Gesichtserkennung Datenschützer stellt Verfahren gegen Facebook ein

Facebook hat die Gesichtserkennung europaweit abgeschaltet, nun beendet der zuständige deutsche Datenschutz-Beauftragte das Verfahren in der Sache. Facebook habe nachgewiesen, dass die Funktion in Europa tatsächlich nicht mehr aktiv sei. Die bereits erhobenen Daten seien gelöscht worden.

Facebook-Nutzer: Datenschützer will die Biometrie-Datenbank löschen lassen
DPA

Facebook-Nutzer: Datenschützer will die Biometrie-Datenbank löschen lassen


Hamburg - Facebook hat in Sachen Gesichtserkennung eingelenkt: Der Konzern hatte im Sommer 2011 damit begonnen, Porträtfotos deutscher Nutzer für die Gesichtserkennung auszuwerten. Damals wurden standardmäßig alle eingestellten Fotos analysiert, Facebook fragte die Nutzer damals nicht um Erlaubnis. Auf Druck des Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit hat Facebook das gestoppt. Die Aufsichtsstelle widerruft nun die entsprechende Anordnung gegen die Betreiber des sozialen Netzwerks.

Die Einstellung des Verfahrens begründet der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz Johannes Caspar so: Facebook habe durch "überprüfbare Auszüge aus dem benutzten Programmcode" plausibel dargelegt, dass die Funktion europaweit abgeschaltet worden sei. Man habe kontrolliert, dass die bislang bisher erfassten biometrischen Daten tatsächlich gelöscht worden seien. Der Datenschützer betrachtet dies als Erfolg: "Facebook hat auf unseren Druck reagiert und die rechtswidrige Erhebung personenbezogener Daten eingestellt."

Außerdem habe die Firma zugesagt, in Zukunft datenschutzrechtliche Vorgaben zu erfüllen. Sollte Facebook erneut Funktionen zur Gesichtserkennung einführen, ohne eine Zustimmung der Betroffenen vorab einzuholen, würde ein neues Verfahren eingeleitet.

Facebook hatte die Gesichtserkennung Ende 2010 angekündigt. Datenschützer hatten schon früh gegen die Einführung und vor allem die Tatsache protestiert, dass die Funktionalität zunächst standardmäßig alle Nutzer betraf, ohne explizite Ankündigung. Im Sommer 2011 hatte Caspar erklärt, die Gesichtserkennung verstoße gegen europäisches und deutsches Recht und die Abschaltung gefordert. Facebook wehrte sich zunächst dagegen. Im September 2012 hatte der irische Datenschützer erklärt, Facebook habe die Gesichtserkennung für Europa deaktiviert, die bereits erhobenen Daten würden gelöscht. Das ist nun offenbar geschehen.

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lis/cis



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insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
rummel666 07.02.2013
1. ahja und wer wollte das?
die leute die sich bei facebook und co anmelden wollen überhaupt keinen datenschutz haben die jenigen die den haben wollen würden eh nicht bso bekloppt sein sich bei diesen ausspionieren anzumelden
tillneumann 07.02.2013
2. Die Gesichtserkennung wird sowieso kommen ...
man sollte sich schon mal daran gewöhnen, früher oder später laufen eh alle mit Google/Facebook-Brillen herum, ist im Endeffekt das gleiche wie mit Googe Street Debatte.. Was technisch möglich ist und evolutionär auch nur entfernt sinnvoll ist,wird eben auch umgesetzt.
spon-facebook-10000351791 07.02.2013
3.
Zitat von rummel666die leute die sich bei facebook und co anmelden wollen überhaupt keinen datenschutz haben die jenigen die den haben wollen würden eh nicht bso bekloppt sein sich bei diesen ausspionieren anzumelden
Und mal wieder ganz nebenbei und unterschwellig ein Sechstel der Weltbevölkerung als bekloppt hingestellt... Sogar gleich mit dem ersten Post, Gratulation! PS: Vermutlich habe ich mich bei ihnen ohnehin schon dadurch disqualifiziert, dass ich hier via Facebook angemeldet bin.
kantino 07.02.2013
4. merkwürdiges Bild
Immer wenn ich dieses irre tolle Bild vom Auge mit Logo sehe frag ich mich: Wer von Euch liest noch so auf seinen Bildschirm spiegelverkehrt?
Na Sigoreng 07.02.2013
5. Das ist nun offenbar geschehen.
Jaja, "offenbar" bedeutet nicht, dass es so ist ! Meines Wissens nach haben unsere Strafverfolgungsbehörden nach wie vor Zugang zu dieser Gesichtserkennung um Straftäter schneller aufspüren zu können. Abgesehen davon sollen die Kameras in den sog. Mautbrücken mit dieser Gesichtserkennung gekoppelt werden, so kann man böse Bubinnen und Buben schneller ausfindig machen. Unbescholtene Bürger sind davon natürlich überhaupt nicht betroffen !
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