Globale Internetversorgung Google steigt ins Drohnengeschäft ein

Es ist der Kampf um die globale Internetversorgung: Google übernimmt den Drohnenhersteller Titan Aerospace, an dem auch Facebook interessiert gewesen sein soll. Über den Luftweg sollen entlegene Weltregionen fürs Geschäft erschlossen werden.

DPA

New York - Google kauft den Drohnenhersteller Titan Aerospace, an dem zuvor auch Facebook interessiert gewesen sein soll. Das Start-up-Unternehmen ist auf Drohnen für besonders große Höhen spezialisiert und soll den Suchmaschinengiganten dabei unterstützen, mit Hilfe ihrer Technologie mehr und mehr Menschen weltweit über den Luftweg an das Internet anzuschließen. Ein Preis wurde am Montag nicht genannt.

Titan solle am Google-Projekt Loon mitarbeiten, das mit Antennen auf riesigen Ballons Internetanschlüsse in entlegene Regionen bringen solle, sagte ein Google-Sprecher dem "Wall Street Journal".

Die Drohnen von Titan Aerospace, die noch in der Entwicklung sind, sollen mit Hilfe von Sonnenenergie angetrieben werden. Damit könnten sie fünf Jahre in einer Höhe von etwa 19 Kilometern fliegen. Die Flügelspannweite liegt mit knapp 50 Metern in der Dimension einer Boeing 767. Die Technik soll nach bisherigen Angaben 2015 reif für den Einsatz sein.

Laut Titan können die Drohnen Echtzeitaufnahmen der Erde in hoher Auflösung machen, über Sensoren Messungen der Atmosphäre durchführen und Daten und Sprache übertragen. Damit könnten sie auch für andere Dienste wie Google Maps wichtig sein, berichtet das "Wall Street Journal".

Titan Aerospace, eine Firma mit etwa 20 Mitarbeitern, wird laut der Zeitung weiterhin in New Mexico von ihrem alten Chef Vern Raburn geführt.

Anfang März hatte es Medienberichte gegeben, wonach Facebook über einen Kauf von Titan verhandelt. Dem US-Sender CNBC zufolge ging es um einen Kaufpreis von etwa 60 Millionen Dollar. Stattdessen übernahm das Onlinenetzwerk aber den britischen Drohnenentwickler Ascenta, der ebenfalls an solarbetriebenen Drohnen arbeitet. Der Preis lag laut "Wall Street Journal" bei 20 Millionen Dollar. Facebook will mit der Technik ebenfalls günstige Internetzugänge in entfernte Regionen in Entwicklungsländern bringen.

sun/dpa



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