Angriffsplan gegen Google EU-Parlament will Internetkonzerne zerschlagen

Suchmaschinen sollen von anderen Geschäftsbereichen getrennt werden. Das will das EU-Parlament laut einem Bericht der "Financial Times" fordern. Der Entwurf dürfte gegen den Google-Konzern gerichtet sein.

EU-Parlament in Brüssel: Angriff auf Internetkonzerne
AFP

EU-Parlament in Brüssel: Angriff auf Internetkonzerne


Brüssel - Es liest sich kryptisch verklausuliert, könnte aber ein Angriffsplan gegen den Google-Konzern sein: Das Europäische Parlament plant, Suchmaschinen von anderen kommerziellen Diensten zu trennen. Ein entsprechender Antrag werde derzeit vorbereitet, berichtete die "Financial Times". Die Entflechtung solle die Marktdominanz des Konzerns entschärfen.

Zuständig ist allerdings nicht das Parlament, sondern die EU-Kommission. Das Parlament gibt in seinem Antrag lediglich ein starkes politisches Signal.

Der frühere Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia hatte sich im Februar eigentlich mit Google geeinigt. Der Konzern hatte damals zugesagt, Ergebnissen aus konkurrierenden Onlinediensten mehr Platz einzuräumen und eigene Angebote klarer zu kennzeichnen. Das war vielen jedoch nicht weit genug gegangen, darunter Kommissionskollegen Almunia. Gebe es bis zum Amtsende der EU-Kommission Ende Oktober keine Einigung, werde die neue Kommission den Fall weiterverfolgen, kündigte Almunia damals an.

Derzeit prüft die EU-Kommission, ob der Konzern seine Marktstellung bei Suchmaschinen missbraucht. Die neue Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hatte unlängst vor den Abgeordneten des EU-Parlaments erklärt, sie brauche mehr Zeit, um das weitere Vorgehen in dem seit vier Jahren laufenden Verfahren gegen den US-Konzern zu prüfen.

Sie werde sich nur mit Fragen des Wettbewerbs befassen, sagte Vestager. Kritiker haben allerdings gefordert, dass auch der Datenschutz einbezogen werden müsse.

isa/Reuters



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insgesamt 113 Beiträge
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quark@mailinator.com 21.11.2014
1. Naja ...
Es ist zu schön, um wahr zu werden. Natürlich müßte die EU was gegen die Großkraken im Netz tun, sei es nun Google oder Apple, Microsoft oder Amazon, eBay, Facebook usw. ... aber ich sehe nicht, daß das passiert. Ein seriöser Ansatz würde die zentralen Funktionen des Netzes in eine nicht zu überwachende Peer-2-Peer-Architektur verlagern, sei es nun die Suche oder das soziale Netzwerk. Aber damit würde der Staat die Kontrolle verlieren und bevor das passiert, nimmt man lieber die Überwachung durch die USA inkauf - denn komischerweise sind alle diese Firmen dort zuhause ...
adsoftware 21.11.2014
2. Die Macht von Google ist größer als die der EU
Was erlauben EU? Google wird den Geschäftsbetrieb in Europa lieber einstellen, als sich diesen Bürokraten in Brüssel zu beugen. Google beugt sich auch nicht der chinesischen Zensur.Warum zerschlägt die EU nicht die Deutsche Bank? Damit wäre vielen geholfen, besonders den Hungernden, die Lebensmittel nicht bezahlen können, weil "Banker" spekulieren wollen.
jaduk 21.11.2014
3.
Dann nutzen wir eben google.com und dort gibt es auch Deutsch als Sprache. Es ist erstaunlich, wie engstirnig und ignorant Poltiker noch immer sind, was das Internet angeht. Und das ist alles nicht "für die Bürger", sondern nur zum Schutz der Profite anderer Unternehmen.
bkachler 21.11.2014
4.
Zitat von quark@mailinator.comEs ist zu schön, um wahr zu werden. Natürlich müßte die EU was gegen die Großkraken im Netz tun, sei es nun Google oder Apple, Microsoft oder Amazon, eBay, Facebook usw. ... aber ich sehe nicht, daß das passiert. Ein seriöser Ansatz würde die zentralen Funktionen des Netzes in eine nicht zu überwachende Peer-2-Peer-Architektur verlagern, sei es nun die Suche oder das soziale Netzwerk. Aber damit würde der Staat die Kontrolle verlieren und bevor das passiert, nimmt man lieber die Überwachung durch die USA inkauf - denn komischerweise sind alle diese Firmen dort zuhause ...
Ja komisch, gell. Irgendwie ist man hierzulande nicht imstande, irgend etwas der Art auf die Beine zu stellen, Neuland fuer alle eben. Und wenn schon nichts kommt, dann kann man ja wenigstens noch versuchen, hier und da etwas zu verhindern oder blockieren.
Heumar 21.11.2014
5. Grins
Die legen sich bestimmt nicht mit der CIA und NSA an. Die in diesen Internet-Unternehmen ihre Fingern drin haben.Wenn es um die nationalen Interessen der USA geht, stehen auch alle EU-Parlamentarier stramm. Keiner wird gerne als Feind Amerikas erdrohnt oder vergiftet.
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