Project Skybender Google soll Drohnen für rasantes Internet planen

Überall mobiles Internet, 40-mal so schnell wie 4G - laut einem Zeitungsbericht experimentiert Google mit solarbetriebenen Drohnen, die 5G-Verbindungen bereitstellen können.

Drohne der Google-Tochter Titan Aerospace: Experimente mit schnellem Internet
DPA/ EPA/ Titan Aerospace/ Google

Drohne der Google-Tochter Titan Aerospace: Experimente mit schnellem Internet


Seit Smartphones allgegenwärtig sind, steigen auch die Anforderungen an das mobile Internet: Möglichst überall soll eine Verbindung möglich sein, schnell genug, um Musik, Videotelefonate und Filme streamen zu können.

Ab 2020 frühestens rechnen Mobilfunkbetreiber mit der Einführung des neuen Standards 5G, der deutlich schneller sein könnte als das derzeitige 4G (LTE).

Offenbar könnten die Deutsche Telekom, Vodafone und andere Anbieter weltweit bald mächtige Konkurrenz erhalten. Laut einem Bericht des "Guardian" experimentiert Google in der Wüste von New Mexico mit solarbetriebenen Drohnen, die 5G-Internet überall dorthin bringen könnten, wo sie fliegen dürfen.

Dass Google mit den Internet-Drohnen mit circa 50 Metern Spannweite experimentiert, ist schon länger bekannt. Im vergangenen Mai stürzte eine Drohne bei einem Testflug ab. Der Internetkonzern nutzt dafür den Spaceport America, von wo normalerweise die Raketen privater Raumfahrtunternehmen wie SpaceX starten.

Spaceport America: Von hier starten Weltraumraketen und Googles Drohnen
Spaceport America

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Der "Guardian" berichtet nun aber über neue Details: Googles sogenannte Project Skybender soll auf einer Technologie basieren, die potenziell 40-mal schnelleres Internet bereitstellen kann als 4G. Weil sie zur Übertragung Millimeterwellen verwenden, konkurrieren sie nicht mit Mobilfunkfrequenzen um Bandbreite.

Dafür hat das 5G-Signal nur ein Zehntel der Reichweite von 4G. Die Drohnen sollen durch sogenannte phasengesteuerte Felder das Signal sehr zielgenau verteilen können.

Welchen Zeitplan das Projekt hat, ist nicht bekannt. Bis Juli 2016 hat Google die Erlaubnis für seine Experimente in New Mexico.

Der Fokus auf extrem schnelles Internet unterscheidet Project Skybender wohl auch von Facebooks "Internet.org". Für dieses kooperiert der Anbieter des weltgrößten sozialen Netzwerks mit mehreren Konzernen wie Ericsson und Nokia, um mit Drohnen Internet in Entwicklungsländer zu bringen.

ade

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insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
wahrsager26 30.01.2016
1. Drohne
Mich als Modellflieger hat das kleine Bild ganz besonders gefreut,zeigt es uns ein ferngesteuertes Flugzeug in einer Form,wie sie bei den modernsten Leichtsegelflugzeugmodellen angewandt wird ......!Ein vermutlich sehr langsam fliegender Prototyp mit hohem Tragflächenauftriebsprofil.Genau wie die beschriebene Modellgattung!Danke
whocaresbutyou 30.01.2016
2. am Thema vorbei?
und was bitte hat das mit dem Artikel über Googles 5G-Drohnen zu tun?
53er 30.01.2016
3. Die Superideen
von Google Amazon etc. werden bald auf den Boden der Wirklichkeit aufschlagen. Es werden Millionen verpulvert für gigantomane aber nicht realisierbare Zukunftsträume. Besser wäre es, sie würden sich auf das Machbare konzentrieren und ihre Zunkunftsträume auf morgen verschieben.
whocaresbutyou 30.01.2016
4. fachlich nicht zu ende gedacht...
---Zitat--- Offenbar könnten die Deutsche Telekom, Vodafone und andere Anbieter weltweit bald mächtige Konkurrenz erhalten. Laut einem Bericht des "Guardian" experimentiert Google in der Wüste von New Mexico mit solarbetriebenen Drohnen, die 5G-Internet überall dorthin bringen könnten, wo sie fliegen dürfen. ---Zitatende--- und genau da liegt der Haken... G5 kann vieles und auch vieles besser, aber nicht alles gleichzeitig. Je höher die genutzte Frequenz, desto geringer die Reichweite und die Gebäudedurchdringnung. LTE/4G im 800Mhz-Band beispielsweise hat eine Reichweite bis ca. 10 Kilometer und eine vergleichsweise gute Massepenetration, liefert aber "nur" ca. 50 MBits. LTE/4G im 1600/1800Mhz-Band schafft zwar Datenraten von bis zu 150MBits, hat allerdings nur eine Sendereichweite von etwa 2 Kilometer. Wenn man zugrunde legt, dass 5G laut Artikel nur ein Zehntel der Reichweite von 4G hat und ein solarbetriebenes Fluggerät oberhalb der Wolkendecke fliegen müsste, die in unseren Breiten bei bis zu 10 Kilometern liegen kann, darf die Eignung von solaren 5G-Drohnen zur flächendeckenden Versorgung unserer Region getrost angezweifelt werden. Man würde schlichtweg kaum noch Himmel sehen...
acitapple 30.01.2016
5.
Zitat von 53ervon Google Amazon etc. werden bald auf den Boden der Wirklichkeit aufschlagen. Es werden Millionen verpulvert für gigantomane aber nicht realisierbare Zukunftsträume. Besser wäre es, sie würden sich auf das Machbare konzentrieren und ihre Zunkunftsträume auf morgen verschieben.
Warum nicht ? Wenn sowas jemand zustande bringt, dann die genannten Unternehmen. Wer auch sonst, die Telekom ? Es werden jährlich noch viel mehr Millionen verpulvert, weil man erst beim experimentieren merkt, ob etwas funktioniert. Ich bin froh über so viel Pioniergeist, der uns ständig voranbringt, anstatt erstmal auf der Stelle zu treten.
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