re:publica Googles Sicherheitschef gegen pauschale Datenfreigabe für Behörden

Kundendaten sollte man nur auf richterliche Anordnung herausgeben, sagt ein Google-Manager auf der Internetkonferenz re:publica und muss sich sogleich Kritik anhören: Schließlich werte der Konzern selbst intensiv Nutzerdaten aus.

Google-Manager Grosse: "Systeme so sicher machen, dass niemand durch eine Hintertür einbrechen kann"
DPA

Google-Manager Grosse: "Systeme so sicher machen, dass niemand durch eine Hintertür einbrechen kann"


Der Leiter von Googles Sicherheitsteam will Polizei und Sicherheitsbehörden keinen verdeckten Zugang zu Nutzerdaten geben. "Das Ziel meines Teams ist es, unsere Systeme so sicher zu machen, dass niemand durch eine Hintertür einbrechen kann", sagte Eric Grosse am Mittwoch auf der Internetkonferenz re:publica in Berlin.

Besonders in den USA fordern Sicherheitsbehörden einen Generalschlüssel, um auch geschützte Informationen lesen zu können. Grosse sagte, Behörden sollten nur dann Zugang zu Nutzerdaten bekommen, wenn sie eine richterliche Anordnung haben. "Das ist der richtige Weg."

Seit den NSA-Enthüllungen hat Google seine Sicherheitsvorkehrungen verbessert. Nach Angaben von Grosse arbeiten inzwischen rund 500 Beschäftigte in seinem Team. Der Manager empfahl den Besuchern der re:publica, ihre Konten bei Online-Diensten wie Google stets durch eine sogenannte Zwei-Wege-Authentifizierung abzusichern.

Dabei wird zum Einloggen neben einem Passwort noch ein weiterer Zugangscode verlangt, der in der Regel auf das Mobiltelefon des Anwenders geschickt wird. Außerdem sollten die Anwender darauf achten, alle verfügbaren Updates für ihre Geräte einzuspielen.

Der Sicherheitsfachmann Mikko Hyppönen nahm den Internetkonzern wenig später aufs Korn: "Google kann Ihre Privatsphäre vor allen anderen schützen, außer vor Google selbst", sagte der Manager der finnischen Firma F-Secure. Schließlich werte Google Nutzerdaten aus und bilde Nutzerprofile, um zielgerichtete Werbung zu verkaufen.

Dieses Geschäftsmodell gelte auch für andere Internetfirmen. Auf Twitter könnten sich beispielsweise Werbekunden gezielt an Nutzer wenden, die eine bestimmte Sorte Cornflakes mögen oder bald ein Kind erwarten. Diese Daten stammten von Spezialfirmen, die anhand der Telefonnummern der Verbraucher deren Konsumverhalten und andere Daten ermitteln würden.

Der Zugriff auf die Telefonnummern von Millionen von Anwendern sei auch das Hauptmotiv für die Milliarden-Übernahme von WhatsApp durch Facebook gewesen. Inzwischen arbeiteten Top-Wissenschaftler in aller Welt daran, noch raffiniertere Methoden zu finden, um Werbung an die Internet-Anwender auszuliefern.

aer/dpa



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insgesamt 2 Beiträge
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klausbaerbel 06.05.2015
1. Na und ?
Besser NUR Google hat Zugriff auf die Daten als alle. Oder wohin zielt das ?
eieieieieiei 07.05.2015
2. sehe ich auch so
Iieber hat google iwelche daten von mir u versucht mir was zu verkaufen, die ich auch verklagen kann wenn sie zu weit gehen, anstatt jeder xbeliebige geheimdienst der mich evtl im ausland abfaengt oder im inland unterdrueckt, ohne das er kontrolliert oder belangt werden kann. Bei unseren politikern kann man sich sicher sein sie druecken dir mit den daten spaeter das geld aus der tasche, google kann nur webung machen u versuchen mich zu ueberzeugen, anstatt zu zwingen.
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