Prism-Skandal WikiLeaks will Whistleblower Snowden im Privatjet nach Island bringen

NSA-Whistleblower Edward Snowden versteckt sich in Hongkong - ein WikiLeaks-Anhänger hat nun nach eigenen Angaben in China ein Flugzeug gechartert, um ihn nach Island zu bringen. Dort könnte er Asyl beantragen.

Plakat von Snowden-Unterstützern in Hongkong: WikilLeaks stellt Flugzeug bereit, um Snowden von Hongkong nach Island zu bringen
AP

Plakat von Snowden-Unterstützern in Hongkong: WikilLeaks stellt Flugzeug bereit, um Snowden von Hongkong nach Island zu bringen


Seine Firma hat ihn gefeuert, die Behörden ermitteln gegen ihn: Edward Snowden hat die Internet-Überwachung des US-Geheimdienstes NSA öffentlich gemacht, offenbar Hunderte Dokumente kopiert und sich vorerst nach Hongkong abgesetzt.

Nun bekommt er offenbar Hilfe von WikiLeaks: Ein isländischer Geschäftsmann will sich um den sicheren Transport des Whistleblowers nach Island kümmern. Dem isländischen Fernsehsender Channel2 sagte Olafur Vignir Sigurvinsson, er habe für Snowden einen Privatjet in China gechartert. Sigurvinsson ist Chef der Firma DataCell, die die Spenden für WikiLeaks verwaltet.

Sigurvinsson will Snowden von Hongkong nach Reykjavik bringen, damit dieser dort Asyl beantragen kann. "Alles auf unserer Seite ist bereit, das Flugzeug könnte morgen abheben. Nun warten wir, was die isländische Regierung tun wird", sagte Sigurvinsson. Der Flugzeugcharter für rund 200.000 Euro soll mit Privatspenden finanziert werden, schreibt die Zeitung "News of Iceland".

Die Regierung in Reykjavik sagte am Mittwoch zwar, sie habe informelle Kontakte zu Snowden. Es ist bisher aber nicht sicher, dass die isländische Mitte-Rechts-Regierung dem Whistleblower Zuflucht gewähren will. In einem Interview mit der britischen Zeitung "Guardian" hatte Snowden davon gesprochen, in Island um politisches Asyl bitten zu wollen.

Allerdings ist es für Snowden nur möglich einen Antrag zu stellen, wenn er sich in Island befindet. Zurzeit hält er sich an einem unbekannten Ort in Hongkong auf. Laut Sigurvinsson wird Snowden wahrscheinlich nur mit grünem Licht der Regierung nach Island ausreisen. "Es wäre dumm herzukommen, um dann in die USA ausgeliefert zu werden", sagte der Datacell-Chef. "In dem Fall wäre es besser, er bliebe, wo er ist."

Snowden, der am Freitag 30 Jahre alt wurde, hatte im Mai das geheime Spähprogramm Prism des US-Geheimdiensts NSA enthüllt, mit dem das Internet und der Telefonverkehr umfassend überwacht werden. Der Computerexperte floh anschließend nach Hongkong.

kpg/afp/dpa

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insgesamt 43 Beiträge
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Seite 1
mukkesucker 21.06.2013
1. ups
na hoffentlich kollidiert der Jet nicht zufällig mit einer Drohne...
jd87 21.06.2013
2. ...
Zitat von mukkesuckerna hoffentlich kollidiert der Jet nicht zufällig mit einer Drohne...
...oder hat "ein technisches Problem" gehabt...
doofnuss 21.06.2013
3. komisch, sogar arme schweine können vogelfrei sein - in den usa lebenslang
Zitat von mukkesuckerna hoffentlich kollidiert der Jet nicht zufällig mit einer Drohne...
war auch mein erster - sarkastischer - gedanke. ;-)
eldorim 21.06.2013
4. toll, dass das jetzt jeder weiß
was hält die USA jetzt davon ab ihm am Flughafen oder noch in der Luft abzufangen?
observerlbg 21.06.2013
5. Island steht in einer.....
engen Abhängigkeitsbeziehung zur USA. Und eine konservative Regierung wird diese Beziehung nicht gefährden! Was resultiert daraus?.... ;-(
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