Geoblocking im Netz EU-Kommission will gegen Ländersperren vorgehen

Dies und jenes ist in Ihrem Land nicht verfügbar - solche Einblendungen nerven Internetnutzer seit Jahren. Jetzt will die EU-Kommission gegen das sogenannte Geoblocking vorgehen.

EU-Vizekommissions-Präsident Andrus Ansip: "Ich hasse Geoblocking aus tiefstem Herzen"
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EU-Vizekommissions-Präsident Andrus Ansip: "Ich hasse Geoblocking aus tiefstem Herzen"


Filme und TV-Serien, die nur in bestimmten Ländern im Internet zu sehen sind; online gespeicherte Musik, die beim Umzug ins Ausland nicht mehr funktioniert: Die EU will nun zumindest innerhalb Europas die nationalen Grenzen bei der Internet-Nutzung einreißen. Die Kommission habe am Mittwoch grundsätzlich beschlossen, "Geoblocking in der EU abzuschaffen", sagte der für den digitalen Binnenmarkt zuständige EU-Vizekommissionspräsident Andrus Ansip.

"Ich hasse Geoblocking aus tiefstem Herzen", sagte Ansip. Die "veraltete" Praxis und ein digitaler EU-Binnenmarkt könnten "nicht zusammen existieren". Die EU wolle "all die Zäune und Mauern" abschaffen, "die uns im Internet den Weg versperren". Menschen müssten sich "im Netz ebenso frei über Grenzen hinweg bewegen können wie in der Wirklichkeit."

Ausnahmen beim Geoblocking werde es voraussichtlich aber weiter geben, wenn nationale Gesetzgebung dies vorschreibe, räumte Ansip ein und nannte als Beispiel Online-Glückspiele.

Ansip rechnet mit einem "harten Kampf"

"Leichterer und grenzüberschreitender Zugang zu kulturellen Angeboten stärkt die kulturelle Vielfalt in der EU", erklärte die Europaabgeordnete der Piratenpartei, Julia Reda. "Leider ist Ansip vage geblieben, wie er die Einschränkungen für Online-Angebote abschaffen will." Reda forderte, dass Firmen bei Online-Videos nur eine Lizenz im Heimatland erwerben müssen "und die Inhalte dann auch in andere EU-Länder vertreiben können".

Vizekommissions-Präsident Ansip stellte am Mittwoch Prioritäten für eine Reihe von Bereichen für den digitalen EU-Binnenmarkt vor, eines der Großprojekte der Kommission. Konkrete Pläne will Brüssel Anfang Mai präsentieren. Ansip sagte, er mache sich "keine Illusionen" darüber, dass es Widerstände gegen die Pläne geben werde. Er rechne mit einem "harten Kampf", um das Mammutprojekt umzusetzen.

Die EU will unter anderem prüfen, ob heutige Preise für grenzüberschreitende Pakete den Online-Handel ausbremsen, sie will die Urhebergesetzgebung modernisieren und vereinfachte Mehrwertsteuerregeln bei grenzüberschreitenden Einkäufen. Weitere Schwerpunkte sind der Netzausbau sowie die Nutzung neuer Techniken für die sogenannte Industrie 4.0.

juh/AFP/dpa



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insgesamt 20 Beiträge
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David.Berlin 25.03.2015
1.
Die Lösung ist eigendlich recht simpel. Einfach ein europäisches Proxyserversystem aufbauen das jeder nach belieben nutzen darf. Ländergrenzen werden überwunden und jeder kann das sehen was er will. Aber will das schon dann hätte man ja nichts mehr zum debattieren.
harry_buttle 25.03.2015
2.
Die Lösung ist vermutlich eben nicht recht simpel. Dass bestimmte Inhalte nicht Grenzübergreifend verfügbar sind, wird wohl an den Rechteinhabern liegen. Diese haben doch ein Interesse an der Vielstaaterei. An möglichst vielen kleinen Kuchenstücken (sprich: Sendelizenzen) lässt sich eben mehr verdienen. Oder die Distributoren der Inhalte müssen mehr latzen, weil sie ja plötzlich EU-weit liefern (müssen) ... Ist da gar ein Eingriff in die Vertragsfreiheit nötig?
connaisseur 25.03.2015
3. VPN (auch Proxy)
Diese lächerlichen Beschränkungsversuche sind mit minimalen Mitteln überwindbar. Ein Proxy-Server im Ausland (noch besser ist ein vertrauenswürdiger VPN-Provider, der in mehreren Ländern Zugangsserver bietet) und alle Schranken fallen. Dank immer leichter zu bedienender Software ist die Nutzung auch für den Laien ohne großen Aufwand möglich. Dann klappt es nicht nur, diese lächerlichen EU-Schranken aufzuheben - nein, auch Übersee-Angebote (ConUS/Asien/etc.) sind problemlos in D abrufbar. Die GEMA ist z. B. ein "urdeutsches" Ärgernis (gerade auch auf YouTube), das selbst die Majorität der Künstler nervt...
diefreiheitdermeinung 25.03.2015
4. Es geht doch nicht nur um Online Angebote
sondern genauso um z.B. Satelliten-Fernsehen. Schon mal gefragt warum man viele österreichische Kanäle (ORF z.B.) , französische Kanäle und andere in DE nicht sehen kann und soll, warum deutsches und englisches SKY Fernsehen in Italien, Spanien und Frankreich auch dann "illegal" ist selbst wenn man Empfänger und Smartcard hat ? Die Erklärungen sind immer die gleichen: fehlende Ausstrahlungslizenzen oder wie es in kleinen Ländern heisst: "eine Lizenz die den Empfang jenseits der Landesgrenzen ermöglichen würde ist für uns nicht leistbar". Und es geht weiter mit Beschränkungen bei der Aufnahme. In den alten analogen Zeiten war das kein Problem, mit DVB-T2 wird es weitere Einschränkungen geben. Hoffe, dass sich die EU auch einmal mit diesem Teilaspekt beschäftigt, der wahrscheinlich schon deshalb schwierig sein wird weil massive Eigeninteressen der Lizenzgeber, finanzgewaltiger Medienkonzerne und Einzelinteressen der EU Mitgliedsstaaten immer Vorrang vor dem (zahlenden) Publikumsinteresse haben werden. Bislang noch....
chimm 25.03.2015
5. GEMA wird das zu verhindern wissen
Das GEMA Blocking z.B. bei YouTube funktioniert ja genau nach dem Prinzip.
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