Recht auf Vergessen Google widersetzt sich Datenschützern

Der Internet-Riese Google widersetzt sich der Löschung von sensiblen Privatdaten: Was für Europa gelte, sei global kein Gesetz. Französische Datenschützer schlagen Alarm.

Googles Firmenlogo: Laut dem Konzern gilt das "Recht auf Vergessen" nicht weltweit
REUTERS

Googles Firmenlogo: Laut dem Konzern gilt das "Recht auf Vergessen" nicht weltweit


Der Suchmaschinenbetreiber Google verweigert sich der Aufforderung der französischen Datenschutzbehörde CNIL, das in Europa vorgeschriebene " Recht auf Vergessen" weltweit umzusetzen. "Während das Recht auf Vergessen nun in Europa Gesetz sein mag, ist es global kein Gesetz", teilte das Unternehmen auf seinem europäischen Blog mit. Damit riskiert der US-Konzern Geldstrafen.

Europas Bürger können Google unter bestimmten Bedingungen dazu verpflichten, Suchergebnisse zu löschen, die mit ihrem Namen in Verbindung stehen. Dies gilt etwa, wenn die Informationen über Privatpersonen veraltet oder belanglos sind. Dies hatte der Europäische Gerichtshof im vergangenen Jahr so entschieden. Google löscht allerdings Suchergebnisse nur auf europäischen Seiten wie google.de oder google.fr, während sie auf google.com weiter auftauchen. Die CNIL hatte Google Mitte Juni formell aufgefordert, diese Einträge weltweit zu löschen.

Das Unternehmen kommentierte nun, dies sei eine "beunruhigende Entwicklung". "Wir glauben, dass kein Land die Autorität haben sollte, zu kontrollieren, auf was jemand in einem anderen Land zugreifen kann", hieß es in der Stellungnahme. Ansonsten wäre das Internet laut Google nur so frei wie es das am wenigsten freie Land erlaube. Man habe die CNIL daher aus Prinzip gebeten, die Aufforderung zurückzuziehen.

amt/DPA/Reuters

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insgesamt 47 Beiträge
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Seite 1
Cotti 30.07.2015
1.
Es heißt schließlich auch "Internet" und nicht "Euronet".
rkinfo 30.07.2015
2. Das sollten wir Google nie vergessen ...
Reset der Daten haben wohl nur die Hindus zu erwarten bei Wiedergeburt ? Wobei Google da wohl bald auch Persönlichkeiten postum verbinden wird ? Ansonsten, sammelt alles was ihr über Google - Mitarbeiter wisst damit Google gläserne Mitarbeiter bekommt.
behr22 30.07.2015
3.
Erstens ist es generell etwas lächerlich Suchergebnisse zu löschen, weil die Inhalte weiterhin bestehen bleiben. Wenn es einen gerechtfertigten Grund für eine Lösung gibt kann man den Webseitenbetreiber zwingen es zu löschen. Googles Argumentation zur internationalen Löschung ist auch macht auch absolut Sinn. Was ist wenn als nächstes aus China etc. solche Forderungen kommen?
hansgustor 30.07.2015
4. Lächerlich
Man wird ja wohl noch zwischen berechtigten Anfragen zum Schutz von Privatpersonen und staatlich angeordneter Unterdrückung unterscheiden können. Oder macht das auch ein Computer?
mimas101 30.07.2015
5. hmm
Scheinargumente von google. Das Recht auf Vergessen beinhaltet die Löschung bestimmter Daten für alle Nutzer des Konzerns und seine Produkte. Das schließt also auch alle Seiten bzw. Portale der Suchmaschine mit ein. Ansonsten unterlaufe ich dieses Recht einfach dadurch das ich google punkt com aufrufe und suchen lasse. Schon ist das Recht auf Vergessen perdu. Daneben zeigt solche Aktion ganz klar - google hat garkein Interesse an der tatsächlichen Löschung sondern bewerkstelligt nur eine Ausblendung löschfähiger Einträge.
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