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Mehr als ein Dutzend Ziele: Libanesische Regierungsseiten geknackt

Sie beklagen wachsende Ungerechtigkeit: Unbekannte haben auf bis zu 16 Websites der libanesischen Regierung Protestbotschaften platziert. Die Gruppe "Raise Your Voice" will so gegen die Ungerechtigkeit im Land demonstrieren.

Gehackte Seite des Justizministeriums: "Schweigen ist ein Verbrechen" Zur Großansicht

Gehackte Seite des Justizministeriums: "Schweigen ist ein Verbrechen"

Eine Gruppe namens "Raise Your Voice" hat bis zu 16 offizielle Websites der libanesischen Regierung gehackt. Am Dienstagvormittag platzierten sie eine eigene Mitteilung, in der sie sich gegen Ungerechtigkeit und Verbrechen der Machthaber aussprechen. Sie beklagen Stromknappheit, Wasserknappheit, höhere Gas- und gestiegene Lebensmittelpreise.

Betroffen waren unter anderem die Seite des Präsidenten und die Web-Präsenzen mehrer Ministerien, der Sicherheitsdienste und der Bankenaufsicht. Man werde das Schweigen brechen, ob auf der Straße oder im Internet. "Schweigen ist ein Verbrechen", endet die Nachricht. Versehen ist die Botschaft mit einer Grafik, in der ein abgemagerter Mann in knapper Hose einen dicken Mann im Anzug füttert, versehen mit der Überschrift "Regierung" und "Bevölkerung".

Die Hacker tauschten außerdem die Icons der Websites aus, in der Browser-Leiste erschien neben dem Seitentitel eine Anonymous-Maske.

Kurze Zeit später waren einige der Botschaften nicht mehr erreichbar. In einer Mitteilung auf PasteBin erklärte "Raise Your Voice", man habe aber nichts mit einer Web-Attacke auf den libanesischen Fernsehsender MTV zu tun. Die libanesische Nachrichtenseite "The Daily Star" berichtet von Angriffen auf die Websites von MTV sowie die National News Agency.

Immer wieder werden offizielle Regierungsseiten das Ziel von Online-Protestaktionen. Oft handelt es sich dabei um massenhafte Abrufe, sogenannte Denial-of-Service-Attacken, unter denen die Seiten zusammenbrechen. Solche Attacken haben in den vergangenen Wochen zum Beispiel britische Regierungsseiten kurzzeitig unerreichbar gemacht, ein Protest gegen ein geplantes Internet-Überwachungsgesetz. Der tatsächliche Einbruch in einen Server, wie offenbar hier dutzendfach geschehen, ist aber eine Ausnahme.

ore

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