Leider ist es aber scheinbar so, dass unsere Politiker technologisch völlig unterbelichtet sind und gar nicht erfassen, was sich hier tut. Daher scheinen sie auch nicht in der Lage, die geeigneten Regulatorien zu entwerfen, welche diese neuen Technologien in korrekte Bahnen lenken könnten ohne sie komplett abzuwürgen. Eines ist klar: Auch diese Revolution wird in den USA entworfen und von dort aus die Welt erobern - unaufhaltsam, denn der Nutzen ist derart übermächtig, dass sich niemand ein Abseitsstehen wird leisten können. Es müsste nun schon in dieser frühen Phase durch die technologietreibenden Konzerne ein umfassender code of conduct entworfen werden, welcher zukünftige Regulierungen vorwegnehmen und einen Pfad aufzeigen könnte, auf welchem die Entwicklung der zu grunde liegenden Technologien und deren Anwendungen erfolgen sollte. Da die Politik nicht mitkommt, müssen die Konzerne dies selber in die Hand nehmen. Ansonsten werden sie Vertrauen verspielen und es mit inkompetenten und populistischen Politiker- und Bürgerinitiativen zu tun bekommen. In diesem Sinne hoffe ich auf ein frontrunning von Google selber.
Ein Glück, dass ich 9 Monate/Jahr im abseitsstehenden Südamerika wohne. Der "übermächtige Nutzen" erschliesst sich mir nämlich nicht. Ein "Abseitsstehen" leiste ich mir gerne.
Mulharste, 17.08.2010
4.
Zitat von sysopJetzt startet Google wie angekündigt mit dem umstrittenen Street View: ein hilfreicher Online-Dienst oder gefährliche Verletzung der Privatsphäre?
ICh bin ja da ein ganz doller Skeptiker und egtl gerne gegen alles - aber hier seh ich echt kein Problem.
waldbaer! 17.08.2010
5. Bitte...
Zitat von sysopJetzt startet Google wie angekündigt mit dem umstrittenen Street View: ein hilfreicher Online-Dienst oder gefährliche Verletzung der Privatsphäre?
... nur diejenigen sollten widersprechen dürfen, die keine Payback-Karte haben ...
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