Neues Kartenmaterial: Google zeigt mehr Nordkorea
Straßen und Plätze statt weißer Flächen: Google hat die Nordkoreakarte seines Dienstes Maps überarbeitet. Geholfen haben dabei Freiwillige mit Ortskenntnis. Nordkoreanern dürfte das Update kaum helfen - Internetzugang haben nur Privilegierte.
Hamburg - "Wir wissen, dass diese Karte nicht perfekt ist", schreibt Googles Produktmanager Jayanth Mysore im Unternehmensblog, in dem er die jüngste Generalüberholung der Nordkorea-Karte ankündigt. Trotzdem hat sich viel getan, wie der von Google präsentierte Vergleich alter und neuer Kartenausschnitte zeigt. Blickte man in der alten Kartenversion auf Pjöngjang, gab es in der Hauptstadt und um die Hauptstadt herum kaum etwas zu sehen.
In der neuen Google-Karte dagegen sind nun beispielsweise mehrere Schnellstraßen eingezeichnet. Richtung Süden etwa verläuft eine Straße in die Großstadt Kaesong. In Pjöngjang tauchen nach dem Update Metrostationen auf, ebenso Sehenswürdigkeiten wie Parks und Monumente. Zusätzlich zur grafischen Darstellung lassen sich Satellitenaufnahmen abrufen.
Google lässt Nutzer kartieren, aber nicht in Deutschland
Entstanden ist Googles neue Karte zumindest teilweise per Crowdsourcing. Über den Dienst Map Maker hätten sich "Freiwillige" beteiligt, heißt es in Googles Ankündigung, der "Guardian" berichtet, dass auch Südkoreaner mit Ortskenntnis geholfen hätten.
Googles Map Maker richtet sich an Nutzer mit guter Ortskenntnis, sie können mit dem Werkzeug Straßen und interessante Plätze für den Kartendienst vorschlagen. Diese Vorschläge werden geprüft und anschließend eventuell übernommen.
Beim Aufrufen des Tools werden Nutzer zum Beispiel ermuntert einzutragen, welche Straßen ihrer Stadt für Radfahrer geeignet sind. Die Deutschlandkarte lässt sich mit dem Map Maker bislang nicht verändern, anders als die Karten der Schweiz und Österreichs. Als Google den Map Maker 2008 einführte, geschah das auch im Hinblick auf Schwellenländer mit kaum vorhandenem Kartenmaterial und Staaten wie Nordkorea, über die aus politischen Gründen wenige Informationen verfügbar sind.
Südkoreaner helfen aus
Ob die neue Kartenveröffentlichung in Zusammenhang mit dem Besuch von Eric Schmidt in Nordkorea steht, ist unklar. Der Vorsitzende des Google-Verwaltungsrats war im Januar nach Nordkorea gereist, offiziell als Privatperson. Produktmanager Mysore schreibt im Blog-Eintrag, dass die neue Karte vor allem für Südkoreaner hilfreich sei, die im Norden Vorfahren oder Verwandte haben.
Die meisten Nordkoreaner hingegen dürften das Update gar nicht zu Gesicht bekommen: In dem Staat haben nur Privilegierte Internetzugang. An den Universitäten beispielsweise surfen Studenten in einem nach außen abgeschlossenen Intranet, Websites aus dem Ausland können sie in der Regel nicht aufrufen.
mbö
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- Dienstag, 29.01.2013 – 12:57 Uhr
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- Markus Böhm schreibt von München aus am liebsten über Medien und die Menschen dahinter. Als "Kioskforscher" setzt er sich voller ungesunder Begeisterung bloggend mit Zeitschriften auseinander.
Natalie Stosiek
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