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Google News: Roboter gezähmt, Eric Schmidt stichelt

Der Software-Roboter, der Nachrichten für Google News einsammelt, wurde umgebaut. Verlage können das Programm teilweise oder ganz aus ihren Web-Seiten aussperren. Google-Chef Eric Schmidt warb im "Wall Street Journal" um die Sympathien der gebeutelten Verleger - und wies alle Schuld von sich.

Google: Suchroboter des Nachrichten-Aggregators kann ausgesperrt werden Zur Großansicht
AFP

Google: Suchroboter des Nachrichten-Aggregators kann ausgesperrt werden

Der Nachrichten-Aggregator Google News soll das Netz künftig auf andere Weise durchsuchen - und damit den arg gebeutelten Verlegern ein weiteres Stückchen entgegenkommen. Der "nachrichtenspezifische Crawler" den Google-News-Manager Josh Cohen in einem Blogeintrag vorstellte, erlaubt den Verlagswebsites, genauer zu differenzieren, welche Inhalte die Suchmaschinen-Crawler erfassen dürfen und welche nicht.

Den gesamten Inhalt oder auch nur Teile einer Website für den allgemeinen Google-Suchroboter unsichtbar zu machen, war bislang schon mit einem bestimmten Stückchen Code im eigenen Web-Angebot möglich, nun, so Cohen, erweitere man diese Funktionalität auch auf Google News - der Suchroboter für das automatisch generierte Nachrichtenangebot ist ein anderer als der normale Google-Bot. Cohen: "Wir respektieren die Wünsche der Verlage. Wenn die Verlage nicht wollen, dass ihre Websites in der Websuche oder in Google News auftauchen, wollen wir ihnen eine einfache Möglichkeit geben, sie zu entfernen." Google ist in jüngerer Zeit immer wieder Ziel der Kritik von Verlegern - auch aus Deutschland - gewesen. Der Suchmaschinengigant verdiene an den journalistischen Inhalten mit, ohne dafür zu bezahlen, so der Vorwurf. Besonders heftige Worte findet für diese These regelmäßig News-Corp-Chef Rupert Murdoch ("Fox News", "Sun", "Times", "Sky").

Google-Chef Eric Schmidt schrieb derweil einen Gastbeitrag - ausgerechnet für Rupert Murdochs "Wall Street Journal". Darin versichert Schmidt einmal mehr, man wolle den Verlegern die Hand reichen und ihnen "helfen mehr Geld zu verdienen". Das könne auch über Bezahlinhalte geschehen, und auch die könne man durchaus über eine Suchmaschine finden. Erst vorgestern hatte der Konzern verkündet, dass die Erreichbarkeit eigentlich nicht frei zugänglicher Artikel - zum Beispiel aus dem "Wall Street Journal" - über Google künftig auf maximal fünf kostenfreie Zugriffe am Tag begrenzt werden kann. Rupert Murdoch und der Chef des "Wall Street Journal" dagegen hatten am vergangenen Dienstag einmal mehr kräftig über Google geschimpft.

Schmidt kuschelt in seinem Gastbeitrag im Murdoch-Blatt denn auch nicht nur. Er fordert auch mehr Höflichkeit im gegenseitigen Umgang, äußert ein bisschen Mitleid für die schwierige Situation der Zeitungsverlage - und sagt dann sehr deutlich, dass Google daran nicht schuld sei. Man kann das auch als flankierenden Kommentar zu den erweiterten Aussperrmöglichkeiten gegen die Google-Crawler lesen: "Wir schicken den Online-Nachrichtenseiten monatlich eine Milliarde Klicks von Google News und mehr als drei Milliarden weitere Besuche von unseren anderen Diensten wie Web-Suche und iGoogle. Das sind 100.000 Chancen pro Minute, loyale Leser zu gewinnen und Umsatz zu generieren - kostenlos."

cis

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