Wellington - Für Kim Dotcom brechen etwas bessere Zeiten an. Der deutsche Gründer der Internetplattform Megaupload steht zwar immer noch in Neuseeland unter Hausarrest, doch zumindest finanziell geht es wieder aufwärts.
Ein neuseeländischer Richter hat am Donnerstag die Summe für den monatlichen Lebensunterhalt von Kim Dotcom und seiner Familie erhöht - auf 60.000 neuseeländische Dollar, das entspricht rund 37.000 Euro. Das Geld kommt aus Dotcoms mutmaßlichem Millionenvermögen, das die Behörden eingefroren haben. Wie die Zeitung "New Zealand Herald" berichtet, bekommt Dotcom außerdem seinen Mercedes zurück.
Ob ihm das reicht, ist fraglich. Medienberichten zufolge hatte der 38-Jährige beantragt, über 167.000 Euro pro Monat verfügen zu dürfen, etwa um einen Butler und ein Kindermädchen bezahlen zu können.
Kim Dotcom war am 20. Januar bei einer gemeinsamen Aktion von neuseeländischen und US-Behörden in seiner Villa in Coatesville bei Auckland festgenommen worden. Sein Vermögen wurde eingefroren. Einen Monat später wurde er gegen Zahlung einer Kaution auf freien Fuß gesetzt.
Der gebürtige Kieler, der ursprünglich Kim Schmitz hieß, darf in seinem Haus nördlich von Auckland auf die Anhörung im Auslieferungsverfahren im August warten. Die USA wollen Dotcom und einigen seiner Mitarbeiter den Prozess machen.
Die US-Behörden werfen Dotcom vor, Urheberrechte verletzt und Copyright-Besitzer betrogen zu haben. Die inzwischen geschlossene Plattform Megaupload hatte ihren Nutzern angeboten, Daten im Internet zu speichern und dort auch anderen zur Verfügung zu stellen. Dies ist an sich nicht illegal. Megaupload war aber laut den Behörden einer der größten Umschlagplätze für illegale Kopien von Musik und Filmen. Den Rechteinhabern sei eine halbe Milliarde Dollar Schaden entstanden.
Dotcom weist die Vorwürfe zurück und wehrt sich gegen die Auslieferung. In den USA drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.
stk/dpa-AFX/AFP
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