Fake-News-Debatte Google will Faktenchecks in Suchergebnissen hervorherben

Nach Facebook präsentiert auch Google neue Maßnahmen gegen die Verbreitung von Falschinformationen. Wer nach strittigen Themen sucht, soll Faktenchecks von Medien präsentiert bekommen.

Faktenchecks in Google-Suchergebnissen
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Faktenchecks in Google-Suchergebnissen


Google wird künftig verstärkt auf Hintergrundberichte hinweisen, in denen Medien die Faktenlage von strittigen Themen überprüfen. Ein Faktencheck-Label werde von sofort an nicht nur bei Google News eingesetzt, sondern auch auf die allgemeine Google-Suche ausgeweitet. Außerdem sei das Label nun für Medienunternehmen und Verlage weltweit verfügbar, teilte der Konzern mit.

Jede Minute würden Tausende neue Artikel online veröffentlicht - eine Menge an Inhalten, die wohl die meisten Nutzer überfordere, heißt es in einem Blogpost. "Und leider sind nicht alle Inhalte korrekt oder wahr, es fällt den Menschen daher oft schwer, Fakten von Fiktion zu unterscheiden."

Deshalb habe Google im Oktober 2016 zusammen mit seinem Thinktank Jigsaw in einigen Ländern das Faktencheck-Label eingeführt, mit dem Medienunternehmen und Verlage ihre entsprechenden Artikel bei Google News kennzeichnen könnten. Nach Auswertung der Rückmeldungen von Nutzern und Medienhäusern wolle man diese Funktion nun erweitern.

Bei einer Google-Suche, für deren Ergebnisse ein Faktencheck durchgeführt wurde, wird dies auf der Seite der Suchergebnisse entsprechend angezeigt. In dem betreffenden Fenster sehen die Anwender dann, um welche Behauptung es geht, von wem sie stammt, und ob eine seriöse Quelle die Informationen verifiziert oder widerlegt hat (in dem Blogpost finden sich Beispielbilder, wie das aussehen kann).

Auch Google hat ein Fake-News-Problem

Neben Facebook hat auch Google mit der Verbreitung von gezielten Falschinformationen zu kämpfen und steht deshalb unter politischem Druck. Im Umfeld der US-Wahl wurde das Problem offensichtlich. Wer etwa um den Wahltag herum bei Google nach den endgültigen Wahlergebnissen suchte, bekam als oberstes Ergebnis einen Artikel angezeigt, der fälschlicherweise behauptete, Donald Trump habe die sogenannte popular vote gewonnen. Zuletzt wurde bekannt, dass der Suchmaschinenbetreiber aktive Fake-News-Seiten aus den Suchergebnissen herausfiltern wolle.

Google und Facebook hatten bereits Ende 2016 angekündigt, Fake-News-Seiten aus ihren Werbenetzwerken auszuschließen. Zuletzt verstärkte Facebook seine Maßnahmen gegen die Verbreitung von Fake News. Von diesem Freitag an sollen Hunderten Millionen Nutzern Tipps angezeigt werden, wie diese Falschinformationen erkennen und melden können.

fab/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
hwdtrier 07.04.2017
1. Armer
Postillion.
unzensierbar 07.04.2017
2.
Und so beginnt die internetweite Zensur und Meinungsmache. Dass Medienunternehmen so etwas beantragen müssen, ist das Problem. Was ist mit kleinen unabhängigen Medien? Das hier hilft nur Massenmedien und schadet allen anderen und somit auch der Pressefreiheit.
quark2@mailinator.com 07.04.2017
3.
Absurd. Eigentlich bin ich ja der Meinung, daß Deutsch und Englisch als Sprachen reichen und alles darüber hinaus dem jeweiligen Menschen überlassen werden sollte. Aber nun bin ich doch froh, paar mehr zu sprechen. Das war schon zu Zeiten des Kriegs in Jugoslawien interessant, dortige Stationen zu hören. Es gruselt mich richtig, wenn jetzt private Firmen darüber entscheiden, was junge Menschen für "fakt" und "relevant" halten und was irgendwo auf Seite 5 vergraben wird. Vermutlich ist es auch total "fakt", daß der Euro nur toll ist und in ganz Europa Frieden schafft und die Völker vereinigt ... man muß nur entscheiden, wen man fragen will ...
mettwurstlolli 07.04.2017
4. Was für einen Unsinn
Was sollen denn "Fakten" sein? Was soll "relevant" sein? Es gibt ein einfaches tool für diese Analyse, aber nicht bei Google und nicht bei Facebook, sondern zwischen unseren Ohren. Leider (oder Gott sei Dank) ist der nicht gleichmäßig verteilt, und so bleibt es den besser ausgestatteten vorbehalten, die klugen von den weniger klugen Gedanken zu unterscheiden. Da heutzutage jder Depp seine Weisheiten ins Netz posten kann, nimmt auch der üll zu, den man liest.
micheleyquem 07.04.2017
5. Ja, die Wahrheitheisst nicht faktencheck, sondern Zensur!
Zitat von unzensierbarUnd so beginnt die internetweite Zensur und Meinungsmache. Dass Medienunternehmen so etwas beantragen müssen, ist das Problem. Was ist mit kleinen unabhängigen Medien? Das hier hilft nur Massenmedien und schadet allen anderen und somit auch der Pressefreiheit.
Man sollte da keine Illurionen haben...
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