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Verstoß gegen Datenschutz: Niederländer setzen Google unter Druck

Google verfolgt seine Nutzer über alle seine Angebote hinweg. Der Schritt zum Super-Profil empört Datenschützer. Die niederländische Aufsichtsbehörde droht nun mit Bußgeld in Millionenhöhe.

Google-Technik auf einer Messe (Archivbild): Datenschützer sind sauer Zur Großansicht
Getty Images

Google-Technik auf einer Messe (Archivbild): Datenschützer sind sauer

Bis zu 15 Millionen Euro Strafe könnten Google in den Niederlanden drohen. Das kündigte die Aufsichtsbehörde für den Datenschutz an, das College bescherming persoonsgegevens (CBP). Bis zum Februar des kommenden Jahres hat Google Zeit, beim Umgang mit Nutzerdaten nachzubessern.

Vor zwei Jahren hatte Google damit begonnen, die Daten aller seiner Nutzer miteinander zu Super-Profilen verknüpfen. Die europäischen Datenschützer reagierten empört. Sie waren von Google nicht frühzeitig zu den neuen Bestimmungen befragt worden. Die französischen Datenschützer erklärten, nach einer ersten Analyse sei das Super-Profil mit europäischem Recht nicht vereinbar. Einen zeitlichen Aufschub, um die Regeln prüfen zu können, lehnte Google damals ab.

Nun fordert die niederländische Aufsichtsbehörden Google auf, von allen Nutzern die ausdrücklich Zustimmung für das Sammeln ihrer Daten einzuholen. Ein bloßer Hinweis auf geänderte Nutzungsbedingungen reiche nicht aus. Außerdem sollen die Bestimmungen so geändert werden, dass klar wird, welche Daten wann wozu genutzt werden. Darüber hinaus, so fordern die Datenschützer, soll Google klarmachen, dass YouTube zum Konzern dazugehört.

Der Chef der Aufsichtsbehörde CBP erklärte: "Google fängt uns in einem unsichtbaren Netz unserer persönlichen Daten, ohne uns das zu sagen und ohne unser Einverständnis einzuholen. Das läuft seit 2012 so, und wir hoffen, das unsere Geduld nicht länger auf die Probe gestellt wird."

Der Konzern hatte angekündigt, mit einer Reihe von Maßnahmen dem europäischen Datenschutz entgegenzukommen. Die niederländische Behörde erklärte dazu, man habe die vorgeschlagenen Änderungen noch nicht prüfen können. Gegenüber "ArsTechnica" erklärte ein Google-Sprecher, man sei "enttäuscht" über den Schritt der niederländischen Datenschützer.

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insgesamt 12 Beiträge
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1. Datenkrake
panit 16.12.2014
Vor Google muss man sich in Acht nehmen. Google speichert alles, was nur geht. Auch Personenbezogen. Löschen tut Google nichts. Nicht einmal, obwohl Google dazu verurteilt worden ist. Ich hoffe nur, dass Google eines Tages von den EU Servern verbannt wird, damit wir hier wieder mehr Datenschutz und Sicherheit haben.
2. Skandalös!
Labs-Kautz 16.12.2014
Google muss sofort verklagt werden. Niemand ausser Google speichert Daten, und wenn doch dann macht das nichts denn es ist dann ja nicht Google. Google ist böse. Alle anderen sind gut. Ausser Amazon, die sind auch böse, wenn auch nicht so wie Google, aber das ist nicht so schlimm. Es lebe die Massenhysterie.
3. Hat den schon mal jemand
WwdW 16.12.2014
von Google die Auskunft verlangt, welche Daten über einen gespeichert sind? Das muß eigentlich jedes Unternehmen auf Anfrage tun. Ich habe das bei anderen Unternehmen bereits getan. Nicht eines hat mir Auskunft gegeben. Es war eher so, dass es hieß, dann verklag uns halt! Datenschutz in Europa ist ein zahnloser Papiertiger. Was sollen 15 Mio. Strafe schon sein. bei 15 Milliarden sähe die Welt ganz anders aus.
4. 15 Millionen!!
grandpalais 16.12.2014
Oh nein, das wird Google in den Ruin treiben. Die Verantwortlichen bei Google haben vermutlich schon Tränen in den Augen - vor Lachen! :-D Auch markant der Satz "Einen zeitlichen Aufschub, um die Regeln prüfen zu können, lehnte Google damals ab". Das zeigt doch schon die Kräfteverhältnisse.
5. Nur NL?
Klaus-Otto 16.12.2014
Warum gucken die deutschen Datenschützer hier tatenlos zu?
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