Cyber-Attacke: Seoul sieht Nordkorea hinter Hackerangriff

Koreanische Behörde für Internetsicherheit in Seoul: Suche nach den Hackern Zur Großansicht
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Koreanische Behörde für Internetsicherheit in Seoul: Suche nach den Hackern

Geldautomaten fielen aus, Rechner bei Fernsehsendern waren offline: Hinter diesem Angriff auf Computernetze in Südkorea steckt angeblich doch der Norden. Südkorea will dafür "viele Beweise" haben.

Seoul - Der Hackerangriff auf mehrere südkoreanische Fernsehsender und Banken im März geht einer südkoreanischen Untersuchung zufolge auf das Konto des nordkoreanischen Militärgeheimdienstes. "Es war eine absichtliche, gut geplante Cyberattacke aus Nordkorea", sagte ein Sprecher der südkoreanischen Internet- und Sicherheitsbehörde. Es gebe "viele Beweise", dass der Militärgeheimdienst des Nordens den Angriff geführt habe. Die Attacke sei mindestens acht Monate lang vorbereitet worden.

Den Ermittlungen von Regierungsexperten und weiteren Fachleuten zufolge ging der Hackerangriff von sechs Computern in Nordkorea aus. Um Schadprogramme auf Rechnern im Süden zu installieren, wurde die Attacke demnach über 49 Orte in zehn Ländern geleitet.

Am 20. März waren in Südkorea die Computer der Fernsehsender KBS, MBC und YTN sowie der Banken Shinhan, Nonghyup und Jeju teilweise oder vollständig lahmgelegt worden. Laut der südkoreanischen Behörde waren etwa 48.700 Computer, Bankautomaten und weitere Geräte betroffen. Es war ein spektakulärer Ausfall: Am frühen Mittwochnachmittag, um Punkt 14 Uhr, wurden die Geldautomaten der Banken lahmgelegt und mit ihnen die Terminals für Kartenzahlungen in Cafés und Geschäften.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten sich nach einem umstrittenen nordkoreanischen Raketenstart im Dezember und dem dritten Atomtest des Landes im Februar spürbar verschärft.

Nordkorea macht seither mit immer neuen Provokationen auf sich aufmerksam - Kriegsdrohungen und Militärübungen gehören zum Alltag.

lis/AFP/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Diese Beweise...
marcel2101 10.04.2013
...werden die irgendwo detaillierter erwähnt? Einerseits wird von der hohen Professionalität bei der Vorbereitung und dem erfolgten Angriff selbst gesprochen, noch dazu hatten die Angreifer ihre Ziele offenbar sehr hoch gesteckt, Denn Banken und Rundfunkstationen hackt man nicht mal eben so im vorbeigehen. Anfänger waren da also sicher nicht am Werk. Besonders professionell können sie dann aber andererseits doch nicht gewesen sein, wenn man inzwischen sogar schon die Computer benennen kann, von denen aus der Angriff ausgeführt worden war. Liest man sonst über derartige Angriffe, lässt sich nämlich in der Regel nur mit Glück sagen, aus welchem Land (!) der Angriff erfolgte. Wenn überhaupt.
2. Nichts Neues: Nur unordentliche IT
hartmutpohlsoftscheck 10.04.2013
Jedes Schadprogramm benötigt unverzichtbar eine ausnutzbare Sicherheitslücke, sonst kann es gar nicht wirksam werden. Schon die Installation eines solchen Schadprogramms ist nur möglich, wenn eine Sicherheitslücke auf dem Server vorhanden ist oder er nicht korrekt parametrisiert ist. Fazit: Wer seine IT-Umgebung unordentlich pflegt, kein Patch- und Vulnerability-Management betreibt, braucht sich nicht zu wundern, wenn seine Server angreifbar sind.
3. Solange die beiden Staaten
beob_achter 10.04.2013
sich nur einen Cyberkrieg liefern, bin ich beruhigt. Vermutlich gibt es auch mehr Hacker als mobile Abschußrampen in Nordkorea. Ich denke, nach der Geburtstagsfeier wird wieder abgerüstet, und der Kleine hat seinen Spaß gehabt. Die Sonderwirtschaftszone zu schließen ist natürlich ein Schuß ins Knie, aber auch die wird wieder geöffnet werden. Wetten? Fazit: Der Hornberg hat einen Bruder in Nordkorea...
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Bevölkerung: 48,184 Mio.

Hauptstadt: Seoul

Staatsoberhaupt:
Park Geun Hye

Regierungschef: Chung Hong Won

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