Rotlichtgerüchte Google löscht Suchresultate zu Bettina Wulff

Der Suchmaschinenbetreiber Google hat Einträge zu Bettina Wulff aus seinem Index gelöscht. Die acht Suchresultate stehen im Zusammenhang mit rechtswidrigen Tatsachenbehauptungen zu ihrer Vergangenheit. Es ist für die Ex-Präsidentengattin aber nur ein Etappensieg.

Bettina Wulff, die Ehefrau des früheren Bundespräsidenten Christian Wulff
dapd

Bettina Wulff, die Ehefrau des früheren Bundespräsidenten Christian Wulff


Berlin - Google hat acht Suchresultate gelöscht, die auf rechtswidrige Tatsachenbehauptungen über die Rotlichtgerüchte der Ex-Präsidentengattin Bettina Wulff verwiesen haben. Drei Einträge stammen von der als rechtsradikal geltenden pseudo-christlichen Webseite Kreuz.net. Dies sagte Google-Sprecher Kay Oberbeck im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE und bestätigte damit einen Bericht der Zeitung "Bild am Sonntag".

Nach Oberbecks Angaben wollten Bettina Wulffs Anwälte insgesamt rund 3000 Einträge aus dem Suchindex löschen lassen, darunter auch die Links zum Wikipedia-Artikel über sie. Google lehnte das allerdings ab. "Wir haben nur acht Einträge gelöscht", sagte Oberbeck, und dies sei schon vor Wochen geschehen. "Wir löschen immer, wenn es rechtswidrige Inhalte sind", betonte der Google-Sprecher. Entfernte Einträge tauchen bei Suchanfragen dann nicht mehr in der Trefferliste auf.

Bettina Wulffs Anwälte haben Google aber nicht nur zur Löschung von Einträgen aus dem Suchindex aufgefordert. Im September verklagten sie den US-Konzern öffentlichkeitswirksam, weil bei Eingabe ihres Namens sofort Begriffe vorgeschlagen werden, die ihre Mandantin als verleumderisch empfindet. Wulffs Anwälte fordern, dass mehr als 80 Suchbegriffe aus der automatischen Vervollständigung gelöscht werden. Dies ist offensichtlich bislang nicht geschehen. Während der Eingabe des Namens Bettina Wulff erscheinen nach wie vor automatisch die Begriffe, gegen die Wulffs Anwälte vorgehen. Nach Aussage des Sprechers Oberbeck wurde Google diese Klage bislang noch nicht zugestellt.

"Algorithmisch erzeugten Resultate"

Mit der Funktion der Autovervollständigung will Google den Surfern lästige Tipparbeit abnehmen. Nach der Eingabe der ersten Buchstaben erscheint automatisch eine Liste von Begriffen. Der Surfer muss seine Suche nicht komplett eintippen, sondern kann einen der Vorschläge anklicken. Das klappt oft sehr gut, führt aber im Falle Wulff dazu, dass Begriffe vorgeschlagen werden, die auf einem Gerücht beruhen.

Der Konzern verweist dabei auch auf den Algorithmus, der seine Suchergebnisse steuert. "Die bei der Google-Autovervollständigung sichtbaren Suchbegriffe spiegeln die tatsächlichen Suchbegriffe aller Nutzer wider", sagte ein Google-Sprecher. Hinzu kämen "algorithmisch erzeugten Resultate mehrerer objektiver Faktoren, inklusive der Popularität der eingegebenen Suchbegriffe".

Gezielte Eingriffe in die Autovervollständigung gibt es aber durchaus, wie das Beispiel des Suchbegriffs Torrent zeigt. Mit der Eingabe "Adobe CS4 Torrent" sucht mancher Surfer gezielt nach Softwareraubkopien. Noch im April 2009 ergänzte Google eine Suchanfrage nach "Adobe CS4" mit Begriffen wie "Torrent" oder "Crack". Inzwischen werden diese Wörter in der Autovervollständigung nicht mehr angeboten. "Wenn etwas rechtswidrig ist, dann nehmen wir das raus", erklärte Google-Sprecher Oberbeck im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE.

Unterstützung erhielt Bettina Wulff von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU). "Das Beispiel von Bettina Wulff dokumentiert, wie wichtig der Schutz der Persönlichkeitsrechte im Netz ist", hatte der Politiker gesagt. "Ich habe großes Verständnis für das Anliegen von Frau Wulff und verstehe, dass sie verletzt ist."

hda/cbu

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