Computerbrille Glass: Datenschützer aus zehn Ländern verlangen Antworten von Google

NRW-Ministerpräsidentin Kraft mit Google Glass: Brille hört mit Zur Großansicht
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NRW-Ministerpräsidentin Kraft mit Google Glass: Brille hört mit

Googles Computerbrille ruft Datenschützer auf den Plan: In einem Brief verlangen die Beauftragen aus zehn Ländern Antworten von dem Konzern. Sie wollen wissen, ob einem Missbrauch der Technik vorgebeugt werden kann.

Hamburg - Was speichert die Google-Brille und wer hat Zugriff auf diese Daten? In einem gemeinsamen Brief an Google-Chef Larry Page bitten Dutzende Datenschutzbeauftragte aus der ganzen Welt um genauere Informationen zum Projekt Google Glass. Das teilte der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, mit. Die Beauftragten wollen darin wissen, welche Informationen Google über die Nutzer seiner Internetbrille sammeln, was der Konzern damit tun und welche Daten er an Dritte weitergeben will.

Google Glass befindet sich derzeit in der Testphase und könnte im nächsten Jahr auf den Markt kommen. Der US-Konzern hatte die mit kleiner Kamera, Mikrofon und Kompass ausgestattete Brille vor gut einem Jahr erstmals vorgestellt. Das Display der Brille befindet sich in einem Winkel der Brillengläser, gesteuert wird die Brille mit Sprachbefehlen und Kopfnicken. Über ein verbundenes Smartphone werden außerdem GPS-Positionsdaten verarbeitet.

Die Datenschützer bitten Google darum, schon bei der Entwicklung auf eine datenschutzfreundliche Gestaltung des Systems zu achten. Auch soll der Konzern erklären, wie Google damit umgeht, dass die Nutzer von Google Glass künftig problemlos unbemerkt Daten über Andere sammeln könnten. Bedenken über Google Glass hatte auch schon eine Gruppe von US-Kongressabgeordneten geäußert. Sie verlangte von Google im Mai ebenfalls Antworten darauf, was die internetfähige High-Tech-Brille für den Datenschutz und die Privatsphäre der Bürger bedeute.

Das aktuelle Schreiben an Google unterzeichneten die Datenschutz-Beauftragten der EU-Staaten, Australiens, Neuseelands, Kanadas, Mexikos und Israels. Google stand in den USA und in Europa in der Vergangenheit immer wieder wegen Verstößen gegen den Datenschutz in der Kritik. Unter anderem musste der Technologiekonzern Bußgelder zahlen, weil er bei den Aufnahmefahrten für seinen Straßenfoto-Dienst Street View Datenverkehr ungeschützter drahtloser Netzwerke mitgeschnitten hatte.

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11  Bilder
Project Glass im Test: Das ist Googles Datenbrille

ore/AFP

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insgesamt 12 Beiträge
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1. Sinnlos
EvilGenius 18.06.2013
Zitat von sysopDPAGoogles Computerbrille ruft Datenschützer auf den Plan: In einem Brief verlangen die Beauftragen aus zehn Ländern Antworten von dem Konzern. Sie wollen wissen, ob einem Missbrauch der Technik vorgebeugt werden kann. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/google-glass-datenschuetzer-verlangen-antworten-a-906501.html
Was versprechen sie sich davon? Wir wissen inzwischen, dass Google von der US-Regierung gezwungen wird zu lügen. Welche Antworten sie auch immer geben, sie sind nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt sind. Dezeit und wohl auch zukünftig muss man wohl leider davon ausgehen, dass die Brillenkamera von der NSA angezapft wird. Träger von Glass sind damit als feindliche Spione zu behandeln.
2. google-brille: hilfe für ältere menschen
ox10c 18.06.2013
Ich kann mir gut vorstellen, das sie gerade für ältere Mitmenschen eine Hilfe ist und das Leben einfacher macht. Brille: 'Das ist Schwester Agnes, freundlich grüßen' , 'rechts neben dir sitzt Fr. Meyer. Sie war beim Friseur. Kompliment machen' , 'dein Zimmer liegt im 2. Stock. Fahrstuhl rechts um die Ecke' , 'Termin 16:00 Uhr, Enkelin kommt, 50€ bereithalten, sie geht heute mit ihrem neuen Freund ins Kino. Kurzkritik des Films................', 'Das ist Frau Müller. Nach Sohn fragen, hatte Herzinfarkt, liegt noch intensiv. Bedauern'. usw. Fände ich garnicht sooooo schlecht.
3. immer so ein Wind
blickpol 18.06.2013
um gar nichts. Denn es ist gar nichts, als Datenschützer nachzufragen wie sicher Daten seien, wo die Tinte der vielen Erklärungen über die Vorgehensweise von NSA und co noch nicht trocken ist. Natürlich, man könnte viel dazu erklären, aber wird es dadurch wahrhaftiger?
4. lauf der Zeit anhalten?
FrankDr 18.06.2013
Vor 15 Jahren wurde ein Aufriss gemacht, weil Handy Gespräche aufzeichnen.. Vor 10 Jahren, weil man überall damit Fotos machen kann. Seit 5 Jahren machen Jugendliche bereits von allem im leben Videos. Und nun kommt eine Brille. Und wieder werden die Ewiggestrigen schimpfen und den Lauf der Dinge dennoch nicht aufhalten, weil einfach für die Mehrheit die Vorteile deutlich überwiegen wenn das Produkt ausreift. Das ist auch gut so (und ist dennoch in keiner Weise eine Befürwortung von illegalen Abhöraktionen, Voyeurismus oder sonstwas)
5. hahaha noch einer
ox10c 18.06.2013
Brille: 'Halt MHD erdbeerJoghurt abgelaufen. Mit Fr. Meyer tauschen, Kirsch noch gut.'
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