Google-Formular 12.000 Löschanträge am ersten Tag

Das Antragsformular zum "Recht auf Vergessenwerden" stieß am ersten Tag auf große Resonanz: Google bekam nach SPIEGEL-Informationen innerhalb von 24 Stunden 12.000 Anträge, um unerwünschte Suchergebnisse löschen zu können.

    Google-Zentrale: Formular freigeschaltet
Corbis

Google-Zentrale: Formular freigeschaltet


Das "Recht auf Vergessenwerden" wird von Google schon in großem Umfang eingefordert: Bereits am Tag, als das entsprechende Formular von dem Internetkonzern ins Netz gestellt wurde, gingen nach SPIEGEL-Informationen europaweit 12.000 Anträge auf Tilgung unerwünschter Suchergebnisse ein.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte Mitte Mai entschieden, dass Suchmaschinen wie Google bei einer Suche nach einem Namen in bestimmten Fällen nicht alle Treffer anzeigen dürfen. EU-Bürger können von Suchmaschinenbetreibern verlangen, dass sie Links nicht mehr anzeigen, wenn die Inhalte ihre Persönlichkeitsrechte verletzen. Lehnen die Suchmaschinenbetreiber dies ab, können Betroffene die zuständigen Datenschutzbeauftragten einschalten oder klagen.

Bislang können gelöschte Einträge auf chillingeffects.org, einem Projekt mehrerer US-Universitäten und einer Bürgerrechtsorganisation, einzeln nachvollzogen werden. Auch wer eine Löschung beantragt hat, ist in der Datenbank der Website sichtbar. "Das wird bei Suchtreffer-Entfernungen auf Grundlage des EuGH-Urteils so nicht sein. Wir werden auf den Schutz der Anonymität achten", sagte ein Google-Sprecher.

Anders als Google möchte Konkurrent Bing vorerst abwarten und kein Löschformular einrichten. Derzeit erreichten die Suchmaschine nur sehr wenige Löschgesuche, so Bing-Betreiber Microsoft. Bing hat in Deutschland nur einen Marktanteil von drei Prozent.

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insgesamt 99 Beiträge
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Seite 1
Zaunsfeld 31.05.2014
1.
Toll. Dann werde ich Internetseiten mit Informationen über todbringende Wundermittel anbietende Quacksalber, Nazi-Äußerungen von AfD-Politikern, Korruptionsvorfällen in Behörden, Betrugs- und Abzockvorfällen von Banken und Versicherungen usw. künftig nicht mehr in einer Suchmaschine finden können, wenn diese Personen und Institutionen das nicht wollen? Danke schön. Denn normale Menschen werden wohl nur in den seltensten Fällen überhaupt in google auftauchen, geschweige denn auch noch in negativer Weise.
steiger 31.05.2014
2. groß – größer – (am) größte(n)
Zitat von sysopCorbisDas Antragsformular zum "Recht auf Vergessenwerden" stieß am ersten Tag auf große Resonanz: Google bekam nach SPIEGEL-Informationen innerhalb von 24 Stunden 12.000 Anträge, um unerwünschte Suchergebnisse löschen zu können. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/google-12-000-loeschantraege-am-ersten-tag-a-972612.html
12.000 von wie vielen Milliarden? Meine Güte, lasst doch endlich mal die Kirche wieder im Dorf. Wenn es ein Formular zum vergessen der Punkte in Flensburg geben würde, wären es mindestens 6 Millionen (Plus 1) die das innerhalb von 24 Stunden ausfüllen würden.
rodelaax 31.05.2014
3. Falsche Sicherheit
Zwar werden die Einträge unter google.de nicht mehr angezeigt, unter google.com sind die aber weiterhin zu sehen. Wenn ich also etwas über jemanden heraus finden will, gebe ich einfach goole.com in den Browser ein.
stelzenlaeufer 31.05.2014
4. Dass
man dafür eine Kopie seines Personalausweises hochladen muss bleibt bei SPON natürlich unerwähnt. Was macht Google denn mit diesen Daten?
genugistgenug 31.05.2014
5. auweia was für eine Naivität
wieso glauben die meisten Personen 99,999999999% das tatsächlich die Webseite gelöscht wird? Es wird nur der LINK darauf gelöscht und das auch nur bei einem Zugriff aus Europa (kann sicher einfach umgangen werden). Die Seite selbst bleibt natürlich online! Übrigens, es gibt noch ein Internet außerhalb von Google. PS gerade 09/00 kam in den S4 Radio-Nachrichten dass Google darauf verzichten will eine Kopie des Ausweises zu verlangen und nur noch eine lesbare Kopie eines ID Papieres verlangt. Der Datenschutzbeauftragte hatte darauf hingewiesen dass die automatische Speicherung von Ausweisen bei Unternehmen verboten sein soll. PS ist natürlich interessant - da lassen die Leute einen LINK löschen und schicken dazu gleich noch mehr Infos mit - Infos mit denen man viel mehr anfangen kann...........
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