Hacker-Angriffe bei US-Wahlen US-Bundesstaaten wehren sich gegen Vorwürfe

Das Heimatschutzministerium hat zahlreiche US-Bundesstaaten auf mögliche Hacker-Angriffe bei der Präsidentschaftswahl 2016 hingewiesen. Doch einige Staaten bestreiten die Vorwürfe.

US-Präsident Trump im Oval Office
REUTERS

US-Präsident Trump im Oval Office


Gleich drei Bundesstaaten in den USA wollen die Behauptungen des US-Heimatschutzministeriums nicht auf sich sitzen lassen: Texas, Wisconsin und Kalifornien streiten ab, dass russische Hacker in den jeweiligen Staaten das Wahlsystem attackiert haben sollen, um die Präsidentschaftswahl im Jahr 2016 zu beeinflussen.

In einem Brief wirft der Secretary of State in Texas, vergleichbar mit dem Landesinnenminister in Deutschland, dem Heimatschutzministerium vor, einen Fehler gemacht zu haben. Sein Büro habe "eindeutig festgestellt, dass es keinen Versuch gegeben hat, die Behörden-Website zu hacken" schreibt Rolando Pablos. Zudem habe sich der Heimatschutz seiner Meinung nach auf falsche Informationen verlassen.

Auch die US-Staaten Kalifornien und Wisconsin sehen sich zu unrecht in der Kritik. In Kalifornien seien laut dem Secretary of State nicht die Wahlcomputer das Ziel des Angriffs gewesen. Stattdessen sei das Technikministerium attackiert worden. Die Computer in den Büros sollen nichts mit der Wahl zu tun haben. In Wisconsin war eigenen Angaben zufolge lediglich das Ministerium für Mitarbeiterentwicklung betroffen.

Hacker auf der Suche nach Schwachstellen

Das Heimatschutzministerium rückt jedoch nicht von seiner Einschätzung ab. Gegenüber der Nachrichtenagentur AP sagte ein Sprecher, russische Hacker seien in 21 Bundesstaaten auf der Suche nach Schwachstellen gewesen. Auch wenn die Hacker nicht direkt das Wahlsystem gescannt haben, hieße das nicht, dass sie nicht einen Weg hinein gesucht hätten. Schließlich seien die Netzwerke gewöhnlich miteinander verbunden.

In den meisten Bundesstaaten ist es offenbar bei der Suche nach einer Schwachstelle geblieben. Illinois hat jedoch bestätigt, dass es Hackern gelungen sei, in eine Datenbank mit registrierten Wählern einzudringen. Die Angreifer sollen mindestens drei Wochen lang Zugriff auf das Netzwerk gehabt haben, bevor sie entdeckt wurden. Es gebe jedoch keine Beweise dafür, dass Daten auch manipuliert worden sind.

Das Heimatschutzministerium hatte 21 Bundesstaaten in der vergangenen Woche auf die mutmaßlichen Hacker-Angriffe hingewiesen. Geheimdienste gehen davon aus, dass der Kreml im Jahr 2016 eine Cyber-Kampagne gestartet hatte, um die Chancen von Hillary Clinton im Präsidentschaftswahlkampf zu schmälern. Russland bestreitet die Anschuldigungen.

jbr/AP/rtr

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.