Vertrauter des Whistleblowers Greenwald will Snowden-Dokumente zugänglich machen

Der Journalist Glenn Greenwald ist offenbar bereit, die NSA-Dokumente, die Edward Snowden entwendet hat, weiteren Journalisten zugänglich zu machen. Er plant zu diesem Zweck die Einrichtung eines "Datenraums" in New York.

Journalist Glenn Greenwald: "Meinen Teil der Arbeit erledigt"
DPA

Journalist Glenn Greenwald: "Meinen Teil der Arbeit erledigt"


Glenn Greenwald hat zunächst für den britischen "Guardian" und später für die von Ebay-Gründer Pierre Omidyar finanzierte Plattform "The Intercept" über die Snowden-Enthüllungen berichtet. Snowden selbst hatte Greenwald ursprünglich kontaktiert, um ihn zur Veröffentlichung von Geheimdienstinformationen zu bewegen. Bis heute sind die Snowden-Dokumente nur einem kleinen Kreis von Journalisten zugänglich. Auch der SPIEGEL hat wiederholt auf Basis von Snowden-Dokumenten berichtet.

Fast eineinhalb Jahre nach Beginn der Snowden-Enthüllungen will Greenwald die Dokumente offenbar einem größeren Kreis von Journalisten zugänglich machen. Dem "Münchner Merkur" sagte Greenwald, er werde vermutlich "nie alle Geschichten finden, die sich darin verstecken". Deshalb wolle man "einen Datenraum in New York einrichten, wo wir die Dokumente anderen Journalisten zugänglich machen".

Er selbst sei langsam überzeugt, seinen "Teil der Arbeit erledigt" zu haben: "Es wird Zeit, dass sich andere Leute mit einem unverbrauchten Blick daran machen. Wenn man in Besitz eines solchen Datenschatzes ist, fühlt man sich nicht nur der Quelle verpflichtet, sondern der ganzen Welt."

Wann genau dieser Datenraum eingerichtet wird, wer Zugang bekommen und wie das Projekt finanziert werden soll, sagte Greenwald nicht.

Die gewaltige Menge an Dokumenten aus den Beständen der NSA und des britischen GCHQ, die Edward Snowden kopiert hat, ermöglichten eine Vielzahl von Enthüllungen über einen globalen Überwachungsapparat der Geheimdienste der sogenannten Five-Eyes-Allianz aus USA, Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland. Die Dokumente zeigen auch, dass sich die USA offensive Kapazitäten für Angriffe über das Internet zugelegt haben.

cis

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