Monopolstellung Internetfirmen arbeiten an Klage gegen Google

Der Streit um Googles Marktmacht spitzt sich zu: Angeblich arbeiten diverse europäische Firmen an einer Klage gegen das Unternehmen. Sie werfen Google vor, seine Monopolstellung zu missbrauchen.

    Google-Logo: "Exzesse" in den Vordergrund rücken
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Google-Logo: "Exzesse" in den Vordergrund rücken


Rund 400 europäische Internetakteure, darunter Verlagshäuser wie Axel Springer und Lagardère, bereiten eine neue Klage gegen Google wegen Missbrauchs seiner Monopolstellung vor. Wie aus verschiedenen Quellen in Paris verlautete, soll die Klage am Donnerstagnachmittag auf der ersten Konferenz des Open Internet Project (OIP) vorgestellt werden. Nach Angaben der Organisatoren und mehrerer Mitglieder der Initiative ergänzt die Klage laufende Verfahren bei der Kommission. Zudem solle sie neue "Exzesse" von Google in den Vordergrund rücken, heißt es aus der Organisation.

Die Internetunternehmen, Start-up-Firmen, Onlinejournalisten und Verbraucherorganisationen, die sich dem OIP angeschlossen haben, seien besorgt über die Monopolstellung des US-Internetkonzerns, "der seine Suchergebnisse manipuliert, um seine eigenen Dienste zu unterstützen und die seiner Konkurrenten herabzusetzen", heißt es in der Tagesordnung, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.

Zu den Gastrednern gehört neben dem französischen Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg auch der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium Ole Schröder (CDU). Er wird über die Europäische Datenschutzgrundverordnung und deren Auswirkungen auf das Internet sprechen.

Betroffene Personen und Unternehmen sollen sich melden

Die von deutschen und französischen Firmen gegründete Plattform OIP will über Fragen der Netzneutralität informieren und ab Mitte Juni ein Onlineforum anbieten. Dort sollen Unternehmen, Verbraucher und Verbände Fälle melden können, in denen sie sich von Google benachteiligt fühlen.

Im Streit um Googles Marktmacht hatte sich Anfang der Woche EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia zu Wort gemeldet. In einer Replik auf einen offenen Brief von Springer-Chef Mathias Döpfner hatte Almunia den bisherigen Umgang der Wettbewerbshüter mit Google verteidigt. Die Rolle der Wettbewerbshüter besteht seiner Auffassung nach nicht darin, Google von technologischen Neuerungen abzuhalten. Es müsse aber sichergestellt werden, dass Google Konkurrenten nicht davon abhalte, am Wettbewerb teilzunehmen.

Die Diskussion um Googles Marktmacht dauert bereits mehrere Jahre an. Im Kern dreht sie sich um den Vorwurf, dass Google Suchergebnisse zu seinen Gunsten manipuliert. Ergebnisse spezialisierter Suchdienste etwa für Restaurants oder Reisen, die Google selbst betreibt, sollen in den Ergebnislisten weit oben und herausgehoben angezeigt werden.

mbö/AFP



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insgesamt 18 Beiträge
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mchunter 15.05.2014
1. Google als Suchmaschine....
...hat sich durch den neuen Suchalgorithmus fuer mich erlrdigt. Ich finde meine Suchergebnisse bei Google erst auf Seite 4 oder 5 - wenn ueberhaupt... damit ist Google fuer mich unbrauchbar, bin zu bing gewechselt!
wekru 15.05.2014
2. endlich
Natürlich manipuliert Google seine Suchmaschine massiv zum Nachteil von Gewerbetreibenden, damit diese teure Werbung einkaufen. Beispielsweise beim Suchberiff Mosaik findet man bei Bing Suchergebnisse, die tatsächlich nach der Relevanz zum Thema geordnet sind. Die gleichen dort aufgelisteten Unternehmen sind bei Google 10 Seiten weiter hinten im Nirvana, während umgekehrt Seiten vorne stehen, die mit Mosaiken überhaupt nichts am Hut haben. Kontaktiert man Google Deutschland, wird man niemals eine Antwort erhalten. Praktische Konsequenz ist eine massive Schädigung der Gewerbetreibenden, die gezwungen werden auf Google zu werben. Da ihre Relevanz aber in den Boden getreten wird, ist die Werbung entsprechend teuer. 50 ct bis 2 Euro pro Klick, da die Seiten ja keine Relevanz besäßen. Erpressung pur und lohnende dazu in einem Graubereich, der sich jeder Kontrolle entzieht.
s.4mcro 15.05.2014
3. neuer Algorithmus?
Zitat von mchunter...hat sich durch den neuen Suchalgorithmus fuer mich erlrdigt. Ich finde meine Suchergebnisse bei Google erst auf Seite 4 oder 5 - wenn ueberhaupt... damit ist Google fuer mich unbrauchbar, bin zu bing gewechselt!
Der Suchalgorithmus ist das was Google so groß gemacht hat, denn man eben immer genau das, was man sucht, auf Seite 1. Das Ihre erst soweit auf Seite 4 erscheinen, liegt dann eher an der Syntax ihrer Suchbegriffe... Von welchem "neuen" Algorithmus sprechen sie? Bitte nennen sie Quellen.
mchunter 15.05.2014
4. zu Nr. 3
das hat Google vor ca 1,5 Jahren selber publiziert und ist auch allgemein bekannt. Der Grund fuer den neuen Algorithmus ist - von Google danals selber kommuniziert - die Steigerung der Werbeerloese. Dumm nur, das Google uebertrieben hat!
wawi93 15.05.2014
5. es gibt (gute) Alternativen :
Ixquick (Oder das Google basierte startpage vom gleichen Anbieter) DuckDuckGo Oder auch ggf. interessant : Ecosia (Werbeeinnahmen werden gespendet)
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